Mistral-Hubschrauberträger: Frankreich zahlt Russland aus

Lange währte der Streit um die beiden Mistral-Hubschrauberträger, die Russland in Frankreich bestellte und die Paris nach der Ausrufung der Sanktionen nicht mehr ausliefern wollte. Nun wurde man sich einig.

Von Marco Maier

Auch wenn Frankreich und die NATO-Staaten mit den beiden Mistral-Hubschrauberträgern aufgrund der technischen Spezifikationen nichts anfangen können, hat sich Paris dazu entschlossen, Moskau die Anzahlung für die beiden Schiffe zurückzuzahlen und selbst über sie verfügen zu können.

Für die Franzosen ist dies zwar aus finanzieller Sicht ein Eigentor, da sie die Schiffe im Falle einer Nutzung durch NATO-Staaten teuer umrüsten müssen – doch die Befehle aus Washington gehen eben vor dem wirtschaftlichen und finanziellen Eigennutz. Damit hat der Wirtschaftskrieg der westlichen Eliten gegenüber Russland wieder einmal ein Opfer in den eigenen Reihen gefordert.

Frankreichs Wirtschaft braucht umfangreiche Auslandsaufräge genauso wie der Staat die Steuereinnahmen aus solchen Geschäften. Mit der Stornierung des Deals muss der Steuerzahler vorerst für die Kosten aufkommen, auch wenn bereits Länder wie Kanada, Singapur oder Ägypten Interesse angemeldet haben. Im ersteren Falle müsste das Schiff erst einmal auf die NATO-Technik umgerüstet werden, wofür die Franzosen selbst aufkommen müssten – im letzteren Falle wäre es ein Risikogeschäft, da die Ägypter selbst auf einem gewaltigen Schuldenberg sitzen und diese Investition lediglich auf Kredit stemmen könnten.

Den Verkauf der Kriegsschiffe an Russland stoppte Präsident Hollande nur auf massivem Druck der Verbündeten hin, obwohl die Sanktionen bereits abgeschlossene Geschäfte gar nicht berührten. Den finanziellen Schaden für die französischen Steuerzahler hat nun er zu verantworten.

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6 Kommentare

  1. Der Schaden am Image von Frankreich ist noch ger nicht abzuschätzen, wenn sich damit herausstellt, dass die Grande Nation in Wirklichkeit ein Schuhputzer des grinsenden Halbweißen in Washington ist und damit solche Geschäfte von den USA abhängig bleiben.

  2. Wenn ich Putin wäre, würde der Handel mit Frankreich in Zukunft in weiten Bereichen auf Eis liegen. Frankreich ist kein verlässlicher Partner. Die anderen westlichen Staaten ebenso nicht. Aber er kann ja den Gaspreis als Revache erhöhen, für die Länder, die es besonders übertrieben haben.

  3. Die Europäer kriechen dem Ami soweit in die Gedärme, bis sie letzendlich dem Ami am Hals wieder rauskommen. Dieser Devotismus vor den Yankees schafft doch keinen Respekt. Arschkriecher werden selten für voll genommen. Das wird sich bald rächen.

  4. Wer sich politischen druck aus Washington beugt, beweist doch nur das er seine nationale Integrität längst verloren hat. Denn ohne die zumindest moralischen Billigung, des Treibens der US- Administration durch die europäischen Länder und anderer Mitläufer, würde jeder die USA als dass sehen, was sie sind. Eine von Ego-manische und käuflichen Psychopathen geführte Nation, die jeden für ein paar Silberlinge verkaufe würde, um einen Vorteil zu erlangen. Der wahre Judas.

  5. Eigentlich kann Russland froh sein diese monströsen Schiffe nicht abnehmen zu müssen, denn sie sind militärisch gesehen absolut nur eine riesige Zielscheibe. – Schwachsinn hoch zehn!

    Die Schiffe müssen geisteskranke russische Waffennarren seinerzeit bei den Franzosen bestellt haben. Korruption ist gar nicht undenkbar.

    Die Russen solllten auf superleise UBoote und Hyperschallraketen setzen.

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