Liebe Leserinnen und Leser,

der Urmensch war kampfeslüstern und wild, eine Art keulenschwenkender Gorilla. Wir stammen von Mörderaffen ab, die andere zweibeinige Affenarten auslöschten. „Freud zufolge waren die Menschen in früheren Urzeiten in einer Urhorde organisiert, die unter der Herrschaft eines großen, tyrannischen Männchens stand. Da dieses Männchen alle Frauen der Horde für sich beanspruchte, blieb den männlichen Nachkommen nichts anderes übrig, als Frauen anderswo zu rauben. Eines Tages taten sich dann die ausgetriebenen Brüder zusammen, erschlugen und verzehrten den Vater und machten so der Vaterhorde ein Ende.“ Zitat: LE MONDE diplomatique

GuL Karikatur

Erst neulich stießen Wissenschaftler nach Knochenfunden auf ein jungsteinzeitliches Massaker, bei dem im heutigen Main-Kinzig-Kreis 26 Menschen mit Steinbeilen niedergemetzelt wurden. Das blutige Ende einer Siedlerkultur ca. 5000 v. Chr. Das Frankfurter Karikaturistenduo Greser und Lenz vermutet 26 Dummbatzen, die das Frankfurter Nationaldessert zum Apfelwein „Handkäse mit Zwiebeln“ als „Handkäse mit Zwiebeln“ ohne Zwiebeln verehrten.

Apropos Mörderaffen. Da kommt mir eine wirklich beklemmende Dokumentation in den Sinn, die ich vor einiger Zeit auf Arte gesehen habe. Sie berichtet von Amerikas geheimen Krieg in Laos, der größten Militäroperation der CIA. „In den neun Jahren des von 1964 bis 1973 dauernden Krieges warfen die US-Streitkräfte in 580.000 Flügen mehr als 2 Millionen Tonnen bzw. 250 Millionen Streubomben und andere schwere Artillerie auf Laos ab, ca. 30% davon waren, oft aufgrund geringer Abwurfhöhe, Blindgänger. Rund um die Uhr – im Schnitt alle 8 Minuten, neun Jahre lang – wurde das kleine Land von den Amerikanern beschossen, es hagelte mehr Bomben als auf Japan und Deutschland im gesamten Zweiten Weltkrieg.“ Quelle: gegenfrage.com Das vergebliche Ziel der USA war es, den Ho-Tschi-Minh-Pfad zu zerstören, die Versorgungsroute des Vietcong, die zu Teilen durch den laotischen Dschungel führte. Ein besonderes Charakteristikum des Ho-Chi-Minh-Pfads war sein teilweise unterirdischer Verlauf mit Kommandozentralen, Waffenlagern, Schlafgelegenheiten und medizinischen Stationen.

https://www.youtube.com/watch?v=-qjjx0OaXIw

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Selbst die doofen Juden wussten, dass man das von der Hamas kontrollierte, weitverzweigtes System illegaler Tunnel nicht durch Bomben aus der Luft zerstören konnte, als sie im Gazakrieg 2014 den Gazastreifen in Schutt und Asche bombten.
Der israelische Journalist, Schriftsteller und Friedensaktivist, Uri Avnery, berichtet über die Eskalation des Gazakrieges, der als Ausgang die Entführung von drei jungen jüdischen Studenten hatte: „Die Hamas-Führung im Gazastreifen konnte nicht ruhig bleiben, während ihre Kameraden in der Westbank ins Gefängnis kamen. Sie reagierten mit dem Abfeuern von Raketen auf israelische Städte und Dörfer. Die israelische Regierung konnte sich nicht ruhig verhalten, während ihre Städte und Dörfer bombardiert wurden. Sie antwortete mit einem schweren Bombenangriff auf den Gazastreifens aus der Luft. Von da an war es nur ein endloser Blutrausch von Tod und Zerstörung. Der Krieg schrie nach einem Zweck. Hamas tat dann etwas, das meiner Meinung nach ein großer Fehler war. Sie benützte einige der geheimen Tunnel, die sie unter dem Grenzzaun gebaut hatte, um israelische Ziele anzugreifen. Den Israelis wurde plötzlich diese Gefahr bewusst, die die Armee bis dato als unbedeutend angesehen hatte. Der sinnlose Krieg bekam einen Sinn. Es wurde der Krieg gegen die Tunnel. Die Infanterie wurde in den Gazastreifen geschickt, um sie zu suchen und zu zerstören. 80.000 Soldaten drangen in den Streifen ein und zerstörten alle bekannten Tunnel.“

Aber sind die angenommenen Mörderaffen „‚nicht in Wirklichkeit ein imaginäres geistiges Konstrukt, das ebenso wie die Rassentheorie oder die Eugenik von den Ideologien des 19. Jahrhunderts beeinflusst ist‘, wie der niederländische Anthropologe Raymond Corbey behauptet? Neurowissenschaftliche Studien belegen, dass gewalttätiges Verhalten nicht genetisch vorprogrammiert ist. Obwohl bestimmte kognitive Strukturen ein solches Verhalten begünstigen, spielt das familiäre und soziokulturelle Umfeld eine wichtige Rolle. Viele soziologische, neurowissenschaftliche und prähistorische Arbeiten betonen auch, dass der Mensch von Natur aus empathisch ist und dass Empathie, ja Altruismus Katalysatoren der Menschwerdung waren.“ Quelle: LE MONDE diplomatique

Mehr Geld für Griechenland, 450.000, 700.000, 800.000 usw. Flüchtlinge. Pro Woche scheint die Flüchtlingsprognose für Deutschland 2015 um 100.000 Flüchtlinge anzusteigen. Laut FAZ wurden 43% aller in der EU gestellten Asylanträge im ersten Halbjahr 2015 in Deutschland eingereicht. Nach einer Schätzung könnten die Ausgaben der Bundesländer dadurch auf bis zu zehn Milliarden Euro steigen, sollten die Asylbewerber im Schnitt ein Jahr lang in Deutschland bleiben. Laut der Frankfurter Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) wird die Unterbringung der erwachsenen Flüchtlinge nur zu einem Teil vom Land ausgeglichen. Die Stadt Frankfurt streicht das Budget für Taxigutscheine Behinderter zusammen und friert die Zuschüsse für kleine Vereine, Initiativen und Projekte ein, darunter Frauenhäuser und Jugendberatungsstellen. – Können wir in Zukunft so verbleiben, dass meine Steuergelder an meinem Wohnort für den Bau von Straßen, Schulen und so weiter eingesetzt werden und nicht x-milliardenfach für irgendwelche Menschen aus irgendwelchen Ländern!

Schwarzes SchafDas schwarze Schaf der Woche

„Es gibt für manche eine vielleicht überraschende Nachricht: Es ist möglich, dem Schauspieler Till Schweiger gegenüberzutreten, ohne extreme Gefühle in irgendeine Richtung zu entwickeln. Freitag, 20 Uhr in Berlin. Nachtdreh für einen ‚Tatort‘. Schweiger, bisschen schlapp von Hitze und Nachtarbeit, ist freundlich zu allen, die um ihn herum sind. Einen Besserwisser nennt er ‚Schlaubi‘, dem Mädchen, das den Aschenbecher bringt, sagt er ‚danke schön‘. Normal.“
Der Schauspieler und Regisseur Till Schweiger sagte vor einiger Zeit, dass ihn die Menschen entweder lieben oder hassen würden. Die FAZ-Investigativ-Journalistin Friederike Haupt hat nun den Till Schweiger-Selbsttest gemacht. Und siehe da…

Derweil kämpfen die FAZ-Oberen weiter gegen die „gefährliche Totaltransparenz“ der Internetöffentlichkeit. Das verkappte Staatsmedium – anscheinend aus einer Zeit, in der es in jedem deutschen Haushalt noch einen Patriarchen gab, dem nicht widersprochen werden durfte – warnt in einem Leitartikel: „Wenn bald wahllos alles öffentlich gemacht wird, kann Politik nicht mehr nach den bisherigen Regeln funktionieren. Denn jede politische Entscheidung, auch diejenige, die von großem Nutzen für eine große Zahl von Bürgern ist, hat in aller Regel zunächst einen vertraulichen Vorlauf in einem kleinen Kreis verantwortlich Handelnder. Die Freunde der Totaltransparenz brandmarken das als Geheimniskrämerei.“
Dass sich Politiker gerne mal was zurechtmauscheln, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, scheint außerhalb des Vorstellungsvermögens eines handelsüblichen FAZ-Redakteurs zu sein.

Da wir gerade bei „gefährlicher Totaltransparenz“ sind:
Der amerikanische TTIP-Leseraum, der den Vertretern der Regierungen der EU-Mitgliedstaaten (nicht den Parlamentariern!) gnädigerweise erlaubt, ein bisschen in die TTIP-Unterlagen reinzuschnuppern, hat immerhin (sarkastisch gemeint!) in der Regel zweimal in der Woche von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Da wir gerade bei der gefährlichen Allmacht von Großkonzernen sind:
Immer wieder wird die Nähe der FAZ zu dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport kritisiert. Auf einer FAZ-Podiumsdiskussion zum Thema Flughafenausbau verteidigte sich der FAZ-Herausgeber Werner D’Inka mit dem Qualitätsstandard der Zeitung: „Wir trennen die Nachricht von dem Kommentar. Wir kommentieren halt immer für Fraport.“ Als ich das hörte, war ich wirklich baff. Wenn ein Pro-Fraport-Kommentar immer schon gesetzt ist – er quasi FAZ-Herausgeberlinie ist –, wie hoch ist dann noch die Wahrscheinlichkeit, dass die FAZ Dinge zum ewigen Ausbau des Frankfurter Flughafens recherchiert, die nicht automatisch in einen Pro-Fraport-Kommentar münden könnten? Hier geht es zur Podiumsdiskussion.

Weißes SchafDas weise Schaf der Woche

„Ich glaube, die Menschen in der Steinzeit waren zufriedener als wir heute. Obwohl sie viel und schwer arbeiten mussten. Den Zeugnissen nach, die sie uns hinterlassen haben, scheinen sie jedenfalls nicht unglücklich gewesen zu sein. Denn sie waren kreativ, machten auch viel Kunst, zum Beispiel die Venusfiguren. Und für so eine Schnitzerei braucht man Ruhe.“
Die Experimentalarchäologin Anja Probst-Böhm in chrismon.

Mein Lektüretipp der Woche:

Die Bedeutung des Ho-Chi-Minh-Pfads im Vietnamkrieg

Claus Folger
Frankfurt am Main

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