Lawrow: Russland ist bereit, die gemäßigte Opposition in Syrien zu unterstützen

Russland wird auch die Opposition unterstützen, wenn diese an einer politischen Lösung des Syrien-Konflikts interessiert sind. Außenminister Lawrow kritisierte jedoch auch die sture Haltung der USA.

Von Christian Saarländer

Der Kreml ist dazu bereit, seinen Einsatz in Syrien mit den USA besser zu koordinieren. Dabei sei man auch dazu bereit, die Opposition in Syrien zu unterstützen. Russland gehe es laut Außenminister Lawrow darum, den „Kontakt mit Menschen herzustellen, die die eine oder andere bewaffnete Gruppe vertreten, welche unter anderem dem Terrorismus widerstehen“. Präsident Assad sei mit diesem Vorgehen einverstanden. Die Opposition lehnte diesen Vorschlag aber zunächst ab.

Russlands Außenminister Lawrow gab in einem Interview zu verstehen, dass Russlands Einsatz in Syrien nicht alleine darauf abziele, Assad an der Macht zu halten. Man würde auch solche Oppositionelle unterstützen, die bereit seien gegen den Islamischen Staat zu kämpfen, so die Nachrichtenagentur Sputnik am Samstag aus Sotschi. "Wir sind zu einer solchen Koordinierung im höchsten Maße bereit. Mehr noch, wir sind bereit, die patriotische Opposition darin einzuschalten, darunter auch die so genannte Freie Syrische Armee aus der Luft zu unterstützen, obwohl uns keine Informationen darüber gewährt werden, wo sich die Terroristen und die patriotischen Oppositionellen nach Einschätzung der USA befinden“, so Lawrow.

Zudem sei es nach Lawrows Ansicht ein Fehler gewesen, dass die Amerikaner nicht bereit gewesen seien gemeinsam mit Russland den Anti-Terror-Einsatz in Syrien zu koordinieren. Immerhin erhielt Russland Hilfe vom ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, der umfangreiches Kartenmaterial an die russische Botschaft in Moskau sandte. Die USA kritisierte Russland zuletzt wegen angeblicher Bombenangriffe auf syrische Rebellen, welche von den Amerikanern unterstützt werden.

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Syriens Machthaber Assad sei mit diesem Vorgehen einverstanden. In einem Gespräch mit Russlands Präsidenten Vladimir Putin beim Valdai-Diskussions-Club habe er eine entsprechende Frage des Präsidenten positiv beantwortet. Allerdings müsste sich ihr Kampf in erster Linie gegen die Terrormiliz ISIS richten. Assad reiste diese Woche überraschend nach Russland, um weitere Schritte im Bürgerkrieg zu besprechen.

Die Opposition lehnte zunächst eine Zusammenarbeit mit Russland ab, nun will die „Freie Syrische Armee“ aber doch mit Russland in Kairo Gespräche zur Lösung der Syrien-Frage führen. Dies teilte einer ihrer Führer der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti mit. Die „Freie Syrische Armee“ setzt sich überwiegend aus Deserteuren der regierungstreuen Syrischen Arabischen Armee zusammen. Die syrische Armee hat inzwischen zwei Führer der oppositionellen Gruppe „Al-Nusra“-Front getötet, wie RIA Novosti mitteilte. Keine gute Nachricht für die USA.

Der Westen – vor allem die USA – unterstützt seit etwa 2011 oppositionelle Kräfte in Syrien. Hintergrund sind die Umbrüche während des arabischen Frühlings, die bisher den syrischen Präsidenten nicht entmachten konnten. Laut dem WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange wollen die Westmächte den syrischen Präsidenten seit 2006 stürzen. Hierbei beruft er sich auf Original-Depeschen von US-Botschaften im Nahen-Osten, die er unter anderem in seinem Buch „The WikiLeaks Files“ analysierte.

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Ein Kommentar

  1. die opposition – sprich: sämtliche oppositionsbewegungen – lehnten „vorerst“ ab.
    womit bewiesen wäre, was zu beweise war – trotz Assads einverständnis und der sich daraus ergebenden anerkennung rechtmässiger opposition gibt es eine solche in syrien nicht.

    muss ick dir loben für – datt haste jut jemacht, Lavrov!

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