Jemen: Saudis bombardieren Hochzeit – 131 Zivilisten tot

Die von den USA gestützte und von den Saudis geführte Koalition tötete am 28. September bei einem Luftangriff auf eine Hochzeit 131 Zivilisten. Darunter 80 Frauen. Riad bezeichnete dies als "Unfall".

Von Marco Maier

131 Tote, darunter 80 Frauen, das ist die Bilanz eines Luftangriffs auf eine jemenitische Hochzeitsgesellschaft. Während das Saudi-Regime beteuert, dass dies ein Unfall gewesen sei und man glaubte, Rebellen anvisiert zu haben, sagte ein Vertreter der humanitären Organisation "Ärzte ohne Grenzen", dass dort weit und breit keine militärische Präsenz vorhanden gewesen sei.

Damit ist dies der – in Sachen ziviler Opfer – der tödlichste Tag in dem Krieg, der seit dem 26. März im Jemen tobt. Bislang starben offiziellen Angaben zufolge 2.355 Zivilisten infolge von Kampfhandlungen, weitere 4.862 Menschen wurden dabei verletzt. Laut UN-Angaben ist die von den Saudis angeführte Koalition, welche den Kampf gegen die schiitischen Houthi-Rebellen anführt, für zwei Drittel aller zivilen Todesopfer und zerstörter ziviler Infrastruktur im ärmsten Land auf der arabischen Halbinsel verantwortlich.

Waffenlieferungen der USA und Deutschlands machen diesen erbarmungslosen Krieg der Saudis erst möglich, die "ihren" Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi – auch mit Hilfe der weltweit verpönten und zunehmend geächteten Clusterbomben – zurück an die Macht bringen wollen. Dabei schrecken sie auch nicht vor Kriegsverbrechen zurück. Menschenrechtsgruppen werfen der Koalition vor, massiv an Kriegsverbrechen beteiligt zu sein. Zwar würden auch die Houthi solche verüben, jedoch in deutlich geringerem Ausmaß.

Indessen beklagen die Hilfsorganisationen, dass 80 Prozent der Jemeniten auf humanitäre Hilfslieferungen angewiesen seien, da die Saudis das Land quasi unter Quarantäne stellten und sämtliche Handelswege blockieren. Damit sorgen sie für weitere Tote in der jemenitischen Zivilbevölkerung, die auch früher schon unter den armseligen wirtschaftlichen Bedingungen des Landes litt.

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5 Kommentare

  1. Das Abschlachten der Jemeniten seitens der Saudis mit Hilfe des Westens, aber auch seitens Katar und Israel – insbesondere aber auch dank Waffen, Geld und trainierten Söldnerheeren von Deutschland, Frankreich und den USA – zeigt einmal mehr, wie brutal, skrupellos und verlogen die westlichen Regierungen sind – auch diejenigen, die sich einfach still dazu halten. Und die schweigenden Kirchenvertreter sollten sich schon gar nicht mehr blicken lassen bei solch entsetzlicher Unmenschlichkeit. Die politischen und religiösen Schlächter wüten erbarmungslos und metzeln alles, was ihnen im Wege steht, einfach ab.

    Es sei hier nur an die gerade vergangenen Reden des US-Oberst, des ekelerregendsten Kotzbrockens aller Zeiten, bei der UNO erinnert, wie demokratisch und rechtschaffen doch die USA seien und immer bestrebt seien für eine gerechte Weltordnung zu sorgen, in der sich die Menschen an gerechten demokratischen Spielregeln erfreuen könnten. Dass in seinem eigenen „super-demokratischen“ Land inzwischen rund 50 Mio. Menschen – Tendenz steigend – in Suppenküchen sich gerade noch so am Leben halten und in der Armut versinken, davon erwähnt das unverfrorene Lügenmaul nichts. Und hintenherum lässt er Länder wie die Ukraine, Syrien, Irak und jetzt auch noch den Jemen einfach gnadenlos zerbomben.

    Journalist Henry Paul sagt es wohl am zutreffendsten: „Obama lügt in einer derart frechen Art, dreht alle Fakten auf den Kopf, dass es erstaunlich ist, dass kein Staatsmann aufsteht und diese (UNO-Versammlung verlässt.“

    Obama startet vor den UN zweite große Lügenkampagne
    http://www.contra-magazin.com/2015/09/obama-startet-vor-den-un-zweite-grosse-luegenkampagne/

  2. Terroristen sind eben Terroristen, nur die UNO und die Westpropaganda unterscheidet zwischen Gegnern und Freunden und Regierungen „befreundeter“ Staaten als Stellvertreter werden bei Terror noch unterstützt, da schläft das Kriegsverbrechertribunal. Die werden nur tätig, wenn jemand diesen Kampf verliert, die Staatsterroristen und ihre Waffenlifernaten gehen straffrei aus.

  3. Der eine kriegt Charisma, den anderen beißt das Kama.
    Tit for tat, sagt der Ami.

    Vor der Fussball WM wurden die Straßen mit dem Flammenwerfer in der Hand von den Hunden gereinigt. Und vor einem Jahr begann dann die Ukraine selbst zu brennen.
    Seitdem brennt sie lichterloh.

    Manchmal dauert es etwas. Aber dass der Gott ungerecht wäre, kann man nicht sagen.

    Waffenlieferungen der USA und Deutschlands [..]

    Deutschland hat seine Rechnung bereits präsentiert bekommen.
    Nur den Knall der explodierten Bombe hat noch keiner gehört.
    Aber auch wir Michel werden es schon merken, nur Geduld
    „Wer nicht hören mag, will fühlen“

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