Wladimir Putin. Bild: Kreml

Ohne Feindbilder kommt das westliche System offenbar nicht aus. Nachdem das kommunistische System besiegt scheint, müssen eben Russland und dessen Präsident Wladimir Putin herhalten.

Von Marcel Grasnick

Die Zeiten des Kalten Krieges sind vorüber. Lange Zeit fühlte sich der Westen als als Sieger gegen die Mächte des Ostens, des Kommunismus und sonnten sich im fragwürdigen Heiligenschein der sozialen, der liberalen Marktwirtschaft. Der Kommunismus wurde zwar nicht besiegt, aber dennoch zurückgedrängt. Der Ostblock war passé. Kuba war abgeschottet, der Moloch China hat zwar so etwas ähnliches wie eine Marktwirtschaft, die durchaus global mitspielen kann durch die Möglichkeiten der billigen Produktion. Aber trotzdem relativ einsam dasteht, als kommunistische Enklave in Asien. Nordkorea war und ist weiterhin geächtet. Keine wirkliche Bedrohung für den Westen.

Doch eine Wirtschaft, ein Bündnis, ja sogar eine Politik der Expansion braucht ein Feindbild. Jetzt wo der Kommunismus nahezu ausgedient hat, mangelt es an Gegnern, die eine militärische Aufrüstung und Präsenz rechtfertigen. Da kommt doch der ohnehin schon existierende und niemals besiegte Erzfeind Russland gerade recht. Ein Feindbild, das nicht erst aufgebaut werden muss, sondern durch die alten "Konflikte" eh schon medial etabliert in den Köpfen der Bevölkerung sich manifestiert hatte.

Unsere Wirtschaft braucht einen Gegenpol, auch wenn wir mit diesem Handel treiben. Es muss und wird immer zwei Seiten geben. Sobald ein Feindbild eliminiert wurde (z.B. Osama bin Laden inkl. Anhängerschaft), auch wenn selbst gezüchtet, dann muss ein neuer Gegner her. Ein neuer alter Gegner ist natürlich optimal. Ein erstarkendes Russland ist da genau richtig. Und Herr Putin ist natürlich so freundlich und schmiedet sich eine eigene Allianz in Form der BRICS-Staaten. Eine alternative Wirtschaftsunion, die als Gefahr für das eigene Wohlergehen herangezogen werden kann.

Loading...

Das Denken der Menschen verläuft zweidimensional. Es muss immer zwei Seiten geben: Gut und Böse, Licht und Dunkelheit, Kommunismus und Kapitalismus, Osten und Westen. Der Mensch an sich kann nicht anders, er braucht Struktur, eine klare Definition, eine Gegenseite. Wobei Gut und Böse dabei immer eine Perspektive sind, ein Blickwinkel, aus der jeweiligen Betrachtungsweise, von der jeweiligen Seite aus. Es muss immer einen Gegner geben, ansonsten ist das ganze Machtgefüge der Welt nutzlos. Sonst gibt es keinen, auf den die Schuld geschoben werden kann, die Schuld woran auch immer. Der Dualismus, nicht erst aufgebaut durch zwei Jahrtausende kirchlicher Indoktrination, sondern schon wesentlich älter. Es ist eine Geschichte, die nie enden wird. Eine Geschichte, die nie enden kann, weil die Mächtigen natürlich ihre Macht behalten wollen.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

9 KOMMENTARE

  1. sagte schon platon , das es krieg gibt und geben wird weil er aus den menschlichen begierden erwächst..weil er in der menschlichen natur verwurzelt ist.. herrschaft über andere auszuüben…
    ..eben diese triebe werden von den mächtigen eliten schamlos ausgenützt..
    ..die „alten“ wußten was sie uns mitteilen wollten…
    wer will es hören?

    ..wo smartphone und co den ton angeben..

  2. Ich muss gestehen, dass ich in einer gewissen Hinsicht froh bin, dass es das „Feindbild“ Präsident Putin und die russ, Föderation gibt und die russ. Föderation geopolitisch und imilitärpolitisch n einer anderen Liga spielt, als z. B. der Irak und Lybien gespielt haben.
    Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es auf dem Planeten ohne China und die RF – um nur zwei Beispiele zu nennen – wahrscheinlich aussehen würde, wenn die wildgewordene Wallstreet-Cliquen ohne jeglichen Widerstand schalten und walten könnten.

    • varuskater @ bin voll und ganz ihrer Meinung.

      Russland und China als Gegengewicht , sind unsere einzige Chance, der totalen Versklavung durch die Eliten zu entkommen.

  3. …ja wie mehltau legt sich die geistige vergewaltigung auf die völker europas..insbesonders auf brddr und österreich..

    es ist an der zeit , dagegen aufzustehn..und zu kämpfen..und die geistigen fesseln abzuwerfen!

    und die folterknechte des geistes ,dieser völker anzuprangern..

  4. Der Mensch lebt im Dualismus, seit er vom Jäger und Sammler in kleinen Gruppen zum sogenannten sesshaften Kulturmenschen mutierte.

    Innerhalb größerer Gruppen und innerhalb des sesshaft Werdens war es erforderlich für die ersten in Arbeitsteilung hergestellten Waren ein Tauschmittel einzusetzen. Hier fasst die uminterpretierte Erzählung von Kain der den Abel erschlug.
    Es ist eine Metapher für dieses Problem, da die damaligen Führer nicht wussten, warum ihre Gesellschaften dauernd zusammenbrachen, wenn die Einen soviel Kapital angesammelt haben, bis sie keine Verzinsung mehr führ ihre Ausleihungen fanden. Denn wie heute noch, verteilt das Geldsystem mit seiner Zinseszins-Verzinsung quasi automatisch das Tauschmittel von realer Wirtschaft zu stehendem Kapital.

    Der Sündenfall, der in der Bibel beschrieben wird, hat eine ähnliche Grundlage, beschäftigt sich diesbezgl. aber mit dem Untertan-/ Obrigkeitsverhältnis.

    Später hat man einfach aufgrund der “ Unlösbarkeit “ dieses Problems Tricks verwendet, damit die arbeitende Bevölkerung nicht aufmuckte. So kam man von vielen Göttern, über einzelne Naturgötter zum monotheistischen Gott ( Dualismus Gott/Mensch ). Wer sich diesen Zusammenhang aufmerksam erarbeitet, der versteht auch die Moses Geschichte und die Gebote ( des Wirtschaftens ). Literatur wäre hier zu nennen von Prof. Gustav Ruhland. Einfach suchen, die Literatur ist als pdf im Internet kostenlos unter vergessene Bücher zu finden.

    Natürlich will heute niemand etwas davon wissen. Wer will schon sein kostenloses Luxusleben gegen profane Solidarität eintauschen. Der erste der das wohl bis in die Details erkannte war Jesus von Nazareth, der es ebenfalls wegen der Gefahr der Verhaftung in Metaphern versteckte. Geholfen hat´s bekanntlich nicht. Man kam ihm auf die Schliche. Als Märtyrer für eine weitere Religion hat man ihn dann bis in die heutige Zeit missbraucht ( Nag Hamadi, Thomas Evangelium, das einzig echte leider nicht in der Bibel ).

    • ….auch dir ein buchtitel dazu….. am anfang war der fortschritt- zecharia sitchin…da kommst du sicher zu ganz anderen schlußfolgerungen..

      ..viel vergnügen…

      ..zu moses … so er so gelebt wie beschrieben…war ein mörder..er erschlug nicht nur einen egypter..er war ein mehrfacher mörder..einer, den die „götter“ sprich -biblische nefilims in der genesis – gut gebrauchen konnten , waren sie doch selbst nichts weiter als mördergesindel..die , die menschen versklaften..

      ..hätte der feige abraham damals die drei „erschienen“unter der eiche von mamre , verifiziert als der herr, mit einem knüppel erschlagen , wäre vieles zum besseren gekommen..( alles nachzulesen im „heiligen “ buch -die bibel..)

      ..auch kain und abel sind keine metapher , auch kain war ein mörder und wurde belohnt von den „göttern“
      sprich biblische nefilims..

      ….zum nazarener ist zu sagen, er sagte die wahrheit dafür kreuzigte man ihn , auch heute noch wirst du für das verkünden von wahrheit „gekreuzigt“…eben auf andere art..

      ..das monotheistische „gottesgefüge “ hängt direkt mit den genesischen biblischen nefilims zusammen..
      wegen ihrer machtkämpfe auf erden… schwang sich einer zum alleinigen „gott“ auf…das fortgeführte machtkämpfen spüren wir heute auf sehr drastische weise..

      wer augen hat der sehe…und wer ohren hat der höre .. dieser spruch hat nichts von seiner gültigkeit verloren..

      …verrate dir gerne weitere buchtitel zur aufklärung..

  5. Es kann nicht angehen das wir aufgehätzt werden sollen durch unsere eigenen Medien .
    Jeder Mensch weiß seinen wert zu schätzen aber wer kann sich den seine Arbeit selber leisten?
    Nicht die Jenigen die den Hammer in der Hand haben . Wir werden geschröpft von unseren Eigenen System was wir Politik nenen , dabei tragen sie nur den willen Träume war zu machen ihre Träume nicht unsere Wir alle sind Werkzeuge des Kapitallismuss ! Wir sind freiwelig Sozial unseren eigenen Landsmännern gegenüber und sorgen auch für andere. Sozial ist dem anderen das zu gönnen was man sich selbst leisten kann er hat ja dafür gearbeitet ! Arbeit lohnt sich nur in den Stufen wo neues Erfunden werden kann , das ist nicht unser intresse wir wissen wie es gehen kann . Wir sind die noch starke Wirtschaft die dazu gezwungen wird für andere Unsere Maschienen zu bedienen . Uns gehört so einiges nicht mehr , das Recht Arbeiten zu gehen und es wieder Machen zu müssen ist unsere versklavung . Wir können nicht sparen , Wir können nicht Sozial teilen weil wir selber nix zum teilen haben ohne unsere Träume aufgeben zu müssen ! Ich will ein Deutschland wo man den einfachen Mann Arbeiten sehen kann ohne zu agumentieren warum er das machen muss! Wir wollen Sozial für einander dar sein , wir wollen kein Leid auf der Welt aber wir müssen anfangen uns selbst zu Helfen ! Deutschland kann exestieren und dabei die Welt in ruhe lassen aber die Wellt kann nicht ohne Deutschland ! Unser potenzial wird aus uns ausgequetscht ohne einmal Danke zu Sagen , wir sind diejenigen die zu viel finanzieren ohne davon zu wissen mit agumenten wie Nazi werden wir ausgebremst und dum gehalten ! Wir haben schon lange keine besatzung mehr verdient aber wie kann man das Geld besser aus einen Land wegschafen als dort geheim zu Operieren ! Wir wollen Klarheit über unser Land was wir verzweifelt versuchen in Ordnung zu halten . Wir wollen für unsere Sozialeader nicht beschimpft werden . Kapitalismuss gegen Soziallismuss wir sind ein Sozialstaadt und haben es nicht verdient als Nationalsozialisten beschimpft zu werden! Da ist mir jede Hilfe recht Europa unabhängich vom Eurowerkzeug der Schulden machenden Banken zu befreien . Grichenland hat nix falsches gemacht sie sollen eben nur für Zinsen Arbeiten gehen. Der standort der Banken in Grichenland lohnen sich damit wieder! Asien und Europa gehören er zusammen als America zu uns ! Die Handelsverbote zu Asien gehören mit abgeschaft die Zuckerindustrie(der Anfang) ist schon lange nicht mer relevant ! Bündnis vor Profit !

  6. aus der seite , zur info , was da abgeht..

    http://www.info-direkt.at/der-boese-assad-der-boese-gaddafi-nun-der-boese-putin/

    Der böse Assad, der böse Gaddafi, nun der böse Putin …
    24. Februar 2015
    Der böse Assad, der böse Gaddafi, nun der böse Putin …
    … Wie der Westen seine Kriege verkauft und dabei ein mörderisches Geschäft macht
    Politik der Ablenkung und wirtschaftliche Spielvariablen in der Ukraine und die Parallelen mit Syrien, Libyen und dem Irak

    Von Ghada Chehade
    Zitiert von der Seite http://russia-insider.com (21.02.2015)

    Im Ukraine-Konflikt sollte man unbeachtlich der Friedensgespräche zwischen Putin und den westlichen europäischen Staats- und Regierungschefs keinesfalls die ökonomischen Akteure und Interessen aus dem Auge verlieren, die von diesem Konflikt und dem dadurch ausgelösten Regimewechsel profitieren. Die Mainstream-Medien konzentrieren sich zumeist darauf, ein bestimmtes vorgegebenes Feindbild zu malen und Einzelpersonen zu dämonisieren, sei es Putin im Falle der Ukraine oder Saddam Hussein im Irak, Gaddafi in Libyen oder Assad in Syrien. Hingegen kommen kritische Untersuchungen darüber, wie dritte Akteure solche Konflikte und Situationen ausnutzen, um politisch-wirtschaftliche Motive zu verfolgen, meist zu kurz. Dabei geht es um solche Fragen wie Zugang zum Erdöl, Auferlegung von Knebelkrediten des IWF und generell um die Unterdrückung jeglicher politischer Ambitionen, welchen den imperialen und wirtschaftlichen Interessen der „guten Seite“ entgegenstehen.

    In den westlichen Medien existiert eine gefährlich falsche Grundtendenz insofern, dass jede Kritik an westlichen imperialen und Unternehmensinteressen gleichgesetzt wird mit Unterstützung für die „bösen“ Vertreter der Gegenseite wie etwa Putin und Gaddafi. Es handelt sich natürlich um eine gezielte Ablenkungspolitik, bei der jeder Widerstand gegen neoliberale und imperiale Politik – wie etwa IWF-Kredite mit Sparauflagen, welche ein ganzes Land und seine Bevölkerung in Not und Armut stürzen – als Unterstützung für Tyrannen gebrandmarkt wird (so jedenfalls im Jargon westlicher Propaganda).

    Im Falle des Ukraine-Konflikts sind die westlichen Medien wegen der Krim-Annektion derart auf die Dämonisierung des russischen Präsidenten Wladimir Putin fixiert, dass einem anderen Phänomen wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, nämlich der ökonomischen Annektion der Ukraine durch die Großkonzerne. JP Sottile sprach in einem Bericht im „Ecologist“ von einer „Corporate Annexation“ [1], nicht ohne dies durch ein drastisches Foto (Hitlers Besuch bei der Heeresgruppe Süd am 10. März 1943) zu untermalen. „Für amerikanische Unternehmen wie Monsanto, Cargill und Chevron ist die Ukraine eine Goldmine, was Gewinne aus Agrarwirtschaft und Energieausbeute anbelangt“, so der Bericht.

    Einige kritische europäische Parlamentarier, so etwa Birgit Bock-Luna von der Linksfraktion, sehen im Ukraine-Konflikt bloß einen Vorwand, um es Unternehmen im Bereich der Agrochemie und der landwirtschaftlichen Biotechnologie, welche mit Mitteln des IWF, der Weltbank oder der Europäischen Bank für Wiederaufbau finanziert werden, zu ermöglichen, das heißbegehrte Ackerland der Ukraine unter ihre Kontrolle zu bringen [2]. Auch hier dient die Ablenkungspolitik – der Westen gegen Wladimir Putin als Verkörperung des Bösen – dazu, die massive Aneignung von Ackerland zu vertuschen, womit sich westliche Agrarkonzerne maßlos bereichern und zugleich unsaubere Geschäftspraktiken wie GVO-Kulturen zur Anwendung bringen. Nach dem erputschten Regimewechsel hat die neue ukrainische Regierung promt Sparmaßnahmen im Gegenzug zu sogenannter „Hilfe“ durch IWF und Weltbank vereinbart. Neben den verheerenden Auswirkungen dieser Reformen auf den Lebensstandard und die Verarmung der Ukrainer [3] ermöglichen diese zugleich den westlichen Agrarkonzernen, die bisher in Europa sehr eng gezogenen Grenzen für GVO-Produktion elegant zu umgehen. Wie Stephen Lendman in einem aktuellen Bericht erläutert [4], galt die Ukraine schon seit langem als der „Brotkorb“ Europas. „Der Schwarzboden der Ukraine ist ideal für den Anbau von Getreide geeignet.“ Die Ukraine umfasst ca. ein Drittel des europäischen Ackerlandes und bietet ein enormes landwirtschaftliches Potenzial. Für westliche Großunternehmen der Agrarindustrie ist die Ukraine somit ein ideales Ziel, um sich durch Experimente mit gentechnisch veränderten und chemisch behandelten (lies: vergifteten) Nahrungsmitteln zu bereichern.

    Denken wir zurück an die wirtschaftlichen Beweggründe für die US-Invasion im Irak im Jahre 2003 und den „Krieg gegen den Terror.“ Heute ist es zwar allgemein bekannt, dass die Bush-Regierung damals gelogen hat: Saddam Hussein – ehemaliger Verbündeter der USA und bald darauf Staatsfeind Nummer eins – hatte keine Massenvernichtungswaffen, doch als Vorwand dafür, das Land zu überfallen, war das Argument allemal gut. Die Motive für den Krieg gegen den Irak waren tatsächlich in erster Linie wirtschaftlicher Natur, da er den großen US-Unternehmen jede Menge Möglichkeiten eröffnete, sich beim „Wiederaufbau“ des zuvor vom US-Militär zerstörten Landes (also Infrastruktur, Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen etc.) maßlos zu bereichern, wobei die Verträgen weitgehend vom US-Steuerzahler bezahlt wurden. Daneben gab es aber auch noch massive Gewinne, welche von US-Ölfirmen und zugehörigen Dienstleistungsunternehmen wie Halliburton und Chevron eingefahren wurde. Die Firma Halliburton allein, der niemand geringerer als der ehemalige US-Vizepräsident Dick Cheney vorstand, soll im Irak-Krieg 39,5 Milliarden Dollar Gewinn gemacht haben.[5]

    Auch das Engagement der NATO in Libyen war größtenteils wirtschaftlich begründet. So wie Saddam war Gaddafi ein Verbündeter bzw. „Ex-Feind“ des Westens, der erst infolge der im Jahr 2011 gegen ihn angezettelten Rebellion erneut in Ungnade fiel. Während die USA scheinheilig behaupteten, das NATO-Engagement in Libyen hätte humanitäre Gründe [6], war es nach Ansicht von Analysten ganz klar, dass es in Wirklichkeit um Öl und um die Absicherung des globalen Währungssystems ging. Wie Alex Newman im „New American“ belegt, wurde Gaddafis Regime binnen weniger Jahre von einem „Modell“ und „wichtigen Verbündeten“ des Westens zu einem Feind und zum Ziel eines Regimewechsels umstilisiert.[7] Diese plötzliche Veränderung der Popularität Gaddafis hatte natürlich etwas mit seinem Plan zu tun, libysches Öl nicht mehr auf US-Dollar-Basis zu verkaufen – ein Albtraum für die Gralshüter des Dollars und für die US-Wirtschaft.

    Auch der Plan für die Intervention in Syrien wurde und wird von Ölinteressen und nicht von humanitären Erwägungen getragen. Nafeez Ahmed erläutert in einer umfassenden Analyse im britischen „Guardian“, dass Kriegsgewalt einschließlich der Tötung von Zivilisten von beiden Konfliktparteien aus rein geopolitischen Motiven in Kauf genommen wird, um die Kontrolle über Öl und Gas-Pipelines zu erhalten. [9] Die Analyse stützt sich auf zahlreiche offizielle Quellen, einschließlich zugespielter Regierungsdokumente und Aussagen von ehemaligen NATO-Vertretern sowie des ehemaligen französischen Außenministers Roland Dumas. [10] So sei es schon im Jahr 2011 zu einer gemeinsamen Ausbildung der „syrischen Opposition“ durch USA und Großbritannien gekommen, um einen Zusammenbruch des syrischen Regimes „von innen“ auslösen.

    Während es also im Falle von Irak, Libyen und Syrien haupsächlich darum geht, sich die Ölvorkommen unter den Nagel zu reißen (und zusätzlich, im Falle von Libyen, zur Absicherung des US-Dollar und der europäischen Banken), so geht es im Falle der Ukraine vor allem um Landraub und um die Absteckung der Claims der westlichen Agrarindustrie auf dem reichen und fruchtbaren Boden des Landes für ihre GVO-Pläne, für die ein 17 Milliarden Dollar schwerer kondizionierter IWF-Kredit die notwendige Abpolsterung liefert. Wie Joyce Nelson in einem Artikel im „Ecologist“ feststellt, hatte der seinerzeitige Präsident der Ukraine Viktor Janukowitsch noch Ende 2013 ein mit einem IWF-Kredit über 17 Milliarden Dollar verknüpftes Assoziierungsabkommen der Europäischen Union abgelehnt und stattdessen für einen russischen Hilfskredit im Wert von 15 Milliarden Dollar in Verbindung mit einem Rabatt auf russisches Erdgas optiert.[11] Diese Entscheidung sei ein entscheidender Faktor für die Auslösung der tödlichen Proteste auf dem Maidan gewesen, die zu Janukowitsch‘ Sturz im Februar 2014 und zur gegenwärtigen Ukraine-Krise geführt haben. Dies bedeutet, dass der nunmehrige IWF-Kredit mit allen seinen durch unersättliches Gewinnstreben diktierten Auflagen bereits vor dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Janukowitsch auf dem Tisch lag bzw. das der Regimewechsel es geradezu erst ermöglicht hat, dass dieser Kredit realisiert wurde.

    IWF-Kredite sind regelmäßig an strenge wirtschaftliche Umstrukturierungsbedingungen in Form von Strukturanpassungsprogrammen (sogenannte SAPs) gebunden. Diese Programme zwingen den Kreditnehmer, seine Wirtschaft durch Einsparungen bei den öffentlichen Ausgaben und Subventionen in Bereichen wie Beschäftigung, Einkommenssicherung, Gesundheit und Bildung sowie durch Privatisierung (früher frei zugänglicher) Dienstleistungen wie im Bereich des Gesundheitswesens neu zu strukturieren. Die Anwendung solcher IWF-Bedingungen auf die Ukraine kann nur zur Verwüstung und Verarmung des Landes führen.

    • спасибо,интересно было прочитать .   Übersetzung:  Vielen Dank, es war interessant zu lesen 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here