Kataloniens Regierungschef, Artur Mas. Bild: youtube.com

Der Regierungschef Kataloniens, Artur Mas, gibt nicht auf. Nach der letztjährigen Niederlage im September, als ihm das spanische Verfassungsgericht einen Strich durch die Rechnung machte und deshalb ein Unabhängigkeitsmemorandum unmöglich wurde, holt Mas zum nächsten Befreiungsschlag aus. Neuwahlen sollen indirekt auch in die Unabhängigkeit von Spanien führen.

Von Andre Eric Keller

Artur Mas' Worte sind bestimmt und siegessicher. Er ist davon fest überzeugt, dass die Bevölkerung von Katalonien Freiheit und Selbstbestimmung gegenüber der Fremdherrschaft durch die spanische Zentralregierung vorzieht. Die Neuwahlen im September sind daher nicht als Eingeständnis seiner Niederlage von 2014 zu sehen. Denn die Neuwahlen sollen in Wirklichkeit Mas den Rücken stärken und in weiterer Folge sollen diese der Anlass sein, um die Unabhängigkeitsbestrebungen innerhalb der nächsten Monate zu finaliseren.  

Wie soll es nun zu einer Separation Kataloniens kommen? Artur Mas ist Generalsekretär der Partei Demokratische Konvergenz Kataloniens (CDC), einem langjährigen Mitglied des Parteienbündnisses Convergencia i Unio (CiU), welches aber aufgelöst wurde. Schon wurde ein neues Bündnis geschmiedet, welchem sich die Linksrepublikaner (ERC) und separatistische Bürgerintiativen anschließen werden. So soll bei den vorgezogenen Wahlen mit einer gemeinsamen Kandidatenliste die Mehrheit im katalanischen Regionalparlament erzielt werden. Indirekt soll dies auch der Startschuss dazu sein, innerhalb von nur acht Monaten die Unabhängigkeit auszurufen.

Die spanische Regierung in Madrid sieht das offiziell gelassen. "Niemand wird Spanien auseinanderbrechen. Die Wahl dient allein dem Zweck ein neues Regionalparlament zu wählen", beschwichtigte Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy. Unterdessen meldet sich eine spanische Organisation namens Manos Limpias (Saubere Hände) zu Wort. Sie verlangt die Festnahme des katalonischen Regierungschefs, und brachte wegen der Seperationsbestrebungen eine Anzeige bei der Generalstaatsanwaltschaft gegen Mas ein. 

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Artur Mas zu Euronews:

 

“Katalonien befindet sich nicht in einem Normalzustand. Wenn eine eindeutige Mehrheit der Menschen wünscht, demokratisch und friedlich über seine Zukunft zu entscheiden, und dieses Recht immer wieder aberkannt wird, genau wie jede Art von Dialog zurückgewiesen wird, dann ist das eine außergewöhnliche Situation, die außergewöhnliche Entscheidungen verlangt.”

 

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3 KOMMENTARE

  1. Das Bündnis für die Unabhängikeit wird in Katalonien von ca. 75 -80% der Bevölkerung getragen (das schliesst auch die hier lebenden Ausländer mit ein) und ist parteiübergreifend. Niemand, der in Katalonien lebt, hat hier das Gefühl das die katalanische Unabhängigkeit eine Niederlage in 2014 erlebt hat, eher im Gegenteil das Ergebnis des Referendums war ja recht eindeutig.
    Die Frage die sich jeder stellen sollte, reden wir hier von dem Selbstbestimmungsrecht eines Volkes ? (und dieses kann nicht in Madrid entschieden werden, auch wenn versucht wird es dort zu verhindern..z.b. durch Gesetzesänderungen, .), oder bevorzugen wir die Sichtweise, daß die Katalanen böse Separatisten sind.
    Die Unabhängigkeiten von Litauen, Slovenien, Slovakei etc… wurden allgemein begrüßt, ging es ja hier auch um die Aufweichung des „Ostblocks“ oder war es ein demokratisches Grundrecht ?
    Nun ich wünsche mir, daß es Katalonien gelingt ihre Unabhängigkeit auf demokratischen Wege zu erreichen.
    Ich bin davon überzeugt, daß ein unabhängiges Katalonien eine Bereicherung für Europa sein wird.

  2. iCH WÜNSCHE DEN kATALONIERN VIEL gLÜCK. Wenn eine eindeutige Mehrheit der Menschen wünscht, demokratisch und friedlich über seine Zukunft zu entscheiden, dann soll sie das auch können. Leider ist bei solchen Entscheiden oft auch Betrug im Spiel (siehe Schottland, wo der massenhafte Betrug dokumentiert ist und keinerlei Reaktion erfolgt)

  3. Der Preusse wünscht Katalonien Glück, diesen notwendigen Schritt erfolgreich zu tun. JEDES Volk sollte in freier Selbstbestimmung leben dürfen.

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