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Wenn man den Statements der Einheitsmedien und ihren Vorbetern aus der Politik glauben soll, geht es Deutschland trotz aller gegenwärtigen Krisen immer noch gut. Das mag bis zu einem gewissen Teil stimmen. Einerseits haben wir eine ausufernde Bürokratie, durch die sogar die Ernährung totverwaltet wird, andererseits sind wir Weltmeister im Reglement des öffentlichen Lebens. Wir Deutschen exportieren in alle Herren Länder und können sogar mit einem Exportüberschuss protzen. Doch woher kommt dieser? Es ist ganz einfach: Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt.

Von Marcel Grasnick

Woher kommen Griechenlands Schulden? Nicht nur durch ihren eigenen, völlig überzogenen Beamtenapparat, sondern auch durch die Aufrüstung der Armee. Was will Griechenland mit den vielen deutschen Panzern, die es in der Vergangenheit gekauft hat? Welche Bedrohung gibt es für die Hellenen um eine solche Waffengewalt zu rechtfertigen? Die Türkei? Mitnichten. Obwohl die Türkei noch vor Griechenland einer der Hauptabnehmer deutscher Rüstungsexporte war und immer noch ist. Die Türkei hat derzeit andere Prioritäten und die liegen nicht in Griechenland, sondern eher im Irak und noch mehr im eigenen Land. Die Kurden wollen – Achtung Ironie – in ihre Schranken verwiesen werden.

Nicht umsonst findet die alljährliche "Internationale Waffenausstellung" (IWA) in Nürnberg statt. Doch die deutsche Rüstungsindustrie braucht diese erst gar nicht, schließlich gibt es weltweit immer wieder bestechliche Politiker, die für eine Spende in die eigene Tasche gerne dem einen oder anderen Deal zustimmen. Dumm nur, wenn gelegentlich solche Praktiken, die in der Geschäftswelt durchaus keine Einzelfälle darstellen, an das Tageslicht kommen. Die Frage ist nur, ob sich der Exportüberschuss auch aus den Waffengeschäften in der Zukunft bezahlt macht. Wie sagte schon Charles de Secondat so schön "Eine auf Waffen gegründete Herrschaft muss sich auf Waffen stützen". Irgendwann werden die Waffen zurück kommen, doch garantiert nicht so, wie wir es uns wünschen würden.

Wer glaubt, dass die nach Saudi-Arabien gelieferten Waffen in Saudi-Arabien verbleiben, der glaubt wahrscheinlich auch an den gepredigten Weltfrieden, der nicht existiert. Ebenso blauäugig ist der, der glaubt, dass die nach Israel gelieferte Munition für friedenserhaltende Maßnahmen eingesetzt wird, ebenso wie Handfeuerwaffen, die nun Kurden und Türken jeweils in der Hand halten. Grundregel Nummer eins für Waffenhändler ist, immer beide Seiten eines Konflikts zu beliefern und niemals dazu beizutragen, dass eine Partei mehr Waffen hat als die andere. Wir erinnern uns an die "geschenkten" Waffen an die Kurden, die gegen die IS eingesetzt werden sollten? Wie blauäugig muss der Deutsche gewesen sein, der diesen Meldungen aus der Boulevardpresse geglaubt hat, diesen Statements aus den Mündern der Politiker? Schenke den Kurden Waffen zur Verteidigung gegen die ISIS und hoffe, dass der mit Deutschland verbündete Erzfeind der Kurden, die Türkei, ungeschoren davon kommt. Genau. Und dann wundern wir uns, wenn wir von Flüchtlingen aus sämtlichen Krisenregionen der Welt überrannt werden? Glaubt tatsächlich jemand, dass die Waffen, die Gaddafi angeblich gegen seine eigenen Landsleute erhoben hat, nicht (nicht nur) aus deutscher Produktion stammten? Und woher kommen die Waffen, mit denen nun die Kriegsherren in Libyen gegeneinander antreten?

Wenn man diese ganzen Fakten durchdenkt, dann erhält der linke Ausspruch "Deutsche Waffen und deutsches Geld morden mit in aller Welt" durchaus seine Berechtigung. Und das Ergebnis dessen, die Summe kommt zu uns zurück – in Form von Flüchtlingen aus den Krisengebieten in aller Welt. Ist es also eine Form von Schuldgefühl, das die Regierung alle Flüchtlinge in Deutschland aufnehmen lässt? Mitnichten. Politiker haben weder Schuld- noch Schamgefühle. Das kann man ihnen angesichts ihrer Taten schon unterstellen. Aber für ihre eigene Propaganda lässt es sich durchaus verwenden, wenn sie es auch nicht offiziell eingestehen würden. Die gemeinnützigen und wohltätigen Organisationen springen zu gern auf diesen Zug auf.

Es ist die weltweite Aufrüstung, von der deutsche Unternehmen profitieren und letztlich auch der Staat, die Regierung. Jedoch nicht wir Kleinbürger, wir Steuerzahler zweiter Klasse. Denn wir dürfen uns mit den Auswirkungen dieser Geschäfte beschäftigen.

 

"Sicherer als durch fremde Waffen wird die Kraft der Deutschen durch sie selbst gebrochen."

Claudius Nero Tiberius (10 v. Chr. – 54 n. Chr.), römischer Kaiser
Quelle: Kaiser Tiberius zu Germanicus, als er ihn aus Deutschland zurückrief

6 KOMMENTARE

  1. „Deutschland geht es gut – Dank der Rüstungsindustrie“

    Ja, vor allem gewissen Wirtschafts- und Politkreisen geht es durch die Rüstungsindustrie gut. Die Bevölkerung hat nichts von dieser Rüstungsindustrie. Im Gegenteil, sie muss mit den unendlichen Schäden, die die Rüstungsindustrie verursacht, klar kommen, was ihr aber nicht gelingen kann. Denn die Schäden sind zu massiv und zu langanhaltend (masslose Verschuldung, Flüchtlingsflutung, Steuerflucht), als dass das Wirtschaftssystem und seine arbeitende Bevölkerung auf die Länge dies tragen können. Die Folge sind zunehmende Verarmung. Siehe USA, wo unterdessen um die 15% der Bevölkerung in den Suppenküchen gelandet sind. Eine winzig kleine Oberschicht sahnt jedoch freudig und munter weiter ab.

  2. Wir liefern Waffen und bekommen die Flüchtlinge. Liefern wir Keine, dann bekommen wir die auch, die Flüchtlinge, weil dann andere Länder die Waffen liefern. So haben wir den Nutzen und das Elend auf unserer Seite. Andernfalls-nur das Elend-,und dazu noch die Arbeitslosen der Waffenindustrie. Politik ist ein notwendiges Übel, und damit muss man sich abfinden. Nur, wenn das Übel da ist, dann ist die deutsche Politik überfordert. Sind Sie gefordert, dann sind sie überfordert. Nur bei der Selbstbereicherung sind sie kompetent.

  3. Was für ein armseliges System die Verbrecher dieser Welt geschaffen haben, Menschen müssen sterben, damit parasitäre Individuen in Saus und Braus leben können.Diese Gruppe Menschen( ? ) besitzen keine Skrupel andere ins Unglück zu stürzen, nur damit Sie Ihr erbärmliches Dasein fristen können.
    Sämtliche Rüstungskonzerne und Befürworter, sollten vor ein weltliches Tribunal und dort für Ihre Verbrechen abgeurteilt werden.

  4. Lieber Frost, ich möchte Ihre Perspektive erweitern: Statt einer überforderten Bundespolizei brauchen wir an den Grenzen, den Bahnhöfen und den Flugplätzen der Bundesrepublik Deutschland Bundeswehrsoldaten, die mit Waffengewalt alle illegalen Zuwanderer zurückweisen. Auslandseinsätze, die zu Flüchtlingsstromen in die BRD führen, sind kontraproduktiv. In Australien funktioniert es bestens, wie berichtet wird. Doch wie es scheint, haben sich einige Strategen auch dazu bereits Gedanken gemacht und gehandelt.

    Was ich gestern entdeckte, ist bekannt, doch kla.tv hat in 23 Minuten sehr gut die Arbeitsweise der "Weltpolizei" am Beispiel von Libyen aufgearbeitet: "29. August 2015 | Was genau ist dieses Ziel? – Die Totalschwächung und Destabilisierung Europas und der ganzen noch nicht amerikanisierten Welt. …

    Auch in Flüchtlingsströmen von Millionen und Abermillionen von Menschen, die nach Europa fliehen und zwangsläufig eine Öffnung der Landesgrenzen verursachen. Europa versinkt dadurch langsam, aber nicht zufällig im Sumpf zunehmender sozialer, wirtschaftlicher, politischer, aber auch religiöser Probleme.

    Strategisches Ziel dahinter ist die total erschöpfte und daher willige Einreihung in die Neue-Welt-Ordnung der globalen Drahtzieher. Und genau dazu wären die Nationalstaaten Europas ohne das bewusst orchestrierte Chaos nie bereit gewesen, genauso wenig, wie es die vergleichsweise blühenden afrikanischen Staaten vor dem „Arabischen Frühling“ waren."
    http://www.dzig.de/AntiKrieg-com

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

     

     

  5. Bitte noch etwas weiter differenzieren: die deutsche Rüstungsindustrie hat mit Deutschland ähnlich viel zu tun wie die Deutsche Bank, die ehemals – in den goldenen 80ern und 90ern – noch deutsch genannt werden konnte.
    Die Aktienholder sind mehrheitlich in Übersee beheimatet und profitieren freilich von den (wenigen) deutschen Waffen-Spitzeningenieuren bei Krauss und Rheinmetall, welche allerdings und vor allem im Auftrag der Vereinigten Staaten bewährte und neuartige Waffentechnologie produzieren – und liefern. Einzig die hiesigen entsprechenden etwa 1500 Arbeitsplätze könnte man als Profiteure benennen, vom großen Geschäft allerdings (und den tatsächlich immensen Verkäufen) hat in Deutschland jedoch kaum jemand etwas. Wenn es heißt, Deutschland exportiert Waffen … nein, es muss, und es hat gar keine andere Wahl.

  6. Wir liefern Waffen? Was sollen die Verallgemeinerungen? Habe ich jemals Waffen geliefert? Bin ich schon im privaten Umfeld bereit, mal nur die Faust in der Tasche zu machen, anstatt immer mit Gegengewalt zu antworten. Denn so fängt ein Konflikt an: erst Gewalt, dann Gegengewalt, dann wieder Gewalt unendlich und von Generation zu Generation und der Pegel der Aggression steigt immer mehr an.

    Die bösen Waffen sind Schuld, die Waffen ermorden andere Menschen und foltern die armen, wehrlosen Menschen – die Menschen können doch gar nichts dafür und sind unschuldige Opfer der bösen, unbarmherzigen Waffen, die arme Menschen wie Marionetten steuern. Ohne den bösen Einfluss der Waffen wären alle Terroristen, Rebellen und Mörder doch Bauern und Floristen geworden – alles durch die hinterlistige Arbeit der Maschinengewehre und Panzer vereitelt. Niemand wäre ja sonst niemals auf die Idee gekommen, dem anderen ein Haar zu krümmen und alle wollten nur zur Kampfeinheit wegen den schönen Haarschnitten, den süßen IS-Bärtchen, dem leckeren Essen, den tiefsinnigen Liedern und dem schönen Camping mit den tollen Schmeißfliegenlatrinen.

    Wird hier nicht schon wieder Ursache mit Wirkung vertauscht? Schuld sind doch nicht in erste Linie die Waffen, sondern das Herz des Menschen, der diese bedient. Das arglistige, böse Herz der Menschen macht sie zu Bestien. Schaut euch doch die Machete an- kann man Zuckerrohr mit schneiden oder damit enthaupten. Ist jetzt der Machetenhersteller schuld oder der Mörder, der auch zur Holzsäge gegriffen hätte?

    Natürlich sollten überhaupt keine Waffen hergestellt werden (die nur als solche zu verwenden sind), aber zu Beginn ist nicht die Waffe da, sondern ein Mensch, der bereit ist, zu töten.

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