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Unter Beteiligung von Unternehmen und Gemeinden erlässt Slowenien rund 100.000 der ärmsten Bürger einen Teil der privaten Schulden. Damit sollen die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise abgemildert werden.

Von Marco Maier

Einen interessanten Weg in Sachen Armutsbekämpfung geht Slowenien, welches einen ähnlichen Weg wie das Nachbarland Kroatien und auch Mazedonien einschlägt. Das Projekt Schuldenschnitt für rund 100.000 Bürger, welches vom Ministerium für Arbeit, Familie und Soziales initiiert wurde, soll die Folgen der Wirtschaftskrise reduzieren und diesen Menschen einen Neustart erleichtern. Das entsprechende Gesetz wurde vor zwei Wochen vom Parlament erlassen.

Neben der staatlichen Steuerbehörde und diversen staatlichen Institutionen beteiligen sich rund 30 Firmen – darunter Banken, Versicherungen, Stromversorger und sonstige Versorgungsunternehmen – sowie etwa 35 Gemeinden und Städte an dieser Maßnahme.

Seit Montag können die Betroffenen den Antrag für einen Schuldenschnitt stellen. Berechtigt sind Sozialhilfeempfänger, deren Schulden vor 2014 entstanden sind und gegen die bereits Vollstreckungsverfahren laufen. Allerdings gilt dies nicht für Bürger, die sich in Privatinsolvenz befinden.

Zwar sind bestehende Kredite von diesem Schuldenschnitt ausgeschlossen, weil sich die angeschlagenen slowenischen Banken dies einfach nicht leisten können, dennoch haben sich die Kreditinstitute dazu bereit erklärt, finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit den Kontoführungsgebühren und anderen Serviceleistungen zu streichen. Erlassen werden den Betroffenen zudem bislang nicht bezahlte Strom-, Wasser- und Heizungskosten, offene Rechnungen für die Kindergartenbetreuung und Schulernährung, sowie die Kosten für die zusätzliche Krankenversicherung. Eine Obergrenze für den Erlass von Schulden setzte lediglich die Steuerbehörde fest. Sie beträgt 50 Euro.

Für viele Slowenen ist diese Maßnahme ein erster Schritt aus der Schuldenfalle, in die sie zumeist infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise geraten sind. Gerade die Sozialhilfeempfänger können sich einen Abbau der Schulden einfach nicht leisten, weil die soziale Unterstützung selbst schon derart niedrig ist, dass es gerade noch so zum leben reicht.

5 KOMMENTARE

  1. Ich glaube so selbstlos ist das gar nicht, da steht ein Pulverfass und die Lunte brennt schon.
    In der Regel zeigen die Mächtigen nur entgegenkommen, wenn es ihnen nützt.

    So kann man beispielsweise seine Position/Macht erhalten.
    (Soziale Unruhen vermeiden)

    • Nun – mag sen. Doch die Richtung ist wchtig.

      Anders gesagt: Jede Menge mehr davon !!! Könnte ja auch ein Hinweis darauf sein, daß die "Herrschenden" Parasitären nicht mehr endlos überziehen können gegen die Mehrheit der Menschen.

  2. Auf eine derartige Idee müssten mal die herrschenden christlichen und sozialen Oligarchen in „germany“ kommen, aber weit gefehlt, durch die werden Aussenstände noch bis zum Weißbluten eingetrieben. Schuldner verstorben – machts nichts, Hauptsache GEZahlt!
    Wo sind wir nur mit diesem unsäglichen EURO-Europa hingeraten?

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