Schwellenländer: Der Dollar als monetäre Massenvernichtungswaffe

Ganze 3 Billionen Dollar an Krediten und Anleihen haben Unternehmen in den Schwellenländern noch offen. Der teurere Dollar und die anstehende Zinserhöhung der Fed könnten neue Wirtschaftskrisen auslösen. Das ganze globale Währungs- und Finanzsystem ist zu einer enormen Bedrohung geworden.

Von Marco Maier

Die Etablierung des US-Dollars als Weltleitwährung sorgt nicht nur dafür, dass sich die USA mittels der Druckerpresse im Ausland verschulden können. Insbesondere für die US-Notenbank entsteht dadurch ein immenses Problem. Denn die Fed ist eigentlich nur dazu angehalten, die US-Binnenkonjunktur im Auge zu behalten. Die Dollarschwemme hat jedoch dafür gesorgt, dass sie nun auch Volkswirtschaften vieler anderer Länder berücksichtigen muss, weil ihre Geld- und Zinspolitik auch entsprechende Auswirkungen dort verursacht.

Als anschauliches Beispiel dafür gelten die Unternehmen in den Schwellenländern, die sich größtenteils in US-Dollar verschuldeten, weil der Dollar-Kreditmarkt deutlich umfangreicher – und meistens auch billiger – ist als die meisten Kreditmärkte in den eigenen Ländern. Dementsprechend haben sich diese Firmen auch mit Dollar-Krediten und -Anleihen eingedeckt. Insgesamt, so die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), hat sich das Kreditvolumen in US-Dollar in den Schwellenländern seit dem Jahr 2009 auf über 3 Billionen Dollar verdoppelt. Weltweit beläuft sich das von Ausländern gehaltene Kredit- und Anleihevolumen in US-Dollar gar auf knapp 5,3 Billionen Dollar.

Für die Unternehmen die sich in Dollar verschuldet haben, wird es nun langsam eng. Einerseits zehrt die momentane Dollar-Stärke an den ohnehin meist nur schwachen Reserven, dann sind die Rohstoffpreise durchwegs im Keller, so dass auch die Dollar-Einnahmen kaum mehr sprudeln. Hebt die Fed nun auch noch den Leitzins an, wird auch die Refinanzierung schwieriger, da dann die Investoren und Anleger ihr Geld eher wieder in die USA übertragen, zumal das Ausfallsrisiko in den Schwellenländern ständig ansteigt.

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Das was bleibt, ist die Dollar-Schuldenfalle, in der unzählige Unternehmen stecken. Angesichts der Abwertung der eigenen Landeswährungen gegenüber dem Dollar können auch die sonstigen Einnahmen kaum mehr für einen Ausgleich sorgen. Somit zeigt es sich wieder einmal, dass das ganze frei konvertible Währungssystem und die manipulierten Devisenmärkte im Prinzip nichts weiter als monetäre Massenvernichtungswaffen sind. Insbesondere die Rolle des globalisierten US-Dollars gilt es hier zu hinterfragen.

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Ein Kommentar

  1. Mitgehangen, mitgefangen…Das Schlimme bei der Sache, die Leute (Menschheit), glaubt auch noch diesem Schuldgeld-Monopoly-Erfinder-Schwachsinn. Bei den Ponzi + Schneeball + Aktien + Derivate-Haltern macht es bald boom-boom. Der Dollar (Rothschild) ist zum Abschuss freigegeben worden, denn
    BRICS ist nur der Anfang, das Genick des Obersatanisten „Dollar“ zu brechen.
    Die Freimaurer-Währung Dollar ist ein Witz. Russland lacht über den Westen.
    Russland hat so viel Rohstoffe, damit können sie den ganzen Orbit zukacken…

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