Nach einer ersten Einschätzung der EZB haben die Banken im Euroraum nach wie vor zu viele faule Kredite in ihren Bilanzen. Die Überprüfung aller Institute soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Dafür will die EZB noch mehr Geld in die Finanzmärkte pumpen.

Von Marco Maier

Den Banken im Euroraum machen die faulen Kredite in den Bilanzen nach wie vor sehr zu schaffen. Auch das aktuelle Niedrigzinsumfeld trage dazu bei, dass die Banken vor "großen Herausforderungen" stehen würden, so die oberste EZB-Bankenaufseherin Daniele Nouy am Montag vor einem Ausschuss des Europaparlaments in Brüssel. "Banken müssen nach wie vor mit einem Niedrigzinsumfeld zurechtkommen und einer ungleichmäßigen wirtschaftlichen Erholung."

Die intensive Prüfung der Banken (SREP) soll ihren Angaben zufolge bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Kapitalanforderungen für die Großbanken für 2016 würden etwas höher ausfallen als im vergangenen Jahr. Zudem müsse die Auswahl der Banken für den 2016 geplanten EU-Weiten Bankenstresstest von der Aufsichtsbehörde EBA in London genehmigt werden.

Indessen ließ die EZB durchblicken, dass das milliardenschwere Aufkaufprogramm für Staatsanleihen wohl weiter ausgeweitet werden soll. Damit wird noch mehr Geld in den Finanzsektor fließen, während die Realwirtschaft nach wie vor nicht von der Geldschwemme profitiert. Ganz nach dem Motto: Wenn sehr viel Geld schon nicht hilft, dann kann noch mehr Geld nicht schaden.

4 COMMENTS

  1. Der große Knall!
    ———————
    Allein schon die seit der Finanzkrise 2008 in den bad banks angehäuften Schulden
    dürften ausreichen um die Billionenblase platzen zu lassen, denn diese Schulden
    bestehen nach wie vor. Dazu kommen nun die mit dem Schneeballsystem der EZB
    geschaffenen Fiatmilliarden Euros die hauptsächlich in den Spekulationsbereich
    fließen und nur noch den Rückhalt durch die von der Bankenlobby durchge-
    setze ‚Systemrelevanz‘ haben, die durch die ‚Bankenunion‘ mit der rückzah-
    lungsfreien, präventiven Rekapitalisierung des Finanzsektors durch die
    Steuerzahler gestütz werden. Betrachtet man jedoch den Niedergang
    der Automobilindustrie mit dem VW Skandal und die geschäftlichen Ein-
    bußen durch die unüberlegte Sanktionen gegen Rußland, so dürfte auch
    diese Quelle der Steuerzahler endlich sein, womit sich bewahrheiten wird,
    daß der Verarmte keine Freunde hat und es sehr schmerzhaft sein wird
    von seinen ‚EU‘ Freunden fallen gelassen zu werden.
    Kredite zum Nulltarif dürften deshalb von einer bankrotten ‚EU‘, wie von
    der EZB praktiziert, aufgrund von wirtschaftlichen Überlegungen als
    noch alleiniger übriggebliebener Kreditgeber Rußland, nicht zu erwarten
    sein, wenn der IWF das finale Kreuz über diese ‚EU‘ gemacht hat.

  2. Was ist den das für eine alte Kamelle? Diese Erkenntnis ist schon lange bei wirtschaftsinteressierten Lesern bekannt. Und zwar haben nicht nur die europäischen Grossbanken unerträglich viele faule Kredite, die im übrigen ständig wachsen, dies im Gegensatz zur übrigen Wirtschaft, sondern auch die grossen US-Banken und andere globale Grossbanken.

    Die einzig zentrale Frage, die sich bei diesem nach allen erdenklichen Falschheiten lavierenden Finanz-Betrugssystem aufdrängt, ist doch diejenige, wie sich so eine systemrelevante verlogene westliche, seit Jahren laufende Finanz-Orgie eigentlich aufrecht erhalten kann. Diesen Betrug sollte die Redaktion mal etwas deutlicher darstellen.

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