Globale Überschuldung: Wir torkeln auf den Systemkollaps zu

Wachsende Schuldenberge weltweit sorgen dafür, dass wir geradewegs in den nächsten Kollaps der Finanzmärkte stolpern. Unser Wirtschafts- und Finanzsystem hat vollkommen versagt.

Von Marco Maier

Noch im Jahr 2000 belief sich die globale Verschuldung auf 87 Billionen Dollar, bei einem Weltsozialprodukt von 45,73 Billionen Dollar – also etwa 190 Prozent der Weltwirtschaftsleistung. Bis zum Jahr 2014 wuchs dieser auf knapp 200 Billionen Dollar an – bei einer Weltwirtschaftsleistung von 77,3 Billionen Dollar, was einem Verschuldungsgrad von mehr als 255 Prozent entspricht. Dies sind die Bruttoverbindlichkeiten von Staaten, Bürgern, Unternehmen und Banken, wie sie das McKinsey Global Institute berechnet hat. Diesen Verbindlichkeiten stehen natürlich auch Finanzguthaben gegenüber, die Dank des Finanzsystems quasi "aus der Luft" generiert werden können.

In Zeiten wachsender Volkswirtschaften mögen diese Schulden an und für sich weniger ein Problem darstellen, da die Bedienung der Zinsen und die Refinanzierung der Schulden normalerweise funktionieren. Doch seit 2008 dümpelt die Weltwirtschaft mehr oder weniger nur noch vor sich hin. Gleichzeitig macht sich trotz der globalen Geldschwemme auch ein Rückgang der Inflationsraten breit, die zuvor zumindest einen partiellen Ausgleich schufen, da das viele Geld eben in die Finanzmärkte und nicht in die Realwirtschaft fließt.

Der Druck der Schuldenlast bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen sorgt – global gesehen – dafür, dass Sparmaßnahmen umgesetzt werden, um diese finanziellen Bürden stemmen zu können, was die Realwirtschaft weiter schwächt, da diese Finanzmittel der Finanzindustrie in den Rachen geworfen werden müssen. Immerhin sollen ja auch fette Renditen erwirtschaftet werden, auch wenn man dafür sämtliche Geschäftsgrundlagen zerstört. Aber so ist es nun einmal, wenn der Herdentrieb auf den globalen Märkten einsetzt – und gerade angesichts der Masse gilt hier ebenso, dass Kleinvieh auch Mist macht.

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Doch nun mit dem schwächeren Wachstum in China und den äußerst schwachen Aussichten für dieses Jahr, wo global ein wirtschaftlicher Rückgang von etwa 3,5 Prozent auf 74,55 Billionen Dollar erwartet wird, verschärft sich die Schuldenkrise erneut. Denn die Schulden werden nicht weniger, da sowohl die Industriestaaten als auch die Rohstoff produzierenden Länder (die unter den niedrigen Rohstoffpreisen leiden) verschulden sich immer weiter. Die globale Verschuldungsquote dürfte somit bis zum Ende dieses Jahres auf über 280 Prozent der Weltwirtschaftsleistung ansteigen – bis zum nächsten Jahr sind gar 300 Prozent möglich.

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Angesichts dieser Entwicklung und der zunehmenden Vernetzung der Finanzmärkte hat sich ein gefährliches Finanzsystem aufgebaut, welches einen globalen Dominoeffekt ermöglicht. Anstatt mehr Sicherheit zu geben, bietet das heutige System lediglich die Basis für einen globalen Systemkollaps an. Die Auffangbemühungen nach der Lehman-Pleite 2008 durch die öffentlichen Haushalte verstärkten diese Entwicklung, so dass ein weiterer Fall wie dieser wohl kaum mehr abgefangen werden kann.

Unser Wirtschafts- und Finanzsystem, welches auf Schuldenbergen und der Erschaffung von Geld aus dem Nichts basiert, steuert geradewegs dem Untergang entgegen. Die Übermacht des US-Dollars und der Fed machen es hierbei nicht leichter. Denn woher sollen die Menschen, Unternehmen und Staaten Geld für Konsum und Investitionen hernehmen, wenn sie allesamt massiv überschuldet sind? Die 0,1 Prozent der Weltbevölkerung, die zu den wirklich Reichen zählt, kann und wird dies nicht ausgleichen. Und so wird dieser Wirtschaftsabschwung zum Kollaps führen. Ob wir wollen oder nicht.

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8 Kommentare

  1. Was das Finanzmarksystem aushält und ob bzw. wann es vor einem Kollaps steht, wissen vielleicht die Götter. Richtig ist, dass Euro und Dollar durch die Flutung der Märkte faktisch wertlos geworden sind. Trotzdem aber halten Staaten und Zentralbanken ihre Politik durch. Diese ist durch nichts anderes zu begründen als durch den Griff der Finanzoligarchie nach den werthaltigen Reichtümern der Welt. Das lässt sich für Vergangenheit und Gegenwart mit wenigen Zahlen gut am Beispiel der Landräubereien in Afrika zeigen: Der spekulative Landraub setzte nach der Euro-Einführung und der Finanzmarktliberalisierung ein. Von 2004 bis 2009 betrug er 5,1 Mio. Hektar. Im Jahr 2008 hatten die Finanzkonzerne erreicht, dass die Folgelasten der Spekulationen sozialisiert wurden. Danach (etwa ab 2010) nahm der Landraub in Afrika dramatisch zu: 2011 waren es ca. 41 Mio. Hektar. Anan stellte eine Studie vor, nach der es 2012 schon 134 Mio. Hektar waren. Im Jahr 2014 waren es laut Oxfam schon über 200 Mio. Dieser Landraub hat zudem die Folge, dass neben der Flutung der Finanzmärkte auch Europa mit Menschen geflutet wird, die Opfer des dramatischen Landraubs sind. Deshalb liegt es in der Logik der weiteren Geldvermehrung, dass mit ihr ein weiterer Griff nach realen Reichtümern stattfinden wird. Ziel wird Europa sein, wo es vor allem um werthaltige Infrastruktur, um die sozialen Sicherungssysteme sowie um Bildung und Gesundheit gehen wird. Denn das steht im Fokus von TTIP und TISA. Erst dann kann die Geldspekulation ihr natürliches Ende finden und können die noch verbliebenen Bar-, Versicherungs- und Anlagevermögen in den Haftungsfonds für die Finanzoligarchien fließen. Die können dann auch dem Finanzspektakel ein Ende bereiten. Alles ist natürlich alternativlos und dem Fortschritt geschuldet. Bei diesen Zeichen an der Wand stellt sich die Frage, welche Auswege uns bleiben. Wir sind der Meinung, wir sollten nicht mehr nur kritisieren, sondern das Verhältnis zwischen Volk und Regierung auf eine neue Basis stellen. Eine Verfassung vom Volk wäre dafür ein notwendiger Beginn. Dieser Einstieg in eine Selbstermächtigung des Volkes ist nachzulesen in http://www.verfassung-vom-volk.org.

    1. @Heinz

      „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“

      „Der Begriff des »Volkes als Alleinherrscher« (Souverän) kategorisiert eine Gesamtmenge von Menschen nach »ihrem« kollektiven Willen. Während eine Teilmenge zum Beispiel nach Gewicht, nach Größe oder nach Alter zu kategorisieren ist oder man der arithmetischen Realität aller Elemente statistisch mittels einer Stichprobe nahe kommen könnte, versagt eine derartige Erfassung im weiten Begriffsfeld »Wille« bereits bei den einfachsten Annahmen.

      Hier Beispiele: »Will« jemand 100 Jahre alt werden und der andere »will« sich mit 50 von einer Brücke stürzen, ist dann des Volkes »Wille« eine Lebenserwartung von 75? »Wollen« wirklich alle in den »Volkspark« oder »wollen« das einige eben gerade deshalb nicht, weil sie erwarten, dass die anderen bereits dort sind? Ist deren Wille, das Volk aus dem Volkspark zu entfernen, legitim?"

      Quelle und mehr dazu hier: http://www.libertaere-rundschau.de/Das_Gewaltmonopol_des_Staates_und_die_Majoritaeten.html

      Das macht doch deutlich, dass es so etwas wie einen Willen des Volkes nicht geben kann und somit auch keine "Selbstermächtigung des Volkes".

  2. "Unser Wirtschafts- und Finanzsystem, welches auf Schuldenbergen und der Erschaffung von Geld aus dem Nichts basiert, steuert geradewegs dem Untergang entgegen."

    Das ist auch meine Überzeugung. Es wird wohl auch nicht mehr zu verhindern sein. Entscheidend ist, wie es nach dem Zusammenbruch weiter gehen wird. Zu befürchten ist, dass das System nicht geändert wird und es immer wieder zu einem solchen Zusammenbruch kommt.

    Die Hoheit über das Geld muss aus den Händen des Staates wieder in die Hände der Menschen gelegt werden. Geld war nämlich ursprünglich ein Produkt des Marktes. Marktgeld ist das allgemein anerkannte Tauschmittel, das sich am Markt durch freiwillige Interaktion der Marktteilnehmer durchgesetzt hat. Solches Marktgeld hatte immer einen eigenen Wert. Das staatliche Papier”geld” erfüllt diese Merkmale nicht, da es sich nicht am Markt durchgesetzt hat und schon gar nicht durch freiwillige Übereinkunft. Es wurde vielmehr mit Zwang unter Androhung von Gewaltanwendung aufoktroyiert. Es wird Zeit, dass die Menschen wieder Eigentümer des Geldes werden, wie es ursprünglich der Fall war, denn sie sind es, die die entsprechende Leistung dafür erbracht haben.

    Es wird höchste Zeit für eine "Geldreform": http://www.thorsten-polleit.com/TPMvPNov10-II.pdf

    1. Geld als Tauschmittel ist eine nicht ausrottbare Erzählung der Ökonomie, ein Mythos.

      Geld hat, wie alle Regeln und folglich alle Rechte, nur einen einzigen Zweck und das ist Verhaltenssteuerung (frei nach Moritz Schlick), deshalb ist Geld für viele eine religiöse Erfahrung…es schafft aus dem Nichts Waren…es verwandelt Wasser in Wein…Verlustängste…alles beruhend auf GLAUBEN…

       

  3. Wir stolpern nicht darein, das ist alles von den Freimaurern geplant. Das sind keine Fehlleistungen der Bänker das ist Absicht. Die Absicht die dahinter steht, ist die völlige Enteignung der Menschen von ihrem Besitz, sei es Immobilien oder Landbesitz. Carl Friedrich von Weizsäcker hat es doch schon in seinem Buch: Der bedrohte Frieden von 1983 klar ausgedrückt. Der Staat wird von Banken und korrupten Politikern so verschuldet, das die Sozialsystem zusammenbrechen. Das erste was nicht mehr bezahlt wird, sind die Renten. Das war 1983, da gab es noch keine Bankenkrisen. Es läuft alles ab, wie in einem Drehbuch. Das wesentliche für mich war Weizsäckers Aussage: man wird die Menschheit auf ein Minimum reduzieren und biologische Waffen gegen die Bevölkerung einsetzen und das als Krankheiten oder Seuchen deklarieren.

    https://www.youtube.com/watch?v=ws32aV9EHsY

    Wir sind in deren Augen nur Ungeziefer. Wir werden ausgerottet und mit Chemtrails besprüht wie Insekten. Papst Benedikt sprach von kommenden Naturkatastrophen, natürlich, kann er, er weiß das Naturkatastrophen kommen, weil diese Luciferianer durch HAARP diese Katastrophen auslösen. Mit Milliarden von Watt könnten sie zum Beispiel die Ostküste von Amerika und weit ins Inland unter Wasser setzen. Man kann Länder austrocknen wie z.B. in Afrika, wo es immer geregnet hat, dann produzieren sie eine Dürre, dass die Menschen verhungern und dann kommen die Luciferianer, die auch das Rote Kreuz unter ihre Fittiche haben und geben den Hungernden was??? Milchpulver, weil sie wissen, dass die Schwarzen zu 100% keine Milch vertragen können. Sieht aber doch human aus für Leute, die es nicht wissen.

  4. In 60 Jahren wird der Goldpreis bei über 1 Million US-Dollar je Feinunze liegen

    Am 15. August 1971 betrug der Goldpreis 35,00 US-Dollar. Der Goldstandard des US-Dollars wurde zugunsten der wundersamen Geldvermehrung per Mausklick im Computer aufgegeben.

    Am 23. August 2011 also 40 Jahre später lag der Preis für eine Feinunze Gold bei 1.914,50 US-Dollar. Das entspricht einer durchschnittlichen Verteuerung von 10,35747 Prozent pro Jahr.

    Wieso man für 31,1034768 Gramm Gold solche Unmengen an Papiergeld auf den Tisch legen muß, wird wohl für die nächsten Jahrzehnte ein Betriebsgeheimnis der Zentralbanken bleiben müssen.

    Vorausgesetzt es schlafen alle Schlafschafe schön artig weiter, es kommt kein Weltkrieg dazwischen oder es fällt kein Asteroid vom Himmel, wird sich der Goldpreis bis zum Jahre 2077, wie folgt prächtig weiter entwickeln.

    Tabelle hier

    https://aufgewachter.wordpress.com/2015/09/13/in-60-jahren-wird-der-goldpreis-bei-ueber-1-million-us-dollar-je-feinunze-liegen/

  5. Geld hat an sich gar keinen Wert…wenn wir ihm diesen nicht zumessen.Es ist numeriertes Papier welches aus der Staatspresse kommt und deshalb auch dem Staat gehoert.Es darf deshalb auch nicht von uns vernichtet werden.Im Prinzip dient es nur der Vermoegensvergroesserung der Reichen.Wie sagte schon meine Mutti…Geld kommt zu Geld.Im Kapitalistischen System ist bereits der spaetere Kollaps genetisch enthalten.Nach dem Zusammenbruch,an dem natuerlich niemand Schuld war…laeuft die Geldmaschine wieder an und jeder ueberlebende bekommt ein paar der neuen Noten in die Hand gedrueckt.Und auf geht’s zur Arbeit’im Dienste des Volkes’…krimineller geht’nimmer.
    Das System lebt aber auch von unserer Unwissenheit,unserem Egoismus&unserer Selbstsucht…

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