NuoViso.TV: Rüdiger Lenz – Frieden durch Auflösung des Rechts-Links Denkens

Im Zuge brandheißer politischer Streitthemen wie TTIP, Flüchtlingskrise und Parteiendiktatur bilden sich sehr verhärtete Fronten in Deutschland. Es gibt viele verschiedene Lager, von denen die meisten scheinbar an der gedanklichen Rechts-Links Grenze scheitern, die in Deutschland seit Jahrzehnten kultiviert wird. An dieser Grenze und generell an der persönlichen Entwicklung arbeitet Therapeut, Ausbilder und Autor Rüdiger Lenz ("Das Nichtkampf-Prinzip"). Im NuoViso-Talk spricht er mit Hagen Grell über die neue Friedensbewegung, Staat vs. Freiheit, die Mathematik der Flüchtlingskrise, Political Correctness und Nationalstaat.

Zunächst schildert Lenz seine Sicht auf die neue Friedensbewegung und ihre große Spaltung und Zersplitterung. Die Ursachen seien einerseits im unterschiedlichen Wissenstand der Hauptakteure und in den unterschiedlichen Zielen zu suchen. Die Souveränisten sehen die Umwandlung Deutschlands in einen tatsächlich souveränen Staat als das Hauptziel ihres Wirkens, kommunale Aktivisten dagegen wollen den Frieden vor Ort schaffen. Dazu kommt die festgefahrene Spaltung Deutschlands in "Rechts" und "Links". Und so kam es schnell zu Anfeindungen und Schock-Reaktionen, die die Menschen zu den Anführern der jeweiligen Lager trieben.

Lenz erklärt, dass gerade dort Brückenbauer gebraucht würden, die einerseits die kommunale Friedenskultur förderten und auch große Probleme wie die US-Militärbasis Rammstein auf deutschem Boden zum Thema machten. Doch dieser Brückenbau sei schwer zu gewährleisten, da sich viele Menschen eben nicht selbst ändern wollen, sondern mit stahlharten Argumenten ihre Peer-Gruppen von den anderen abgrenzen.

Das Problem sei auch, so Lenz, in der Flüchtlingsproblematik zu finden. Einerseits empfinde er selbst große Empathie für alle Flüchtenden, doch müsse auch gerechnet werden, was machbar ist. Man braucht ein Budget und räumliche Kapazitäten, um Gäste unterzubringen. Und wenn das nicht möglich ist, dann schafft man eine katastrophale Situation sowohl für Flüchtlinge als auch für die Deutschen. Mit dem Hintergrund, dass viele der Ankommenden einfach eine Frau, Arbeit, eine Familie, Anerkennung, eine Wohnung und ein Auto haben wollten, sei es hoch fahrlässig und ein psychologisches Desaster von der Regierung, immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland zu holen.

Eine Besonderheit des Interviews ist das Streitgespräch zwischen Lenz und Grell, in denen beiden mit gegensätzlichen Positionen experimentieren, um eine Streitkultur zu präsentieren. Sie besprechen den Slogan "Refugees Welcome", die grassierende Political Correctness, das Konzept Nationalstaat, das BGE, eine eurasische Union mit Russland und Feminismus.

Ein Fazit von Rüdiger Lenz: Eine gesunde Diskussion setzt Wissen und Respekt voraus. Das wichtigste beim Reden sei das Zuhören. Und niemand komme umhin, seine Hausaufgaben zu machen: Hingehen, anschauen, ausprobieren sind die Kernelemente des Fortschritts.

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Mehr Informationen auf: http://www.nuoviso.tv

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2 Kommentare

  1. Richtig, schluss mit diesem RECHTS u. LINKS Geschwafel.
    Lebensgrundlagen, Existenzgrundlagen sind weder rechts noch links, sie sind Vorraussetzung zum Leben.
    Ist die Forderung nach Nahrung, Kleidung , Wohnung, Medizin, Bildung u.s.w. etwa links, oder etwa rechts. ?
    Wohlstand ist, wenn man das alles ausreichend zur Verfügung hat. . Für Luxus ost der Staat natürlich nicht zuständig.

    1. Können wir erst einmal festhalten, dass ALLES im Leben Politik ist. Ob jemand Arbeit hat, ob er gut gesundheitlich versorgt wird, ob Familien problemlos ihren Nachwuchs aufziehen können, ob Kriege drohen, .. ,.

      Politik wird immer von Gruppen betrieben – da Einzelpersonen zwar gegen den Wind pinkeln können – ihn aber nie aufhalten können. Wer also in der Politk etwas ändern will, muß sich Verbündete suchen, Gleichgesinnte und das Problem angehen. Individualisten sind denen dienlich, die die Macht haben, da von ihnen KEINE Gefahr für den Machterhalt ausgeht.

      Steht nun die Frage, ob in diesem Staat – BRD – die Politik geändert werden muß?

      Ich würde sagen – mit Sicherheit, da im Moment Kräfte an der Macht sind, die selbst die Selbstzerstörung nicht außer Acht lassen, die bereit sind einen 3. Weltkrieg zu riskieren.

      Dazu gilt aber der Satz, wer die wirtschaftliche Macht besitzt – bestimmt auch die politische Linie – und das bestätigt sich heute, wo die Macht auf nur noch wenige Personen begrenzt ist schlimmer als zu Kaisers Zeiten.

      Momentan haben Kräfte des Finazkapitals die Macht in diesem Land – die Gruppierung, die schon durch Dimitroff chrakterisiert wurde als die Basis des Faschismus. Es sind im Moment die Kinder und Enkel derjenigen, die den deutschen Faschismus an die Macht brachten – denn Faschismus ist eine ganz normale – zwar brutale – Regierungsform des Kapitals. 

      Dazu gab es zu Marx´s Zeiten einen Ausspruch über das Kapital, der auch heute noch volle Gültigkeit hat.   

      Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere.

       

      Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn.

      10 Prozent sicher und man kann es überall anwenden;

      20 Prozent, es wird lebhaft;

      50 Prozent, positiv waghalsig;

      für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß;

      300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.

       

      Und genau an der Schwelle stehen wir.

      Ich stimme vollkommen zu, dass jeder auch Rechte wie CDU/CSU, SPD, oder GRÜNE ( denn sie alle sind bekennede Unterstützer des Kapitals, der reaktionären Gesellschaft, die inhuman und krigerisch daherkommt) – wenn er einen klaren Friedenswillen hat, zu einem großen Friedenbündnis dazu gehört. Wer aber NAZIS und Faschisten als Friedensfähig betrachtet, sie nicht ausgrenzt – übersieht die Tatsache, dass es die Nazis schon immer liebten, sich der Problematik der Arbeiterbewegung zu bemächtigen, ihrer Symbolik, ihrer Lieder, um Teil der Arbeiterbewegung in ihre Reihen zu ziehen. So sind diese Lügner darauf aus, immer wenn sich große Massen bilden, in diese Gruppierungen hineinzugelangen, dort Fuß zu fassen und ihr Gedankengut dort einzubringen. Ihr Gedankengut basiert jedoch auf Rassismus, somit einer Grundlage die für jeden Krieg notwendigerweise geschürt werden muß, damit man die eigene Bevölkerung dazu bekommt, auf Menschen einer anderen Gruppe zu schießen.

      Es können 1.000.000 Menschen friedlich auf der Starße stehen – wenn das ALLES ist – wird es an der Macht nichts ändern. Mächte zu beseitigen bedeutet immer auch Kampf, bedeutet Auseinandersetzung und ist durch friedliches dahinwandern nicht zu realisieren.

       

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