Kranke Finanzwelt: Die Blasen an den Börsen werden platzen

Ein Vergleich zwischen realem Wirtschaftswachstum und den Börsenkursen zeigt, dass hier einiges im Argen liegt. Auf Dauer kann das System nämlich nicht funktionieren, da die Finanzmärkte die Realwirtschaft aushungern.

Von Marco Maier

In den letzten 5 Jahren ist der deutsche Aktienindex DAX um 50 Prozent gewachsen – die deutsche Wirtschaft hingegen um gerade einmal 16 Prozent. Die US-Wirtschaft verzeichnete im selben Zeitraum ein offizielles BIP-Wachstum von rund 21 Prozent, der Dow Jones wie sein deutsches Pendant ebenfalls ein Plus von 50 Prozent. Der NASDAQ Composite Index konnte seinen (Papier-)Wert in diesem Zeitraum sogar verdoppeln.

Zu glauben, dass die dort an diesen Börsen gehandelten Unternehmen tatsächlich auch entsprechende Umsatz- und Gewinnsteigerungen hätten, die einen solchen Kursanstieg rechtfertigen würden, ist naiv. Vielmehr ist dies ein Ausdruck der Geldschwemme, die zu einer Inflation an den Kapitalmärkten führte, welche jedoch noch massive Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben wird.

Denn wenn die Aktienkurse steigen, erwarten die Anleger auch entsprechend hohe Renditen in Form von Dividenden. Das heißt: Die Unternehmen müssen deutlich höhere Gewinne einfahren, um die Erwartungen der Aktionäre erfüllen zu können. Die Folge davon sind oftmals Sparmaßnahmen, die sich dämpfend auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Damit wird eine realwirtschaftliche Bremse gezogen, was den Spardruck der Unternehmen weiter erhöht. Denn auch wenn die großen börsennotierten Unternehmen nur einen Teil der Gesamtwirtschaft ausmachen, so stellen sie einen nicht unerheblichen Teil derselben dar.

Um diese Finanzmaschinerie am Laufen zu halten, werden die Zentralbanken weiterhin dazu gezwungen sein, Unmengen an Liquidität in die Märkte zu pumpen. Eine Anhebung der Zinsen kann man sich kaum leisten, da das System aus virtuellem Geld und der explosionsartigen Verschuldung der Welt nur noch deshalb funktioniert, weil die Zinsen im Keller sind. Eine Zinserhöhung würde die ohnehin schon gebeutelte Realwirtschaft und die Bevölkerung vor massive Zahlungsprobleme stellen.

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Immerhin drückt die Realwirtschaft schon jetzt Unsummen für die Renditen der Kapitaleigner ab, die dieses Geld jedoch nicht in der – schwachen – Realwirtschaft anlegen, sondern vorwiegend auf den Kapitalmärkten – um noch mehr Rendite zu erwirtschaften. Geld, welches nicht mehr in der Realwirtschaft zirkuliert, kann jedoch keine Beschäftigung und kein Wachstum schaffen. Das System hungert sich also faktisch selbst aus.

Unter diesen Rahmenbedingungen wird klar, weshalb das Finanzsystem immer mehr Risse aufweist, die kaum mehr zu kitten sind. Wie lange die Börsen dies noch mitmachen, weiß niemand. Doch klar ist, dass auch die Anleger und Spekulanten früher oder später auf den Boden der Realität zurückgeholt werden. Auf die Vernichtung gewaltiger virtueller Finanzvermögen wird dann jedoch auch eine veritable Wirtschaftskrise folgen, wie sie die Welt wohl schon seit langem nicht mehr gesehen hat.

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9 Kommentare

  1. “Auf die Vernichtung gewaltiger virtueller Finanzvermögen wird dann jedoch auch eine veritable Wirtschaftskrise folgen, wie sie die Welt wohl schon seit langem nicht mehr gesehen hat.”

    Noch NIE gesehen hat! Noch NIE! Es existiert 10 mal mehr Geld auf der Welt, als Waren vorhanden sind. Kommt dieses Geld in den Wirtschaftskreislauf (und das wird es zwangsläufig aufgrund menschlicher Schwächen) gibt es einen unhörbaren Knall – verursacht von einem schwarzen Loch… Waren die Folgen von einst (schwarzer Freitag, der eigentlich ein Donnerstag war) schon katastrophal, werden durch die globalen Strukturen Mechanismen greifen, für die ein passendes Wort erst noch erfunden werden muss.

    MfG

    1. Also Wanderer, es wird mir unheimlich mit Ihren Texten.

      ich lese

      “Es existiert 10 mal mehr Geld auf der Welt, als Waren vorhanden sind. Kommt dieses Geld in den Wirtschaftskreislauf (und das wird es zwangsläufig aufgrund menschlicher Schwächen) gibt es einen unhörbaren Knall”

      und denke so vor mich hin:

      “Jetzt müsste man genau noch schreiben, dass das ganze Geld der Erde, wenn es sich auf engstem Raum berührt, zu einem Schwarzen Loch wird, das die Welt in sich hineinsaugt”

      und lese weiter, und WAS kommt?

      “verursacht von einem schwarzen Loch… “

      es ist mir echt unheimlich 🙁 Sie strahlen irgendwas aus (das war ja jetzt schon das 3. mal)

  2. Die Blasen werden dann platzen, wenn die Rothschilds von unseren Satanisten den Befehl bekommen, das Schauspiel zu beenden. Sie könnten das Theater noch lange weiter spielen, Geld ist nur eine Glaubensgemeinschaft. So lange wie wir glauben, dass wir mit dem Papier was kaufen können ist Ruhe, nur wenn die Satanisten sagen, dein Geld ist nichts mehr wert, dann haben wir Chaos. 

    Erst Völkervermischung  (Teile und Herrsche) – dann Finanzblase platzen lassen – dann sind alle Zombies mit dem Überlebenskampf beschäftigt und haben anderes im Visier, als unsere Politverbrecher, die uns erst alles durch die gezielte Bankenkrise eingebrockt haben.

    Dieses kommende Chaos ist schon vielen bekannt. Wir könnten noch lange darüber lamentieren, aber dieses Wissen hilft uns allen nicht weiter. Es ist, als ob wir über Krebs referieren und täglich das Leiden der Krankheit besprechen. Was soll das bringen? Es bringt nur etwas, wenn es Berichte gibt, wie man die Krankheit bekämpfen kann.

    Dazu sollten sich die Redakteure des Contra-Magazins mal zusammen setzen und Vorschläge machen. Das wird Zeit, weil es sicher schon nach 12 ist.

    Mich betrifft es nicht, aber ich denke an die Germanen, die bald in diesem kommenden Theater in der ersten Reihe sitzen.

     

     

     

  3. heujeujeujeu Weltuntergang, Kernschmelze, schwarze Löcher…..

    Hören die Menschen dann plötzlich auf zu Essen, zum Frisör, Zahnarzt, Supermarkt zu gehen? Fährt dann keiner mehr Auto oder kauft sich ne Hose, Schuhe was zum Anziehen. Heizt dann keiner mehr seine Wohnung, trinkt Cafe?
    Natürlich ja. Die Welt wird sich weiter drehen und nach relativ kurzer Zeit wieder völlig normalisieren. Im Gegenteil, danach könnt es durchaus Wirtschaftlich viel besser laufen.
    So ganz ohne exorbitante Vermögen in ganz wenigen Händen, die kaum Konsumieren nur Rendite suchen und extrem vielen Schuldnern die ihren Konsum einschränken weil große Teile ihres Einkommens als Rendite für das Vermögen abgezweigt werden.

      1. geplatzte Finanzblasen, Staatsbankrotte etc. hat es in der Geschichte schon reichlich gegeben und wird es weiter geben.

        Also die kirche im Dorf lassen.

  4. Keine Ahnung, ihr Wissen von Ökonomie und deren Zusammenhänge jedenfalls passt ganz sicher in ne Streichholzschachtel. Zumindest haben Sie ja dann schon mal was um Licht zu machen wenn das “Schwarze Loch” kommt.:-))

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