Ministerin Campello bei der Vorstellung der "Bolsa Familia"-App Bild: José Cruz/ Agência Brasil CC BY-SA 2.0

Seit nunmehr 12 Jahren gibt es in Brasilien das Sozialprogramm "Bolsa Familia". 36 Millionen Brasilianer konnten seitdem aus der extremen Armut befreit werden – 48 Millionen befinden sich derzeit in dem Programm. Eine Machtübernahme der rechten/konservativen Opposition könnte dies ändern.

Von Marco Maier

Rund ein Viertel aller Brasilianer profitiert derzeit vom Sozialhilfeprogramm "Bolsa Familia", welches die schlimmste Armut im Land bekämpft. Es stellt quasi eine Form des "bedingungslosen Grundeinkommens" dar, welches die ärmsten Brasilianer vor Hunger bewahren soll. Auch wenn der Betrag mit derzeit durchschnittlich 163,57 Reais (ca. 38 Euro) recht niedrig erscheint, ermöglicht es doch ein Leben über der von den Vereinten Nationen definierten Armutsgrenze.

Insgesamt kostet die "Bolsa Familia" den Staat lediglich 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung und trägt dennoch dazu bei, dass die Armutskriminalität zurückgeht. Denn eine der Bedingungen für die Einschreibung in das Programm ist, dass die Kinder eine Schule besuchen, geimpft und vom öffentlichen Gesundheitssystem behandelt werden. Vor allem der Druck zum Schulbesuch trägt dazu bei, dass die Quote der Schulabbrecher und der Fehlstunden massiv zurückging. Denn vor allem Bildung ist ein wesentlicher Grundpfeiler dafür, dass die Kinder aus diesen Familien beruflich Fuß fassen und der Armut entfliehen können.

Insbesondere konservative und rechte Parteien/Gruppen kritisieren das Sozialprogramm als zu teuer und ineffektiv. Dabei dürften nicht wenige von ihnen Menschen kennen, die aufgrund dieser staatlichen Hilfestellung den Weg in die neue Mittelschicht gefunden haben. Dennoch ist die Fortsetzung des Programms für dieses Jahr auf jeden Fall gesichert und für nächstes Jahr im nationalen Budget fest vorgesehen. Sollte es jedoch angesichts der wirtschaftlichen Probleme und den Korruptionsskandalen zu einem politischen Umsturz zugunsten der konservativen/rechten Opposition geben, ist auch dieses Hilfsprogramm, welches 2003 von Präsident Lula gestartet wurde, wohl Vergangenheit.

7 KOMMENTARE

  1. "… könnte das ändern." Wieso könnte? Das ist sicher wie das Amen in der Kirche. Genauso sicher wie das Ende von Frau Präsident. 9% Zustimmung sind zu wenig. Ganz offensichtlich sind die Gegner stärker.

    • Die  Bolsa família  wurde damals  von der  Oposition Partei initiert unter den name  Bolsa  Escola.   Die Idee  also  wird weiter  geführt  auch von der Oposition  fals  sie  die nächste  wahl  gewinnt.

  2. Die Regierung sollte lieber das Angeln bei den Armen beibringen statt das fertige Essen auf dem Tisch. So wie die Sache ist arbeit kaum Jemand da die Subventionen monatlich automatisch gegeben werden ohne zu arbeiten.

    • Nicht realisierbar, in kurzer zeit gaebe es keine fische mehr …… es koennen nicht alle general direktoren sein!y

  3. Bom dia senhores e senhoras mais esse bolsa familia e so pra quem tem sorte ou pra quem precisa no estado do piaui tem familia passando nescecidade e nao tem essa ajuda alguem pode mim explicar como funciona isso

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