Kein Tag für eine Feier, kein Tag zum trauern, obwohl sicherlich der eine oder andere die eine oder andere Variante zelebrieren wird. Man kann schließlich davon ausgehen, dass die Mauer fallen musste, um den Weg für ein vereinigtes Europa im Zeichen des Kapitalismus zu ebnen. Alles Verschwörungstheorie? Aber gerne doch.

Von Marcel Grasnick

Bis auf wenige Ausnahmen gleichen die heutigen Zeiten denen von anno dazumal. Es gibt die Propaganda, es gibt die Überwachung, es gibt die Zensur. Nur unter dem Deckmantel der Freiheit. Unter dem Deckmantel der Demokratie. Wir haben die Freiheit zu bleiben oder zu verschwinden, das hat sich wohl geändert. Wir haben die Freiheit, uns als Sklaven halten zu lassen oder eben auch nicht. Und dass der propagierte Kommunismus – der nur auf dem Papier existiert hat – dem Kapitalismus gewichen ist, der nun in seiner vollen Pracht und Herrlichkeit mit allen dunklen Abgründen von den Menschen Besitz ergriffen hat.

Zum Überleben gab es in jenen Zeiten der stabilen Mauer – "drüben" genannt – die Prämisse sich gegenseitig zu helfen. Was es nicht frei zu kaufen gab, hatte jemand anderes. Es gab den offiziellen Konsum mit wenig Waren – und es gab den inoffiziellen Konsum, mit dem man sich behelfen konnte. Doch es gab immerhin auch ein Miteinander, ein Geben und Nehmen. Das fehlt zur Zeit, doch ich prognostiziere, es wird wieder kommen. Vor 25 Jahren wurde die Wiedervereinigung zelebriert, die doch nichts anderes war als ein Schritt zu einem vereinten Europa. Es kann kein vereinigtes Europa geben mit einem eisernen Vorhang, der nicht mehr war als eine alternde, zerbröckelnde Mauer. Die Mauer wurde abgerissen, doch 50 Jahre Erziehung durch Medien, Politik und auch Lehramt haben diese in den Köpfen manifestiert.

Was hat es uns gebracht? Es gibt Stimmen, die sagen, ach, wäre sie nur nie gefallen, dann wären wir von diesem Duo an der Staatsspitze verschont geblieben. Und man ist zur Zeit durchaus geneigt, diese Stimmen Gehör zu schenken. Mehr noch, mit zu rufen. Denn alle guten Dinge der beiden Systeme, Kommunismus und Kapitalismus, in einen Topf geworfen, werden nun wieder abgefischt und zurück bleibt – das Pure des Kapitalismus. Es gab durchaus positive Dinge, jenseits der Mauer. Dinge, die es teilweise in anderen Ländern noch gibt. Doch die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen. Es bringt nichts, der Vergangenheit nachzutrauern, das gilt für beide Seiten. Es bringt nur etwas, wenn wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen um daraus eine Zukunft aufbauen, auch wenn diese zur Zeit wahrlich nicht gerade rosig aussieht, sogar recht düster.

Die Mauer ist sicherlich nicht gefallen, weil das Volk es wollte. Die Wiedervereinigung in ihrer Geschwindigkeit war ebenfalls nichts, was das Volk wollte, hüben wie drüben. Die Wiedervereinigung war keine Wiedervereinigung, sondern ein Aufkauf der Reste eines längst gescheiterten Systems, das nur ein Modellversuch war. Die Idee des Kommunismus mag an sich gar nicht so schlecht gewesen sein, nur die Ausführung durch korrupte und (macht-)gierige Vollstrecker war eben zum Scheitern verurteilt. Menschen ein System aufzwingen zu wollen kann nicht funktionieren. Das werden unsere heutigen Politiker auch noch lernen müssen. Wir Menschen wollen einfach nur die Möglichkeit haben, uns frei entscheiden zu können. Diese Freiheit war einmal extrem eingeschränkt und das herrschende System ist wieder auf dem besten Weg dahin, diese Freiheit der Entscheidungen uns wieder zu nehmen. Und sie hat sie uns schon in einigen Dingen genommen.

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Deutschland ist nun wiedervereinigt, der eiserne Vorhang ist gefallen und damit der Weg frei, Europa zu vereinigen. An sich ein hehres Ziel – doch bitte nicht zum Preis von Zwangsmaßnahmen. Dass so etwas auf Dauer nicht funktionieren kann, hat Jugoslawien schon gezeigt. Ein Staat, einst unter der kommunistischen Knute aus verschiedenen Völkern zusammengepresst. Ob es nun die kommunistische Knute ist oder der kapitalistische Strick – das bleibt sich gleich. Der Freiheitsdrang wird immer bleiben. Auch nach 50 Jahren, auch nach 100 Jahren. Und wenn die Völker Europas zu einem Staat zusammengepresst werden, dann wird irgendwann wieder dieser Fall eintreten, dass das System zerfällt. Und genau diesen Punkt will die Politik einfach nicht erkennen.

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16 thoughts on “Gedanken zum „Tag der Deutschen Einheit“”

  1. Demokratie resultierte aus dem Protest der menschlichen Seele gegen die vereinte Tyrannei

    von Alleinherrschern mit Priesterschaft und Adel,

    der Sozalismus aus dem Protest der menschlichen Seele gegen die Tyrannei einer kapitalistischen Demokratie;

    im Anarchismus aber protestiert wohl die menschliche Seele gegen die Tyrannei des buerokratischen Sozialismus.

    Das ist das Bild,das der europaeische Fortschritt bietet- ein stuermischer und ungeduldiger

    Marsch von Illusion zu Illusion und von Fehlschlag zu Fehlschlag

    Sri Aurobindo/1872-1959

    ;

  2. ………….GAUCK…….alias „IM LARVE“….versteckter….STASI_CODE…LITGAM%!CXXX7….. VERPISSE DICH…!!!!!!!!!!

    ……………………..HEUCHLER …..wie DICH….HABEN WIR …LEIDER IMMER NOCH…..ZU VIELE

    zwischen den ….KLUGEN KOEPFEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    ES ist mehr als ein SKANDAL….dass DU UEBERHAUPT…NOCH ALS EHEMALIGER….STASI-AGENT

    DICH AUF ….die STRASSEN …..trauen darfst!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Der Under Cover-Agent Mushroom

    1. da!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!s !!!!!!!!!
      eh!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!e !!!!!!!!!!!!
      ic!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!h ge!!!!!!!!!!!!!nau !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      so !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!1111

      !!!!!!!!!!!!!!!!!!.

  3. MAN KANN VON IHNEN LERNEN – AUFWACHEN DEUTSCHES VOLK!

    ,,Die Mischehen sind ein nationaler und persönlicher Selbstmord. Es ist das sicherste Mittel, ein Volk zu vernichten, es außerhalb seines Glaubens heiraten zu lassen. Jungen und Mädchen verlieren dadurch mit Sicherheit ihre Identität. Die Werte und Prinzipien, welche soviel zur gegenwärtigen Kultur und Zivilisation beigetragen haben, werden von der Oberfläche der Erde verschwinden. Die im Laufe von dreitausend Jahren gesammelte Erfahrung, das reiche Erbe eines Volkes, alles das, was unwiderruflich euch gehört, wird schändlich vernichtet. Wie schade! Was für ein Unglück! Was für eine Schande! Begreift ihr, was ihr wegwerft?”

    Quelle: Nationalkomitee zur Förderung der jüdischen Erziehung in einer ganzseitigen Anzeige in der “New York Times”

    1. Interessant, Danke @camillotorres,

      wie könnte man diese Botschaft, möglichst zweisprachig unter die Leute bringen?

      Bin weder bei facebook, xing oder anderen netzen Mitglied.

      Betreibe aber eine Webseite und würde das gern veröffentlichen.

      1. Benutze Blogs, such dir welche, die dir gefallen und lerne die Wirkungkraft und die Nachhaltigkeit des Sozialen-Netzwerken per Hand kennen.

      1. phonnez-derrez-laje-jagne wird auch nur eine änderung der geschwindigkeit aber nicht in geringster weise die der richtung bewirken können / dürfen / wollen. es sei denn, es geschieht ein wunder und die wahlen der franzosen – immerhin eine nation, die den drang nach freiheit in ihrem genmaterial trägt – werden nicht getürkt und die front national / Madame Le Pen werden als die sieger aus dem rennen hervorgehen. 

  4. keine kritik, nur meine subjektive meinung: 

    zurückgeführt auf die politkurspräferenzen der politiker des damaligen beograds und im hinblick darauf die reibungen mit den kosovaren ausgeklammert, ist jugoslawien m.E. ein nicht so ganz glückliches beispiel. der auf diese (dennoch "legitime") weise erläuterte gedanke kommt aber in jedem fall rüber.  

  5. Kleine Anmerkung eines gelernten DDR-Bürgers, der zwar kein Anhänger des Systems war, allerdings auch kein richtiger Gegner, obwohl ich früher auch in den Westen wollte…
    Es gab noch keinen Kommunismus und auch noch keinen richtigen Sozialismus. Letzterer befand sich noch im Aufbau, wie man uns damals sagte. Nach der Wende hätte die Chance zu einem echten Neuanfang bestanden. Möglicherweise wäre es schwieriger gewesen, aber es hätte meiner Meinung nach die Chance bestanden, das man den Westen tatsächlich überholt hätte. Natürlich nur mit Reformen, aber möglich wäre es gewesen. Das viele Menschen trotzdem rüber wollten, wäre da kein Problem gewesen, im Gegenteil. Die BRD hätte Millionen Arbeitslose gehabt, im Gegensatz zur DDR, da wären die Reformen mittels wirtschaftlicher Rationalisierung für die DDR leichter gewesen. Natürlich hätte man die Bürger auch offen und ehrlich über den angestrebten Weg informieren müssen. Wer das nicht mitmachen wollte, hätte ja gehen können. Ich bin der Meinung, das nach 25 Jahren die DDR wirtschaftlich und sozialer besser da gestanden hätte, als jetzt Gesamtdeutschland.

    Auch politisch wäre z.B. eine Art neutrale DDR sinnvoller gewesen.

  6. Herr Marcel Grasnick, nur ein kleiner Hinweis!
    Wir (BRD) sind tatsächlich ausschließlich mit der DDR wiedervereinigt. Der gesamte Rest Deutschlands fehlt bis heute.
    Hinzu kommt, dass die damalige DDR der BRD erst „beigetreten“ ist, als sie bereits aufgelöst war. Dies geschah übrigens auch nicht am 3. Oktober, sondern wesentlich früher!

    1. Den Hinweis habe ich wohl zur Kenntis genommen udn bin mir sehr wohl daüber bewußt, dass da noch einiges fehlt. Meine Familie kommt aus einem der Gebiete, die zu einer tatsächlichen Wiedervereinigung noch fehlen, von daher nichts neues. Aber anzunehmen, dass diese tatsächlich "wiederverinigt" würden, wäre eine Utopie wie das "beamen". Ich gehe erst einmal davon aus, was tatsächlich möglich war und ist.

      Im übrigens habe ich alleine mit und in einem Satz die Wiedervereinigung ad absurdum geführt:

      "Die Wiedervereinigung war keine Wiedervereinigung, sondern ein Aufkauf der Reste eines längst gescheiterten Systems, das nur ein Modellversuch war."

  7. „Am 3.Oktober 1990 war durch den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes formal aus zwei deutschen Staaten einer geworden.“
    (O-Ton Jens Riewa, Tagesschau 03.10.2015 17:05)

    Würde mich mal interressieren, wer dem solche Texte vorsetzt.

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