Obwohl die Börsen der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt in die Knie gehen, liegt der Fokus derzeit nur bei China. Dabei ist diese globale Entwicklung ein Warnsignal. Hier eine Übersicht.

Von Marco Maier

Man ist fast geneigt zu sagen, dass es sich derzeit um einen "simultanen Börsencrash" handelt, was da an den Börsen dieser Welt abgeht. Die Kurse kennen derzeit – mit kleinen Erholungen zwischendurch – nur eine Richtung: jene nach unten. Die Folge: Unmengen an Buchgeld, welches infolge der Quantitative Easing Programme der Zentralbanken in die Finanzindustrie flossen, werden derzeit quasi neutralisiert.

Es handelt sich hierbei um den größten Wertverfall seit der Finanzkrise 2008. Teils durch Fehlspekulationen, teils durch die Erkenntnis, dass Aktienkurse und Rendite nicht mehr zusammenpassen ausgelöst. Hinzu kommen Gewinnmitnahmen einiger Akteure auf dem Börsenparkett, die das kommende Ende großer Kursgewinne voraussahen.

Doch wie sieht es an den Börsen der 10 wichtigsten Volkswirtschaften dieser Welt eigentlich aus? Hier ein kleiner Überblick, der von "The Economic Collapse" erstellt wurde:

Loading...

1. Die USA: Der Dow Jones Industrial Index verlor seit seinem Höhepunkt über 2.000 Punkte. Alleine im letzten Monat waren es über 500 Punkte, was zu einem Aufruhr führte, den es seit dem Crash 2008 nicht mehr gegeben hat.

2. China: Der Shanghai Composite Index hat seit dem Höhepunkt in diesem Jahr bereits fast 40 Prozent eingebüßt. Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft verlangsamt sich und wir sehen, dass Produktionsindex Chinas einen 78-Monate-Tiefpunkt erreicht hat.

3. Japan: Der Nikkei Index hat nach extremen Kursausschlägen seit seinem Höhepunkt Anfang 2015 mehr als 3.000 Punkte verloren. Angesichts der desaströsen Lage der japanischen Wirtschaft und des japanischen Finanzsystems braucht es nicht mehr viel, um das Land in eine Finanzkrise zu stürzen.

4. Deutschland: Beinahe ein Viertel haben die deutschen Aktien in der letzten Zeit an Wert verloren. Die VW-Affäre und die Schwierigkeiten der Deutschen Bank sind weitere Faktoren, die zu noch größeren Problemen führen werden.

5. Großbritannien: Die britischen Aktien verloren zwar nur 16 Prozent ihres Wertes, den sie zum Zeit des letzten Höhepunkts hatten, doch die britische Wirtschaft selbst ist desolat. Da werden noch einige Abstriche gemacht.

6. Frankreich: Auch in Frankreich sind die Verluste im Vergleich zu den anderen großen Börsen mit 18 Prozent vergleichsweise gering. Doch die französische Wirtschaft stottert gewaltig und das Land selbst befindet sich derzeit auf dem "griechischen Weg".

7. Brasilien: Brasilien ist derzeit das Epizentrum der südamerikanischen Finanzkrise von 2015. So verlor der brasilianische Hauptindex Bovespa seit dem Höhepunkt im Mai 2015 über 13.500 Punkte (knapp 23 Prozent). Hinzu kommt die Rezession und der massive Kursverfall der Landeswährung Real.

8. Italien: Auch im südeuropäischen Italien scheint das Minus von 15 Prozent auf den ersten Blick nur moderat zu sein. Allerdings dürfte das Land aufgrund der miserablen wirtschaftlichen Lage in den kommenden Monaten mit einigen schlechten Schlagzeilen aufwarten. Da ist noch deutlich Potential nach unten vorhanden.

9. Indien: Auch in Indien verlieren die Aktien deutlich an Wert. 4.000 Punkte Minus mussten dort verkraftet werden. Doch vor allem die China-Schwäche und das strauchelnde Europa machen dort auch den großen, exportorientierten Unternehmen Probleme.

10. Russland: Sanktionen und der Ölpreisverfall machen Russland zu schaffen. Bislang musste die Moskauer Börse zwar nur einen Verlust von 10 Prozent verkraften, doch angesichts des Rubel-Verfalls ist der Verlust insbesondere für internationale Investoren deutlich höher.

Loading...

Auf jeden Fall sind die aktuellen Entwicklungen nicht gerade sehr positiv. Geht man von der "7-Jahres-Hypothese" aus, wonach etwa alle 7 Jahre ein Börsencrash kommt, wäre es in diesem Jahr nach 2008, 2001 und so weiter wieder an der Zeit. Man kann also davon ausgehen, dass global gesehen (aufgrund der immer enger vernetzten Finanzmärkte) der nächste Crash nicht mehr lange auf sich warten lässt. Nicht unbedingt, weil diese Hypothese es sagt, sondern vielmehr weil das ganze wirtschaftliche Umfeld darauf hindeutet.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

8 KOMMENTARE

  1. Es ist so leer im Blog in den letzten Tagen
    Wie nach der Tat in den Nibelungensagen
    Ist Hagen erschienen, der linksgrüne Faschist?
    So dass der Freiheit Mut im Blut erstickt ist?
    Freiheit ist Liebe, Freiheit ist Recht
    Sie weiht den Menschen, adelt den Knecht
    Bewaffnet steht sie an des Thrones Stufen,
    Und Achtung dem Leben, hört man sie rufen
    Achtung vor Freiheit ist unsere Pflicht
    Wer Freiheit verletzt, verdient Achtung nicht!

    • @Herr Jeh

      Bin auch noch da, damit du dich nicht einsam fühlen musst :-)))

      @Marco Maier

      Die "7-Jahres-These" schwankt halt immer ein wenig 🙂 Es war eigentlich 2017 die Prognose des nächsten Knalls, der aber um einiges heftiger sein sollte und auch wird als die Vorhergehenden. Hatte Ende der 90iger (98) zu meiner Abschlussprüfung eine Analyse beigefügt und aus heutiger Sicht macht mir die fast Angst, weil ich etwas zu genau getroffen hatte 2002/2007 inklusiver deren "Heftigkeit".

      Wobei den Crahs für 2017 ja auch einige Profis Anfang der 90iger bereits vorrausgesagt hatten, auf Grundlage der Wirtschafts-u.Finanzzyklen. Wenn ich mich recht erinnere war das auch bei Kostolany zu lesen bzw einer seiner Aussagen. Gestehe ein Fan des Alten zu sein, da er noch echte Arbeit investierte in das was man einmal als Handel an den Börsen verstand. Irgendwann kam dann einer der meinte "Fantasie" ist das Wichtigste für den Aktienhandel und ab dann gings ab und weg von jeglicher Relation zwischen Geldmenge und realen Werten. Das Jetzt an den Märkten trägt zu recht den Namen Casino und mir fällt dabei sofort immer der Derivate-Wahnsinn ein. Eine bereits völlig von realen Werten abgekoppelte Geldmenge in Schattenbanken von 70 Billionen geht Wetten in der Höhe von 700 Billionen an den diversen Märkten ein^^^^ (sorry das ist für mich völlig Irre)

      • Deshalb auch die „Sieben-Jahres-Hypothese“ in Anführungszeichen. Allerdings darf man die „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ nicht ganz außer Acht lassen. Ich selbst bin kein Fan dieser Theorie, allerdings musste ich sie der Vollständigkeit halber erwähnen. 😉

  2. Die Börsen wurden durch Derivate künstlich aufgeblasen. Dahinter stand weniger Geld als vielmehr Hebel. Wo soll das Problem sein, wenn der Unfug beendet wird? Bemerkenswert ist die sogenannte Dollarstärke (gegen so ziemlich alle Währungen der Welt). Deren fundamentale Basis verstehe ich nicht. Das scheint die Ursache für die Talfahrt ALLER weltweiten Aktienindizes in Dollar gerechnet zu sein. Soll das bedeuten, dass US-Investoren aus allen Märkten der Welt nach Hause getrieben werden? Letztlich kann man beobachten, wann die Aktien-Indizes in Dollar berechnet, in dem Bereich in der Landeswährung stehen. Danach hat die Talfahrt gerade erst begonnen. Sowas endet auch nicht in ein paar Wochen. Das Muster ist identisch mit allen Haussen und Baissen der vergangenen Jahrzehnte. Da können die Bullen und Bären noch so aufeinander einklopfen. Weder China noch VW oder die Deutsche Bank haben damit wirklich was zu tun.

    Immerhin ergibt sich durch die Abwertung von Landeswährungen die Möglichkeit Dollarinvestments weitgehend verlustlos zu entsorgen. In erster Linie natürlich Anleihen fragwürdiger Qualität in US-Dollar. Dort besteht das m.E. höchste Risiko echter Verluste. Wer sich die fundamentale Bewertung von US-Aktien nur angesehen hat, kaufte die schon seit Jahren nicht mehr.

  3. Diese Billionen sind doch nur dazu da, um den Schafen begreiflich zu machen, das man nicht daran vorbeikommt, sie zu scheren. Dann begreifen die Schafe bereitwillig, das es einen Lastenausgleich gibt, der vielleicht 50% auf das Häuschen oder die Eigentumswohnung oder auf ein Grundstück eine Hypothek aufgenommen werde muss, um die Billionen wieder auszugleichen. Und wenn man die Hypothek nicht bezahlen kann, was sicher die meisten nicht können, dann zieht die Bank die ganzen Werte an sich. Und auf diese Weise gehören dem ,,Heiligen Vater“ langsam aber sicher, alle Werte dieser Welt. Der betet dann mit uns: geben ist seliger denn nehmen. Alle Banken werden kontrolliert von den Jesuiten. Das sind die christlichen Herren, die im Mittelalter bei Auspeitschungen von Frauen, wo sie sich nackt ausziehen mussten, erklärt haben, der obere Teil des Körpers gehört dem göttlichen, der untere Teil dem irdischen. Die irdischen Güter waren ihnen immer wichtiger.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here