Saudi-Prinz festgenommen: 2 Tonnen Drogen gegen Waffen für „Islamischen Staat“

Auf dem internationalen Flughafen von Beirut (Libanon) wurde ein Saudi-Prinz wegen Drogenschmuggel festgenommen. Er wollte die Drogen, die wohl gegen Waffen für den IS getauscht wurden, nach Saudi-Arabien bringen. Die Saudi-Eliten sind allerdings ohnehin dafür bekannt, es mit den wahhabitischen Regeln nicht so genau zu nehmen wenn es sie selbst betrifft.

Von Marco Maier

Am Montag gelang den Zollbehörden des Libanons der größte Drogenfund in der Geschichte des Landes. Rund 2 Tonnen an Captagon-Pillen und Kokain wurden gefunden, als die Drogen zu einem Privatjet gebracht wurden der einem saudischen Prinzen gehört. Er und vier weitere Männer wurden daraufhin von den libanesischen Behörden festgenommen. Dies vermeldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen Sicherheitsbeamten des Flughafens.

Ob Prinz Abdel Mohsen Bin Walid Bin Abdulaziz wirkliche Konsequenzen zu fürchten hat, wird sich noch herausstellen. Wahrscheinlicher ist jedoch ein Freikaufen des Mitglieds des saudischen Königshauses, wie das auch schon in vielen anderen Ländern der Fall war. Da die Saudis jedoch keine Drogen im eigenen Land tolerieren, dürfte sich der Prinz einigen Ärger zu Hause einhandeln. Immerhin war der Privatjet für einen Weiterflug nach Saudi-Arabien gebucht.

Captagon ist der Markenname für das Amphetamin Phenethyllin, welches vor allem im Nahen Osten eine gebräuchliche Droge ist. So sollen auch die Kämpfer des "Islamischen Staates" das Aufputschmittel nehmen um so die oftmals mehrere Stunden andauernden Gefechte überstehen zu können. Die Droge wird derzeit hauptsächlich in Syrien hergestellt, wo sie dann im Tausch gegen Waffen nach Saudi-Arabien gelangt. Der Prinz dürfte also durchaus eben ein Waffengeschäft mit IS-Vertretern abgeschlossen haben.

Wofür das Captagon schlussendlich bestimmt war, wird sich noch klären müssen. Doch das ebenfalls gefundene Kokain dürfte höchstwahrscheinlich für die privaten Orgien im Kreise des Saudi-Scheichs bestimmt gewesen sein. Dass sich die Eliten des äußerst streng islamischen Landes einen Dreck um jene Regeln und Prinzipien kümmern, die dem einfachen Volk auferlegt werden, ist ohnehin längst schon bekannt. "Koks und Nutten" gehören samt Alkoholexzesse immer wieder zum Alltag der reichen Oberschicht – vor allem dann, wenn sie im Ausland verweilen.

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8 Kommentare

    1. Richtig. In diesem Falle sollte auch die Sharia angewendet werden. Öffentliches Auspeitschen oder Hände anhacken oder Kopf abschlagen odet Steinigen. Aber manche Menschen stehen nun mal über dem Gesetz.

      1. Geht doch… Die Scharia ist dem gemeinen Menschen leicht verständlich. Jetzt noch das richtige Feindbild und 5x beten schon flutscht der Islam runter wie Himbeereis. Mohammed verstand die Natur des Menschen.

  1. „Sie sind 17 Jahre alt. Sie geben ihnen Nachts Pillen, geben Ihnen halluzinogene Pillen in Ihre Getränke, Ihre Milch, Ihren Kaffee, Ihren Nescafé… Sie haben die Kinder und Jugendlichen einer Gehirnwäsche unterzogen. Die Demonstranten sind schießwütig und sie schießen besonders wenn sie stoned sind… Da sind Leute hinter ihnen, die geben ihnen Pillen. Es ist nicht ihr eigener Wille.“ (Muammar Gaddaf in einer Rede kurz nach dem Beginn der Kämpfe in Libyen)
    Ich glaube nicht, dass der Prinz eben ein Waffengeschäft abgeschlossen hat. Zwei Tonnen Captagon für die Mannschaften und Koks für die Vorgesetzten ist viel wirkungsvoller als normale Waffen. Was Captagon in letzter Zeit wieder hochinteressant macht, ist seine Rolle im Syrien-Konflikt. Auffällig ist zum Beispiel wie der gesamte Nahen Osten im Jahr 2006 mit Captagon regelrecht überschwemmt wurde. Zur Erinnerung: Zur gleichen Zeit stand die gesamte Region durch die Ermordung des libanesischen Premiers Rafik Hariri sowie durch die israelische Invasion Südlibanons unmittelbar vor einem Flächenbrand. Damals wurden in der Türkei 14-mal so viele Pillen Captagon wie Ecstasy beschlagnahmt. Und genau da befinden wir uns wieder. Je größer der Druck auf die gepamperten Terroristen desto größer der Bedarf.

  2. Da glaubt man, den unsäglichen Dreck der Mächtigen erkannt zu haben, und es wird immer noch viel dreckiger. Zum Teufel mit allen Religionen und Ideologien. Sie werden nur von den Mächtigen benutzt, um die Menschen gefügig zu machen. Und je frömmlerischer und totalitärer ein Machtsystem ist, desto mehr Dreck verbirgt sich dahinter.

  3. Man konnte es doch schon im alten Rom vernehmen: „Quod licet Iovi, non licet bovi“

    Deshalb ist es intelligenter der Obrigkeit nur unter Vorbehalt zu trauen – weltweit.

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