Iran: Anti-Heuschrecken-Politik nach dem Ende der Sanktionen

Der Iran ist ein großer Markt, in den nach dem Ende der Sanktionen viele ausländische Unternehmen drängen. Doch ohne Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wird es kein Geschäft zu machen geben, wie Präsident Rohani mitteilte.

Von Marco Maier

Die Aufbruchstimmung bei vielen Unternehmen war groß, als das Ende der Sanktionen ab Anfang 2016 gegen den Iran verkündet wurden. Dollarzeichen funkelten in den Augen und das altbekannte Spiel von der Abschöpfung von Gewinnen für die Manager und Aktionäre sollte auch in der islamischen Republik gespielt werden. Doch dem hat die iranische Staatsführung einen Riegel vorgeschoben.

Hassan Rohani betonte, ausländische Investoren seien nur dann willkommen, wenn sie mit einem lokalen Partner zusammenarbeiten, iranische Arbeiter beschäftigten und auch Technologie transferierten. "Wenn ausländische Unternehmen glauben, sie können die Kontrolle über einen Markt mit 80 Millionen Menschen übernehmen, dann sind sie im Irrtum, und wir dürfen es nicht zulassen", so der Präsident bei einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

"Unsere Politik ist: bringen Sie ihre Investitionen und Technologien ins Land und arbeiten sie mit iranischen Partnern zusammen – dann wird ein Teil des iranischen und regionalen Marktes in unserer beider Reichweite sein und es wird Arbeitsplätze für unser jungen Leute geben", erklärte Rohani darin weiter.

Angesichts der vielen Negativbeispiele aus vielen anderen Ländern der Welt, orientiert sich Teheran bei der Öffnung des Marktes lieber am chinesischen Weg. Das altbekannte Spiel der Ausbeutung durch westliche Konzerne wird man hier nicht mitmachen. Immerhin soll auch die iranische Wirtschaft, die unter den seit Jahren bestehenden Sanktionen leidet, davon profitieren. Das geht allerdings nur, wenn man keine "Heuschrecken" ins Land lässt, die nur eine Wüste hinterlassen.

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Bis jetzt hat Teheran noch keine spezifischen Vertragsbestimmungen veröffentlicht, die den ausländischen Investoren auferlegt werden sollen. Ölminister Bijan Zanganeh sagte am Montag, dass ein neues Modell für Verträge auf dem Ölsektor bis September ausgearbeitet werde und bei einer im Dezember geplanten Konferenz in London präsentiert werden solle.

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2 Kommentare

  1. Die durch die Propagandahuren als „alles Terroristen“ diffamierten Islamisten, bringen eine Aussage von der wir alle nur träumen können:
    „Unsere Politik ist: bringen Sie ihre Investitionen und Technologien ins Land und arbeiten sie mit iranischen Partnern zusammen – dann wird ein Teil des iranischen und regionalen Marktes in unserer beider Reichweite sein und es wird Arbeitsplätze für unser jungen Leute geben“, erklärte Rohani darin weiter.

    Das nennt sich eine wirkliche Win-Win Situation aber nicht das Modell so wie es bei uns abläuft. Da ist die Deffinition von Win-Win: „ich hab die Kohle und du die Hände; also machst du den Sklaven und ich den Gewinner“ ……genau DAS nennen die Konzerne bei uns dann „win-win“

    1. genau richtig beschrieben das ist für den Westen win-win SItuation, Ihr arbeitet wir nehmen die Gewinne…

      Ich hoffe der Iran hat auch genug Möglichkeiten standhaft zu bleiben und wird nicht untergraben von Hintermännern und Wirtschaftslobbyisten.

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