Sarah Harrison. Bild: WikiLeaks

Die Britin Sarah Harrison begleite Edward Snowden nach seiner Flucht aus den USA bis nach Moskau. Heute lebt sie in Berlin, weil sie sich vor Repressionen in der Heimat fürchtet. In ihrer Rede die sie anlässlich der Verleihung des Willy-Brandt-Preises hielt, zitierte sie den Namensträger wie folgt: "Wir wollen mehr Demokratie wagen" – "Let’s dare more democracy".

Von Christian Saarländer

Wie der Name uns erahnen lässt hat der Willy-Brandt-Preis etwas mit Sozialdemokraten zu tun. Der Preis soll jährlich an jene verliehen werden, die sich um die deutsch-norwegischen Beziehungen verdient gemacht haben, wo Brandt während der NS-Zeit im Exil lebte und Ruth, die letzte seine vier Ehefrauen, aus diesem Land stammt. Insoweit hat Partisan Brandt mehr Gemeinsamkeiten mit dem ehemaligen jugoslawischen Staatsoberhaupt Tito als mit der Dame aus Großbritannien.

Sarah Harrison aber sieht die Gemeinsamkeit mit Brandt in der Tatsache, dass beide aus politischen Gründen ihr Land verlassen mussten. Harrison begleitete Edward Snowden nach seiner Flucht aus den USA von Hong-Kong nach Moskau, wo man ihm schließlich Asyl gewährte. Harrison flog danach nach Berlin, wo sie als WikiLeaks-Redakteurin arbeitet und Snowden in rechtlichen Fragen berät. Sie würde gerne nach London zurückkehren, wo sie allerdings Konsequenzen befürchtet.

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Durch den sogenannten Terrorism Act (Anti-Terror-Gesetz), welcher anlässlich der Terroranschläge am 11. September verabschiedet wurde, ist es dem britischen Staate möglich so ziemlich jede Person zum Terroristen zu erklären, der dem Staat zu nahe tritt. David Miranda, Lebensgefährte des Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald, bekam dies bereits zu spüren. Anlass war die Tatsache, dass Greenwald die Snowden-Dokumente journalistisch aufbereitete und mit der ebenfalls in Berlin lebenden Journalistin Laura Poitras nun nach und nach aufbereitet. Bisher wurde nur ein geringer Teil von allen Dokumenten veröffentlicht.

Genau dies tat die Dame, die zuvor am renommierten Centre for Investigative Journalism in London arbeitete, als sie sich für den NSA-Whistleblower Edward Snowden einsetzte. Wenn man so will ein politischer Flüchtling aus Großbritannien, die nunmehr von Berlin aus arbeitet und sich für Presse- und Meinungsfreiheit einsetzt. Dies war auch Anlass die Journalistin aufgrund ihres außergewöhnlichen politischen Mutes mit Preis auszuzeichnen.

In ihrer Rede, die man sich auf der oberen Twittermeldung im englischen Original-Ton anhören kann sowie auf WikiLeaks in Textform zu lesen ist, forderte sie unter anderem zum Schutz von Edward Snowden und Julian Assange auf und mehr Schutz gegen die Überwachung der deutschen Bevölkerung durch amerikanische und deutsche Geheimdienste. Sie bedauerte auch, dass sie die rede nicht in der „großartigen deutschen Sprache“ halten kann und sie in Berlin froh war, sich nicht mehr nur von Burger King zu ernähren. Vermutlich sind ihr in Moskau die Pelmeni-Buden entgangen.

Leider die heutige SPD mit Justizminister Heiko Maas ein härteres Vorgehen im Internet, da dem linken Mainstream nicht alles gefällt, was sie im Internet lesen. Was ein Whistleblower ist und was eine Meinung ist, soll nach Plänen von Maas sogenannten „politischen Richtlinien dienen“ die man auf EU-Ebene am diskutieren ist. Es wird genau das getan, wovor Edward Snowden und Julian Assange stets gewarnt haben.

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1 KOMMENTAR

  1. Partisan Brandt !? Diese Äußerung ist ja eindeutig extrem rechts ! Dabei habe ich dieses Magazin bis dato als real kritisch betrachtet. Brandt war der beste Politiker nach dem Kriege. Und wenn er für die Freiheit war, dann darf er ja auch Partisan gewesen sein. Man schaue sich doch heute einmal die Politiker an. Die stopfen sich die Taschen voll und scheißen auf die Volksmeinung. Die schimpfen auf die Nazis, und hatten dieselben nach dem Krieg in ihren Reihen. Wie bei den Amis: „Hauptsache, es sind unsere Lumpen“. Sind Pegidas jetzt Partisanen ? Brandt war für die Freiheit und die „Pegidas“ sind das auch. Für unsere Lobbykraten sind das ganz einfach Nazis. Ohne einen Brandt, hätte es wahrscheinlich auch keine Wiederverienigung gegeben (er hat nicht losgelassen). Die Lorbeeren aber, haben sich andere eingeheimst.

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