Bild: Flickr / Nicolas Raymond CC-BY 2.0
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Saudi Arabien: Todesstrafe wird immer öfter vollzogen

Amnesty International kritisiert scharf, dass in Saudi Arabien unverhältnismäßig oft die Todesstrafe angewandt wird. Im ersten Halbjahr 2015 wurden bereits über einhundert Menschen hingerichtet - zumeist enthauptet. Noch schlimmer ist es, dass die Hälfte der exekutierten Ausländer nicht einmal der arabischen Sprache mächtig sind.

Von Andre Eric Keller

Von einem Rechtsstaat keine Spur. Meist sind die Verfahren fehlerhaft und unfair. Die Hälfte der Verurteilten versteht nicht einmal die arabische Sprache, eine Übersetzung wird verweigert. Jeder zweiten Verurteilung ist kein Tötungsdelikt vorausgegangen. So wird dort die Todesstrafe auch bei kleineren Vergehen, wie z.B. bei Drogendelikten angewendet. Amnesty International mahnt beim Saudischen Königreich die Wahrung der Menschenrechte ein. Nicht zum ersten Mal. 

Für folgende Straftaten ist die Todesstrafe vorgesehen; Mord, Vergewaltigung, Drogenhandel, außerehelicher Geschlechtsverkehr und was völlig absurd ist, der Vorwurf der Hexerei. So wurden in knapp 30 Jahren offiziellen Angaben zufolge in dem arabischen Land über 2.200 Menschen hingerichtet. Dass die Geständnisse durch Folter und Misshandlungen erpresst werden, versteht sich hier von selbst. Die Exekutionen werden oft öffentlich ausgeführt.So wird entweder erschossen oder gesteinigt - am liebsten jedoch enthauptet. Dazu kann es vorkommen, dass hinterher die Leichen noch zur Schau gestellt werden. 

Hier schaut der Westen aber seelenruhig zu, denn Saudi Arabien ist ein Verbündeter der USA und somit ein Freund des Westens. Solche Länder haben praktisch den Freifahrtsschein für alle nur unmenschlichen Abnormitäten. Da drückt der Ami dann gern ein Auge zu - und manchmal schon auch zwei. Die schier unglaublich reichen Saudis kaufen sich auf der ganzen Welt ein. Auch gehen deren Gelder in andere islamische Staaten wie etwa Bosnien, wo sie ganze Dörfer aufkaufen und Moscheen bauen. Das Geld fließt über Wien. Obendrein ist man sich nicht ganz sicher, ob sie die eine oder andere islamistisch-extremistische Organisation unterstützen.

Sonst sind die Saudis aber auf ihren guten Ruf bedacht. In Österreich errichteten sie bereits 2011 das umstrittene König Abdullah Zentrum für interreligiösen Dialog in Wien. Alles was in der Politik Rang und Namen hatte, stellte sich zur Eröffnung ein. Zur Präsidentin machte man die ehemalige Justizministerin Claudia Bandion-Ortner. Ob man sich hier in Österreich das Wohlwollen der Bundesregierung gekauft hatte, diese Frage können sie sich selbst beantworten. Die weitaus wichtigere Frage stellt sich, wenn es um einen Dialog zwischen Religionen geht. Saudi Arabien ist einer der strengsten islamischen Staaten, wo es - bis auf Billigarbeiter aus anderen Ländern - praktisch keine anderen Religionsgemeinschaften gibt und gerade hier macht man auf interreligiös? Zumal selbst der Besitz einer Bibel in dem Königreich eine schwere Straftat darstellt.

Mittlerweile stellt sich die österreichische Politik nicht mehr vor dieses Zentrum, sondern möchtes es eigentlich loswerden. Und auch Saudi Arabien verliert zusehends das Interesse. Wie aber kam es zu diesem Wandel? Sehr merkwürdige Machenschaften müssen hier allemal vorgegangen sein. Mit sehr viel Geld darf man wohl alles tun und das ohne Konsequenzen. Wie kann man mit so einem menschenverachtenden Land nur auf einer solchen Ebene zusammenarbeiten?