Die zunehmende Überalterung der Gesellschaft und die Verschiebung weg von Lohneinkommen zu Kapitaleinkommen sind zwei Hauptgründe dafür, weshalb das bisherige Sozialsystem so nicht mehr tragbar sein wird. Innerhalb des bestehenden Systems gibt es nur noch zwei Möglichkeiten.

Von Marco Maier

Geht die Entwicklung auch nur annähernd so weiter wie bisher, sind dramatische Einschnitte im ganzen Sozialsystem – von den Renten über die Krankenkassen bis hin zu den weiteren sozialen Leistungen – unabwendbar. Denn auch eine wieder ansteigende Geburtenrate und eine starke Zuwanderung kann selbst bei entsprechendem Jobangebot den zu erwartenden Auswirkungen nur kaum entgegenwirken. Die Verschiebung beim Volkseinkommen weg von den Erwerbseinkommen hin zu den Kapitaleinkommen tut ihr Übriges dazu.

Je nachdem, wie sich die aktuelle Migrationswelle auch langfristig auswirkt, dürfte die Zahl der Menschen im Erwerbsalter (20-65 Jahre) von derzeit 60 auf etwa 50-55 Prozent fallen. Dass dann überhaupt der Großteil dieser Menschen wie derzeit überhaupt ein (ausreichendes) Erwerbseinkommen haben wird, ist jedoch pure Fiktion. Zu denken, dass neben den steigenden Kosten für die Renten auch noch genügend Geld für "Aufstocker" vorhanden ist, darf jedoch bezweifelt werden. Zumindest dann, wenn das derzeitige System, wonach die Arbeitnehmerentgelte den Großteil der Last tragen müssen. Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass beispielsweise die Arbeitnehmerentgelte in Deutschland von 2000 bis 2011 um 18,8 Prozent stiegen, während die Gewinn- und Vermögenseinkommen trotz der Delle 2008/2009 um 49,9 Prozent zulegen konnten. Insgesamt betrachtet hat sich die Verteilung des Volkseinkommens seit den 1970er Jahren vom Verhältnis 60 zu 40 auf etwa 40 zu 60 zugunsten der Kapitaleinkommen verschoben. Dies wird auch weiterhin ein Trend sein, zumal die Zahl der Erwerbsbevölkerung weiter schrumpfen wird.

Faktisch bedeutet das, dass die Kapitaleigner (Immobilienbesitzer, Unternehmer, Aktionäre…) weiterhin einen bedeutenden Vorteil haben, so lange das Umverteilungsspiel zumindest noch auf globaler Ebene funktioniert. Vor allem auch deshalb, weil sie nicht auf die staatliche Sozialversicherung angewiesen sind. Wer im Alter noch Einnahmen aus Mieten, Gewinnen, Zinsen und Dividenden hat, ist auf die staatliche Rente meistens nicht angewiesen. Vor allem dann nicht, wenn erhebliche Teile dieser Einkommen geringer besteuert werden als die Arbeitseinkommen und zudem noch nicht sozialversicherungspflichtig (sofern die Deckelung der Höchstbemessungsgrundlage ohnehin nicht schon greift) sind. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei also um einen innerstaatlichen Wettbewerbsvorteil für diese Bevölkerungsgruppe.

Eine Stabilisierung des Sozialsystems auf zumindest annähernd dem heutigen Niveau ist angesichts der Entwicklungen nur dann möglich, wenn sämtliche Formen des Einkommens grundsätzlich gleich behandelt werden und die Höchstbemessungsgrundlage für die Sozialversicherung fällt. Ansonsten bleibt nur noch der Weg zur grundsätzlichen Abschaffung des staatlichen Sozialsystems, so dass sich die Menschen – wie z.B. in den Ländern der Dritten Welt und in den USA – nur noch privat versichern können. Sofern sie eben bedingt durch niedrige Einkommen überhaupt noch die finanziellen Mittel dazu haben. Eine Kranken- oder Rentenversicherung (mit dazu noch hohen Kostenanteilen für die Versicherungsgesellschaften) können sich dann auch nur noch die oberen 20-25 Prozent leisten.

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Es zeigt sich also, dass man innerhalb des bestehenden Systems nur noch zwei Möglichkeiten hat: Entweder man erweitert den Kreis der Beitragszahler indem man keine Ausnahmen mehr zulässt und auch die Höchstbemessungsgrundlagen streicht, so dass auch jene Menschen mit einem Millioneneinkommen einen entsprechend hohen Beitrag zu leisten haben, oder man schafft dieses Sozialsystem komplett ab und überlässt die Absicherung für den Krankheitsfall oder das Alter privaten Versicherungsunternehmen. Die andere Möglichkeit bestünde darin, ein langfristig funktionsfähiges und nachhaltiges Wirtschafts- und Finanzsystem zu etablieren. Doch vor allzu großen Veränderungen haben die Menschen leider zu große Angst: Lieber mit Gewissheit in den Untergang als mit Ungewissheit zumindest eine Veränderung wagen.

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8 thoughts on “Sozialsystem: Einkommensverschiebungen und Demographie fordern drastische Maßnahmen”

  1. Stellen wir uns einmal vor, die 10% der reichsten in Deutschland, würden nach ihrem Einkommen prozentual in die Krankenkasse oder in die Rentenkasse einzahlen? Dann wären alle Probleme gelöst. Und die Politverbrecher würden auch in die Sozialkassen einzahlen. Es gäbe viele Möglichkeiten, man könnte das ,,Krankheitssystem“ entlasten, Chemotherapien, (Senfgas wo nur ein Molekül verändert wurde) welches bei Krebs eingesetzt wird und in fünf Jahren zu 97% tödlich ist, eine Behandlung zwischen 10-20.000 Euro kostet, das könnte man sich alles sparen, Krebs ist seit fast 80 Jahren heilbar, es wird nur verhindert. Das Problem ist nicht die Demographie sondern die MAFIA.

    1. Gute Idee, das mit den 10%. Wenn man die in die Sozialsysteme integriert hat das zwei hauptsächliche Dinge zur Folge. Erstens geht es den Sozialsystemen kurzfristig besser. Das hält nicht weil…. würde jetzt zu weit führen. Und zweitens würde das zu einer Pleitewelle in der Versicherungswirtschaft führen. Die sind aber die Hauptkäufer von Staatsanleihen, weil sie vorgeschrieben bekommen (ein Schelm der einen Zweck dahinter vermutet), dass sie einen Teil der Einnahmen "sicher" anzulegen haben. Wenn keiner mehr die Staatsanleihen kaufen kann oder möchte… wo soll dann Schäuble Geld herbekommen?

      Außerdem, nur zur Erinnerung, ist die Elite privatversichert, da wird schließlich mehr Gesundheit gekauft. Diese ganzen so genannten Volksvertreter sind alle ca. 600 privat versichert. Ich glaube zwei Drittel sind Beamte mit einer der Privatversicherung ähnlichen Variante. Interessenvertreter!  Nur nicht meine.

      1. Das ist schon richtig, aber es gäbe ja auch andere Möglichkeiten, wenn man es denn wollte. Vernünftige Erbschaftssteuer, Die Steuertricks ausschalten, aber wir wissen, dass es alles eine Illusion ist,  die Konzerne kontrollieren den Staat, nicht umgekehrt.

        Wer sich zum Wurm macht, kann nachher nicht klagen, wenn er mit Füßen getreten wird, sagte schon der alte Immanuel.

  2. Es wäre langsam einmal an der Zeit, dass sich aus der Solidargemeinschaft GKV und Rentenversicherung niemand mehr ausklinken darf. Sei es wegen einer Beitragbemessungsgrenze, sei es wegen branchenspezifischer KV oder RV.

    Aber noch wichtiger finde ich, dass endlich alle leistungslos!!! erzielten Kapitaleinkünfte gernau so hoch besteuert und mit Sozialabgaben belegt werden wie die Löhne, die immerhin nur wegen einer erbrachten Leistung!!! gezahlt werden.

    1. Dann sind wir bei den Vögeln, die wie Ramelow bei der Begrüßung der Migranten ins Megaphon brüllt: Inschallah oder dem Zionistenzwerg, der sagt, es ist gut, das die Nazis sich nicht mehr vermehren und damit meinte er uns. Auf diese Partei bin ich lange genug hereingefallen.

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