Bild: Flickr / KLMircea CC-BY-SA 2.0

Drei Anschläge in Istanbul, vier tote Menschen, mindestens zehn Weitere verletzt. Zunächst hatte sich ein Attentäter vor einer Polizeiwache in die Luft gesprengt, dann gab es ein Feuergefecht. Kurz darauf wurde das US-Konsulat in Istanbul angegriffen.

Von Thomas Schmied

Die Millionenstadt und Metropole Istanbul wurde von insgesamt drei Anschlägen heimgesucht. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet von vier getöteten Menschen und mindestens zehn weiteren Verletzten. Der erste Anschlag ereignete sich direkt vor einer Polizeiwache im Viertel Sultanbeyli. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich mitsamt seinem Auto in die Luft. Die Explosion versursachte ein Feuer in der Polizeiwache, ein Teil des Hauses stürzte ein. Zudem gab es Beschädigungen an benachbarten Häusern und rund zwanzig Autos. Mindestens zehn Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Als die Spurensicherung eintraf und den Tatort untersuchen wollte, ereignete sich ein zweiter Anschlag. Angreifer eröffneten das Feuer auf die Einsatzkräfte. Es kam zum Gegenfeuer. Anadolu berichtet, dass zwei mutmaßliche Täter getötet wurden. Auch ein Polizist ließ bei einem der Attentate sein Leben. Die Angaben darüber widersprechen sich jedoch noch.

Angriff auf das US-Konsulat in Istanbul

Der dritte Anschlag folgte kurz nach den ersten beiden: zwei Attentäter griffen das US-Konsulat in der Stadt an, wie der Sender CNN Türk berichtete. Zwar erwiderte die Polizei das Feuer, doch konnten die Täter dennoch fliehen. Niemand sei verletzt worden. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Cihan, handelte es sich bei den beiden Attentätern um einen Mann und eine Frau. Die mutmaßliche Täterin soll zwischenzeitlich festgenommen worden sein, meldet Reuters. Eine andere Narichtenagentur meldete, dass die Täterin der linksextremen DHKP-C angehören soll.

Loading...

Bislang bekannte sich allerdings noch niemand zu den Anschlägen. Diplomatische Einrichtungen der USA in der Türkei wurden in der Vergangenheit wiederholt das Ziel von Anschlägen. Für die Sicherheitskräfte in der Türkei gilt aktuell höchste Alarmbereitschaft. Im vergangenen Monat gab die Regierung einen "synchronisierten Krieg gegen den Terrorismus" bekannt. Seither greifen die Streitkräfte wiederholt sowohl die Islamisten-Miliz "IS" in Syrien, als auch kurdische Extremisten im Nordirak an. Der dabei wieder entfachte Konflikt zwischen Ankara und der kurdischen Arbeiterpartei PKK (die als terroristische Organisation gelistet wird) forderte die letzten Wochen mehrere Tote. Die Gewalt im Land nimmt zu, daran ändern auch die zahlreichen Festnahmen nichts.

Auch der Südosten erneut von Anschlag heimgesucht

Es bleibt unübersichtlich: Auf die Anschlagsserie in Istanbul erfolgte offenbar eine weitere Bombenexplosion. Diesmal und erneut im Südosten des Landes, berichten türkische Medien. Mehrere Menschen sollen getötet worden sein. Der Anschlag ereignete sich laut Angaben in der Region Silopi (Provinz Sirnak), die an den Irak und Syrien grenzt. Die Nachrichtenagentur Dogan berichtet von mindestens vier türkischen Polizisten, die bei dem Anschlag ums Leben kamen. Doch die Zahl der Toten bleibt unklar: laut Reuters, die sich auf Militärangaben bezieht, sei bei dem Anschlag ein türkischer Soldat getötet worden. Kurdische Militante hätten das Feuer auf einen Militärhelikopter eröffnet, der gerade im Startvorgang war. Sieben weitere Soldaten seien verwundet worden.

Als Täter kommen bislang kurdische Rebellen, Extremisten des "Islamischen Staats", sowie die linksextreme Gruppe Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) in Frage. Die DHKP-C hatte vor zwei Jahren einen Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara verübt. Ein Vertreter dieser Botschaft sagte nun der Nachrichtenagentur AFP, "es gebe noch keinerlei Erkenntnisse zu dem Angriff auf das Konsulat in Istanbul". Auch ist bislang unklar, ob die Anschläge in Istanbul und Silopi in Verbindung zueinander stehen.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende unter dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE54 7001 1110 6052 6763 88, BIC: DEKTDE7GXXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

1 KOMMENTAR

  1. Sieht nach False-flag-Aktivität aus. Das gibt doch Grund, die kriegerischen Auseinandersetzungen aufrecht zu erhalten und gleichzeitig die Türkei zu destabilisieren.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here