Mosambik im Bürgerkrieg – Anschlag auf Oppositionsführer False-Flag der USA?

Am 13. September 2015 wurde die Wagenkolonne des Führers der oppositionellen RENAMO angegriffen. Afonso Dhlakama beschuldigt die Regierung der “kommunistischen“ FRELIMO hinter dem Anschlag auf sein Leben zu stecken. Doch seitens der von China, Russland und anderen BRICS-Staaten unterstützten Regierung wird eine „False Flag“ Aktion der USA-gestützten RENAMO vermutet.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Der Frieden in der südostafrikanischen Ex-Kolonie Portugals stand von Beginn an auf wackeligen Beinen. Die Jahre des Krieges, die auf die gemeinsam von RENAMO und FRELIMO mit viel Blut errungene Unabhängigkeit 1975 folgten, haben tiefe Narben hinterlassen. Wie in Angola und in Guinea-Bissau folgte auf die Staatsgründung durch die von Portugals Revolutionskomitee unterstützte linke Regierungspartei FRELIMO ein Bürgerkrieg mit der rechtsgerichteten RENAMO. Ein Stellvertreterkrieg, wie so viele in den Jahren des Kalten Krieges, wo sich die von den USA einerseits und der UdSSR andererseits unterstützten Fraktionen einen gnadenlosen Kampf lieferten. Auch die Interessen anderer Nationen, wie Südafrika oder China spielten eine Rolle in dem von RENAMO und FRELIMO geführten Krieg. Und wessen Interessen sollen jetzt, wenn nötig auch mit Waffengewalt, vertreten werden?

Jedenfalls nicht die bescheidenen Wünsche der einfachen Menschen, die nur eine Arbeit wollen, mit der sie sich und ihre Familie ernähren können. Sie wünschen sich nach Jahrzehnten der Kriege und eines stets brüchigen Friedensabkommens, einen echten Frieden. Denn seitdem das Friedensabkommen 1992 unter Vermittlung der italienischen Regierung und der katholischen St. Egidio Gesellschaft ausgehandelt und in Rom unterschrieben wurde, kam es immer wieder zu Kampfhandlungen. Mit Hilfe der UNO und Portugals wurden ehemalige RENAMO-Kämpfer in die Armee, Polizei, oder ins Zivilleben integriert. Eine totale Entwaffnung ist aber nie gelungen, zu groß ist das Misstrauen, zu tief sitzt der Hass.

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So erklärt es sich auch, das in den 23 Jahren „Frieden“, immer wieder Kämpfe aufflammen und einen neuen Bürgerkrieg heraufbeschwören. Diesmal schien es wieder so zu sein – mit dem Zusatz, dass es sich um einen persönlichen Angriff auf den exzentrischen Dhlakama handelt. Daher drängt sich die Frage auf, warum die Waffen noch schweigen. Seit die Regierung die Verantwortung für den Anschlag zurückgewiesen hat und im Gegenzug eine False-Flag Aktion, also einen vorgetäuschten Angriff, als mögliches Szenario ins Spiel gebracht hat, haben beide Seiten eine abwartende Position eingenommen. Eine UN-Untersuchung wurde angefordert und wahrscheinlich wird diese, wie so oft, keine Resultate zu Tage fördern.

Mir scheint also, als hätten sich die USA und China eingemischt und die jeweiligen Vertreter ihrer Interessen zurückgepfiffen. In letzter Zeit machen beide Supermächte gute Geschäfte in dem südostafrikanischem Land und ein Krieg wäre da nur hinderlich. Bleibt zu hoffen, dass es dabei bleibt. Nicht die Ausbeutung des Landes, sondern der Frieden. Mag sein, dass die Menschen dort irgendwann merken wer sie ausplündert und dass sie sich von dieser Plage befreien können. Doch bis dahin sollten sie sich wenigstens nicht für die Interessen, die nicht die ihren sind, gegenseitig umbringen. Jetzt, wo die UNO bekannt gab, dass das Land wieder frei von Minen ist, braucht man bestimmt keine neuen Minenfelder und Sprengfallen. Die Mosambikaner brauchen Brot und keine Waffen.

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