Israels Staatspräsident Reuven Rivlin. Bild: Wikimedia / Itzike CC BY-SA 3.0

Staatspräsident Reuven Rivlin sagt öffentlich aus, dass er Israel zum ersten Mal auf sich allein gestellt sehe. Schuld daran seien die Spannungen zwischen US-Präsident Barack Obama und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu.

Von Thomas Schmied

"Zum ersten Mal sehe ich, dass Israel isoliert ist", erklärt Israels Staatspräsident Reuven Rivlin in einem Gespräch mit verschiedenen israelischen Medien am vergangenen Donnerstag. Die Spannungen zwischen der israelischen und der amerikanischen Regierung hätten dazu geführt, dass Israel weltweit alleine dastehe, führte Rivlin weiter aus.

In dem Gespräch äußerte sich Rivlin auch zu den Morddrohungen gegen ihn. Diese Drohungen traten auf, nachdem er selbst die Anschläge von extremistischen Juden gegen Palästinenser und gegen Schwule scharf verurteilt hatte. Rivlin betonte, dass er sich nicht für seine Meinung schäme und auch keine Angst hätte. Weiterhin erklärte er, er sei ein Anhänger des Zionistenführers Se’ev Jabotinsky. Dieser hatte an die Rückkehr der Juden nach Israel geglaubt, aber auch deutlich betont, dass Juden dort nicht alleine seien. "Wir sind hier mit anderen Nationen. Wir führen keinen Krieg gegen den Islam. Wer so einen Krieg sucht, ist verrückt."

Raketen werden auf Tel-Aviv fallen

Als Grund für die angesprochene "Isolation" nannte Rivlin das Auftreten Benjamin Netanjahus gegenüber Barack Obama. Der israelische Premierminister hätte angeblich so getan, als sei Israel den USA ebenbürtig. "Das wird Israel schaden. Ich bin sehr besorgt über die Front, die sich zwischen Obama und Netanjahu aufgetan hat, und darüber, wie das die Beziehungen mit den USA beeinflusst", sagte Rivlin.

Loading...

Obama gab am Mittwoch in einer Rede in Washington erneut bekannt, dass das Atomabkommen mit dem Iran essentiell sei. Dabei betonte er, dass alle Welt das Abkommen gut heiße, nur die israelische Regierung tue dies nicht. Obama warnte zudem den US-amerikanischen Kongress davor, Mitte September gegen das Abkommen zu stimmen. Es sei "die einzige Alternative zu einem Militärschlag."

Vor der Abstimmung des US-Kongresses über den "Atomdeal" mit dem Iran Mitte September, versuchen Gegner und Befürworter die öffentliche Meinung zu manipulieren. Obama traf sich am Dienstag dafür mit amerikanischen Juden. Er warnte, ohne Atomdeal seien "die USA zu einem Militärschlag gegen den Iran gezwungen." Der wiederum würde mit Terrorgruppen wie der Hisbollah gegen Israel vorgehen. "Das bedeutet, mehr Hisbollah-Raketen fallen auf Tel Aviv", zitierte die Onlinezeitung "Times of Israel" Barack Obama.

 

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende unter dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE54 7001 1110 6052 6763 88, BIC: DEKTDE7GXXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

4 KOMMENTARE

    • Ja, leider gezwungen, nicht?

      Soe wie zur Intervention in Vietnam wegen des Tonking-Zwischenfalls,

      zum Angriff auf den Irak wegen der Massenvernichtungswaffen,

      zum Eintritt in den zweiten Weltkrieg wegen des bösen Überfalls auf Pearl, der schon zwei Jahre lang orovoziert worden ist,

      zum Eintritt in den ersten Weltkrieg, weil der mit Munition vollgestopfte Dampfer Lusitania in die Luft flog,

      zur Kriegserklärung an DSpanien wegen der Selbstversenkung der USS Maine,

      Zum Angriff auf Mexico …..

      Seit 1776 hat dieses raubnest keine 3 Jahre am Stück KEINE Kriege geführt!

  1. Die US-Regierungen seit Kennedy sind zionistische Marionetten.

    Ist Rivlin natürlich auch bekannt.

    Da wird mal wieder das alte, bekannte "Oy Wey, Jewalt" angestimmt, um auf die Mitleidstour zu machen, wie es diese Berufsopfer gewohnt sind.

    Dann wird Merkel die Kosten schon übernehmen. Wozu hat sie sonst die ganzen israelischen Orden und Preise bekommen?

  2. Nun, seitens der UNO ist Israel aber schon länger isoliert. Es unternimmt keine glaubwürdigen Schritte, mit seinen Nachbarn (Ausnahme Ägypten), besonders den Palästinensern, einen Ausgleich herbei zu führen. Aktuell treibt es offensive Operationen in der Region voran.
    Es besitzt seit 40 Jahren Atombomben, ohne dieses Faustpfand im positiven Sinne zu nutzen.
    Das israelische Volk und die Regierung akzeptieren die starke Einflussnahme religiöser Fanatiker zur Erhaltung des status quo, was nach meinem Verständnis das Existenzrecht dieses Staates zunehmend
    erodiert. Daneben scheint diese Regierung außerstande, die mehr und mehr instabile Finanz- und Schuldenkrise ein zu preisen, mit nicht absehbaren Folgen….
    Nicht lernfähige „Elitevölker“ werden nach Darwin eben untergehen müssen, zumal in solch exponierter Situation. Die an dieser Lage Unschuldigen tun mir leid….
    Eigentlich höchste Zeit, deutsches Geld für bessere Zwecke zu verwenden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here