Bild: Flickr / Thomas Belknap CC BY-SA 2.0
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Die Globalisierung der Wirtschaft soll Wohlstand für alle bringen, doch tatsächlich sorgt die zunehmende Verflechtung für massive Verwerfungen. Hustet ein Wirtschaftszentrum, bekommt die Weltwirtschaft Grippe. Doch schlussendlich kommt nur Eines zum Vorschein: Wir bewegen uns zur Herrschaft der Konzerne hin.

Von Marco Maier

Vom versprochenen Wohlstand durch die zunehmende Verflechtung der Wirtschaftsräume können Milliarden Menschen nur träumen. Selbst jene in den „aufstrebenden Staaten“ leben oftmals nur von der Hand in den Mund, bei Arbeitszeiten die man im „reichen Europa“ nur noch aus Geschichtsbüchern kennt. Wie zum Beispiel Kathy, eine hübsche junge Mutter von drei Kindern aus den Philippinen, die ihren gewalttätigen Mann verlassen hat. Während sich ihre Familie um die Kinder kümmert, arbeitet sie bis zu 20 Stunden am Tag in Taiwan. Putzt 3 Häuser, pflegt eine ältere Dame und putzt zwischendurch im Restaurant ihres Bosses. Für ein Einkommen, für das ein Deutscher maximal halbtags arbeiten würde.

Doch auch im angeblich reichen Europa macht sich die Armut breit. Nicht nur im wirtschaftlich schwachen Südosten des Kontinents oder den südlichen Ländern generell. Selbst in den als wohlhabend geltenden Staaten wie Deutschland oder Österreich sind viele Menschen auf Lebensmittelhilfen der Tafeln angewiesen, um so überhaupt durch den Monat zu kommen. In den USA leben 45 Millionen Menschen von Lebensmittelmarken – den sogenannten „Food Stamps“. Gleichzeitig konzentriert sich das Vermögen bei nur sehr wenigen Menschen.

Die sogenannte „globale Arbeitsteilung“ sorgt dafür, dass die Wertschöpfung zunehmend in billige Länder verlegt wird. Zwar werden dadurch diverse Produkte vor allem für die Einwohner reicherer Länder erschwinglicher, doch die Menschen dort müssen sich zunehmend mit schlechter bezahlten Dienstleistungsjobs durchschlagen, was die dortige Wirtschaftskraft schwächt. Und auf globaler Ebene betrachtet kostet uns das nicht nur Wachstum, sondern zudem auch zusätzliche Ressourcen, da die Waren und deren Rohstoffe bzw. Vorprodukte nun deutlich größere Strecken zurücklegen müssen. Faktisch wird so neue Armut geschaffen, ohne dass ein adäquater Ausgleich in armen Ländern entsteht, während sich die Konzerne und deren Eigentümer auf Kosten von Menschen und Umwelt bereichern.

Mit der wachsenden Verflechtung der Volkswirtschaften über die Konzerne und globalisierter Produktionswege schaffen wir zudem auch gefährliche Abhängigkeiten. Früher sorgte zum Beispiel der Bankrott eines Staates oder der Zusammenbruch einer Volkswirtschaft kaum für Auswirkungen in anderen Ländern, da vor allem die Binnenkonjunktur eine entscheidende Rolle spielte. Heute jedoch sorgt das Schwächeln Chinas global für Probleme. Selbst das kleine Griechenland lässt die eigentlich große und starke EU erzittern. Und all das nur, weil wir mit diesem globalen Netz von Wirtschaft und Kapital extreme Abhängigkeiten geschaffen haben.

Konzerne wachsen – Länder spielen keine Rolle mehr

Inzwischen spielen auf globaler Ebene nur noch die multinationalen Konzerne eine Rolle. Menschen sind nur „Humankapital“ (früher auch „Menschenmaterial“ genannt). Im Endeffekt zählt nur noch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Durch die wirtschaftliche und finanzielle Macht der Konzerne sind die Staaten quasi dazu gezwungen, sich einem gefährlichen Lohn-, Sozial- und Steuerdumping zu unterwerfen. Ganz nach dem Motto: Besser viele Bürger mit einem kaum zum Leben ausreichenden Lohn in Beschäftigung zu wissen, als diese Menschen in die Arbeitslosigkeit zu schicken. Rahmenbedingungen für eine starke eigene Binnenkonjunktur zu schaffen sind eben zu teuer und aufwändig.

Und so kommt es, dass sich die Staaten weltweit zusehends verschulden, weil sie aus Angst vor Konsequenzen den kleinen und mittleren Unternehmen zwar Steuern abverlangen, kaum jedoch den multinationalen Konzernen. Damit geraten sie selbst allerdings zunehmend in die Anhängigkeit von internationalen Geldgebern, was den finanziellen Spielraum der Regierungen weiter einschränkt. Die kleineren Unternehmen, die sich komplizierte Steuersparmodelle nicht leisten können, haben dadurch allerdings einen erheblichen Wettbewerbsnachteil. Gegen die große Konkurrenz können sie nicht wirklich ankommen. Zumindest auf preislicher Ebene. Dabei sind es vor allem diese einheimischen Unternehmen, die wirklich für Arbeitsplätze sorgen und auch Steuern abführen.

Der aktuelle Weg – wozu auch die „Freihandelsabkommen“ TPP und TTIP gehören – führt uns jedoch noch tiefer in diese Welt der Konzernherrschaft, die sich derzeit vor allem durch Lobbyismus und der Finanzierung von Parteien und Politikern auszeichnet. Eine Welt, in der politische Entscheidungen nicht zu Gunsten des Gemeinwohls, sondern hauptsächlich zum Vorteil von multinational ausgerichteten Konzernen ausfallen. Schon jetzt kontrollieren die Megakonzerne große Teile der Weltwirtschaft. Oftmals gehören sie – zu nicht unerheblichen Teilen – nur wenigen Familien und sind auch untereinander so eng vernetzt, dass man es schon als ein Firmenkonglomerat bezeichnen kann. Und dieses wird immer größer und mächtiger. Ein Aspekt der Globalisierung, der in vielen Debatten leider nicht genügend Berücksichtigung erfährt.

24 KOMMENTARE

  1. Entschuldigung wegen diesem linksgrünfeidlichen Satz, aber wo und wie man an diese Sache auch gedanklich herangeht, das Konzept eines gewissen Herrn Hitler war demnach für das Volk das beste (rein sozial- und volkswirtschaftlich gesehen, meine ich jetzt).

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    Als Bürger eines Schurkenstaats sehen Bürger anderer Staaten in mir einen Schurken

    • Herr Jeh,

      deshalb wird ja auch schon in der Schule gelehrt das das Währungssystem des dritten Reichs schlecht war und scheitern muss, ohne das es ersten durch sich selbst gescheitert wäre, es zweitens mit dem aktuellen verglichen wird und drittens das bestehende gar nicht erklärt wird.

      • denn genauso geht die große Masse durch´s Leben. Immer schön nachplappern, nichts hinterfragen, geschweige denn selber erforschen.

    • Wenn es um das Wirtschaftssystem der Nazis geht, haben wir doch heute in Europa eine nahezu exakte Kopie der Pläne, die Reichs-Wirtschaftsmister Walther Funk 1942 in seinem Buch „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“ veröffentlicht hat. Er war der „Erfinder“ der EU und sogar des Euro (auch wenn seine geplante Gemeinschaftswährung nicht diesen Namen trug).

      • Danke für den Hinweis. Das Buch hole ich mir.

        Pars pro quo – im Nicknamen finden Sie einen Link. Überspringen sie die Einleitung, lesen Sie die zuletzt. Im ersten Kapitel geht es gleich zur Sache.

        Die Original-Dokumente sind eingescannt. Suchen Sie im Netz nach „Quellen zur Neuordnung Europas“. Unter „profit-over-life“ finden Sie die Dokumente.

    • Es geht gar nicht so sehr und allein um ein Währungssystem.

      Es geht um das Wohl des Volkes
      (sofern es ein solches „Wohl“ jemals gegeben hat).

      Es darf nicht darum gehen, sich einen Herrn Hitler zurückzuwünschen.

      Es geht aber auch nicht, amtierende Diktator/Innen mit „besser als Hitler“ zu jubelieren.

      Sehen wir uns doch mal um in der Geschichte, die ja nun – nachdem die transatlantischen kriminellen Einzeller alias „Die Sieger“ das vor gut 70 Jahren schon einmal getan haben – erneut in den A* gef* wird: Die Kinder von morgen werden in den Schulbüchern vorfinden, dass die Russen in den 1940er Jahren in Deutschland einmarschiert sind, und dadurch der WW2 ausbrach

      Gut, dass wegen dem Idiotenzuchtprogramm von Claudia und den linksgrünen Adolfs dann wahrscheinlich sowieso kein Kind mehr lesen kann 🙁

      Der Anfang war gemacht, nachdem der ukrainischen Regierung tonnenweise Mon Cherie zur Verfügung gestellt wurde (um die Gefühle des Schokoladenkönigs nicht unnötig zu verletzen, ohne Schokolade — was ja schon bei Harald Juhnke charakterbildend die Meinung geprägt hat).

      Und hier ist das Ergebnis des Mon Cherie-Tests:

      https://www.youtube.com/watch?v=beZVKUN6S88

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      Als Bürger eines Schurkenstaats sehen Bürger anderer Staaten in mir einen Schurken

      • Es ging NIE um das Wohl des Volkes, sondern nur um Gewinnmaximierung der Konzerne. Die “ Elite “ führt Krieg gegen die Bevölkerung

    • @ Herr Jeh

      Um Krieg zu führen, werden die Familien gestärkt, damit die Nachwuchs zeugen. Hitler hat nie verschwiegen, daß er Krieg führen will. Er war besessen vom ersten Weltkrieg und wollte zeigen, wie man es besser macht. Als der Krieg schon verloren war, saß er im Bunker in Berlin. Die Russen hatten Berlin eingekreist und trotzdem gaben er und Goebbels noch Durchhalteparolen aus. Die letzte Reserve, Kindersoldaten, wurden ins Sperrfeuer geschickt, dann hat Hitler sich erschossen und verbrennen lassen.

      Das Seltsame ist die Zählebigkeit Hitlers. Wir werden damit terrorisiert und gefoltert und je mehr, desto fester halten manche daran fest.

      Wo ist der Unterschied zwischen: „Berlin wird an der Oder verteidigt“ und „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“? Um den Teufel zu beweisen, haben sie ihn in sich bewiesen.

    • @ Herr Jeh

      Um Krieg zu führen, werden die Familien gestärkt, damit die Nachwuchs zeugen. Hitler hat nie verschwiegen, daß er Krieg führen will. Er war besessen vom ersten Weltkrieg und wollte zeigen, wie man es besser macht. Als der Krieg schon verloren war, saß er im Bunker in Berlin. Die Russen hatten Berlin eingekreist und trotzdem gaben er und Goebbels noch Durchhalteparolen aus. Die letzte Reserve, Kindersoldaten, wurden ins Sperrfeuer geschickt, dann hat Hitler sich erschossen und verbrennen lassen.

      Das Seltsame ist die Zählebigkeit Hitlers. Wir werden damit terrorisiert und gefoltert und je mehr, desto fester halten manche daran fest.

      Wo ist der Unterschied zwischen: „Berlin wird an der Oder verteidigt“ und „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“? Um den Teufel zu beweisen, haben sie ihn in sich bewiesen.

  2. Hier werden der Globalisierung teilweise Probleme angedichtet, für die sie gar nicht verantwortlich ist. Die Armut in den Schwellenländern ist ein Relikt aus der früheren, teilweise sozialistischen Zeit und kann nicht in einem Atemzug verschwinden.
    Das Staaten sich verschulden weil sie nicht genug Steuern bekommen ist schlicht und einfach falsch, sie verschulden sich um Wahlgeschenke zu finanzieren, siehe Tsipras und co., oder für Bankenrettungen, was aber immer noch NATIONALE Entscheidungen sind und unabhängig von der Globalisierung abläuft. Mit moderateren Steuern hätten sie auch die Möglichkeit große Konzerne zu besteuern, aber da sie sich statt auf ihre Kernaufgaben zu beschränken lieber massiv umverteilen, bekommen sie die Quittung die sie verdienen. Auch die begeisterten Umverteiler würden nicht aus eigener Tasche freiwillig den ganzen Mist finanzieren, den Staaten uns aufzwingen, sondern immer danach rufen dass irgendwelche Reichen zahlen sollen. Die Reichen haben aber keine Lust darauf, es sozialistischen Heuchlern Recht zu machen, Pech gehabt! Wer mehr Staat will, sollte zum Finanzministerium gehen und sein eigenes Geld dort abgeben.

    Wer Regulierung sät, wird Lobbyismus ernten. Da jedes Unternehmen befürchten muss, von sinnlosen staatlichen Vorschriften vom Markt gefegt zu werden, versuchen die auf die Gesetzgebung Einfluss zu nehmen um das zu verhindern – manchmal wird die Macht eingesetzt um kleinere Konkurrenten vom Markt zu halten, wenn man schon dabei ist. Das könnte nicht passieren, wenn der Staat es nicht als seine Aufgabe ansehen würde, in die Wirtschaft reinzupfuschen. TTIP wäre gar nicht nötig, wenn die Unternehmen nicht befürchten müssten dass ihre Aktivitäten wegen linken Aktivisten und besorgtem Gejammer in den Medien (siehe Gentechnik) torpediert werden. Wir werden keine Fortschritte mehr machen können wenn solche Ängste Investitionen verhindern.

  3. @ rote_pille

    Wenn sich der Verstand im Käfig der ideologischen (ökonomischen oder parteipolitischen) Gefangenschaft befindet, dann nimmt er die Welt nur noch aus der Perspektive derjenigen wahr, die ihn mit gesinnungsgleichen Informationen füttern.

    sie sind ein Gefangener ihrer Ideologie und zwar ein hoffnungsloser.

  4. Die Globalisierung war ein Segen für die Menschen, denn: Länder, die sich für freien Handel (nichts weiter bedeutet Globalisierung), ein starkes Unternehmertum, Privateigentum und Produktionsspezialisierung entschieden, haben im Vergleich zu Ländern, welche den Weg des Kollektivismus, der etatistischen Wirtschaftspolitik und der Selbstversorgungswirtschaft einschlugen, stark profitiert. Deutlich wird dies vor allem beim Vergleich zwischen Taiwan und Kenia, zweier Länder, die vor ca. 50 Jahren arm waren. Es ist aber Taiwan, welches heute prosperiert, weil es sich für freien globalen [sic!] Handel, Unternehmertum, Privateigentum und Produktionsspezialisierung entschied. Kenia hingegen stand eine etatistische Wirtschaftspolitik im Weg und so ist Kenia bis zum heutigen Tage ein bitterarmes Land.
    Nicht übersehen werden sollte auch, dass im Zuge der Globalisierung rund 500 Millionen Menschen der bitteren Armut und dem Hungertod entkamen.

    In den Entwicklungsländern vollzieht sich, dank der Globalisierung, heute das, was sich im 19. Jahrhundert in den heute etablierten Industrienationen vollzog:
    Kapitalismus ist gerade für die Armen gut, denn ihnen geben die “Kapitalisten” die Möglichkeit zu Wohlstand zu gelangen. Das hat die Geschichte immer wieder gezeigt, das ist also keine Theorie. So wuchs z.B. unter dem Einfluss der Manchesterkapitalisten in Großbritannien das Pro-Kopf-Einkommen zwischen 1850 und 1914 immerhin um das 2,5-fache. Wobei es von 1850 bis 1912 Null Prozent Inflation gab. (Bei zwischenzeitliche Schwankungen)

    Das populäre Geschichtsverständnis vom Manchestertum – Manchester Kapitalismus -, dass diesen hierzulande mit Elend, Not und Ausbeutung verbindet, die man aus den Romanen von Charles Dickens kennt, hat mit dem Kapitalismus der damaligen Zeit nichts zu tun. Im Gegenteil der Kapitalismus und Liberalismus hat dafür gesorgt, dass die Menschen dem Elend entkamen, denn: Die Armutsverhältnisse, für die der Kapitalismus verantwortlich gemacht wird, “waren nicht im mindesten Nova, sondern uralte Tatsachen; und sie waren nicht erst soeben in den Städten entstanden, sondern sie waren nur soeben auf dem städtischen Schauplatz erschienen.” (Franz Oppenheimer) Die Bauernbefreiung führte dazu, dass sich die ganze Masse alten, aufgehäuften Elends vom Land in die Städte ergoss, wo ihnen die kapitalistische Produktionsweise die Möglichkeit gab, ihre Lage zu verbessern, was ja auch geschah.

    Wenn im Zuge der globale Arbeitsteilung die Güterproduktion in „billige“ Länder verlegt wird, so wird den Menschen dort die Möglichkeit gegeben ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Genau das ist ja auch in den Ländern geschehen, die sich bereits frühzeitig geöffnet haben und kapitalistische Produktionsweise zugelassen haben, wie beispielsweise Taiwan, aber nicht nur dort, auch in China wurden hunderte Millionen Menschen wohlhabender als sie vor der Öffnung in Richtung Kapitalismus waren.

    Wenn es in den etablierten Industrienationen, wie den USA und Europa, heute Armut gibt, so ist diese die Folge davon, dass der Staat den Menschen zu wenig von ihrem Einkommen zur freien Verfügung lässt. Hier ist es vor allen Dingen die breite Masse der Bevölkerung, die ein durchschnittliches Einkommen erzielt, welche in Deutschland nur rund 30 % ihres Einkommens zur freien Verfügung gelassen bekommt.
    Die Gruppe der Länder mit den niedrigen Staatsquoten weist eine ungewichtete Arbeitslosenrate von durchschnittlich 5,5% auf. Die durchschnittliche Arbeitslosenrate in der Gruppe der Länder mit den hohen Staatsquoten beträgt 11,4%.
    Es ist inzwischen auch empirisch belegt, dass geringe Steuern auf Arbeit zu weniger Arbeitslosigkeit führen.
    So war in Südkorea (Besteuerungsrate: 21,5%) und Japan (Besteuerungsrate: 31,9%), in denen Arbeit relativ schwach besteuert wird, die Arbeitslosenrate mit 3,5% bzw. 3,6% vergleichsweise gering. Die von Arbeitslosigkeit stark betroffen EU-Staaten Frankreich (Arbeitslosigkeit 2014: 9,9%), Italien (13,2%), Portugal (13,9%), Spanien (24,4%) und Griechenland (26,5%) wiesen dagegen deutlich höhere Besteuerungsraten von 48,5% (Frankreich), 48,2% (Italien), 41,2% (Portugal), 40,7% (Spanien) bzw. 40,4% (Griechenland) auf.

    • @Ernst
      auch Ihnen kann man nur antworten nach dem genialen Kommentar von Hans 64:
      Wenn sich der Verstand im Käfig der ideologischen (ökonomischen oder parteipolitischen) Gefangenschaft befindet, dann nimmt er die Welt nur noch aus der Perspektive derjenigen wahr, die ihn mit gesinnungsgleichen Informationen füttern.

      Sie sind ein Gefangener ihrer Ideologie und zwar ein hoffnungsloser.

      • Der reine Kapitalismus (freie Marktwirtschaft = Persönliche Freiheit und die friedliche und freiwillige Kooperationsordnung des freien Marktes) für den ich mich einsetze, ist keine Ideologie, denn er dient nicht einem höheren Zweck. Er ist das einzige Wirtschaftssystem, das keine Ideologie darstellt. Er ist nicht nur ein Wirtschaftssystem, sondern auch ein Gesellschaftssystem. Man nennt es auch „freie Gesellschaft“.
        Dem Kapitalismus mit freier Marktwirtschaft wohnt eine sich selbst regelnde natürliche Ordnung inne (Unsichtbare Hand). So sorgt beispielsweise der Wettbewerb dafür, dass es nicht zur Monopolbildung kommt und dass die Menschen immer bestmöglich mit Gütern versorgt werden.

    • @ Ernst

      Das sehen klügere Köpfe als Sie und ich durchaus anders und die können ihre Konklusionen ebenfalls statistisch und empirisch belegen.

      Seit länger als einem Jahrzehnt befinden sich die Regierungen der wirtschaftlich stärksten Staaten der
      Erde in einer radikalen Deregulierungswut der Märkte und wem hat es genutzt? Der breiten Bevölkerung oder einigen wenigen Superreichen?

      Ab welchem Einkommen greifen die von Ihnen angeführten Steuersätze? Für Frankreich gilt seit 2014 folgende Tabelle:

      11.971 € – 26.631 € 14 %
      26.631 € – 71.987 € 30 %
      71.987 € – 151.200 € 41 %
      151.200 € – 500.000 € 48 %
      über 500.000 € 49 %

      Wieviel % aller Arbeiter fallen wohl in die Einkommenskategorie ab 71.987 € aufwärts?

      Sorry, aber ihre Darstellung ist unseriös.

      • @Hans 64
        Es geht beim Ländervergleich um die durchschnittlichen Steuern. Die Daten für die Steuern stammen von der OECD. Quelle für die Aussage: „Niedrigere Besteuerung, mehr Tausch von Arbeit“ ist ein Artikel von Benjamin Buchwald, Alexander Fink beim „Institute for Research in Economic and Fiscal Issues“.

        Von einer Deregulierung kann doch überhaupt keine Rede sein, denn allein in Deutschland wurden zwischen 1990 und 2009 über 90 Rechtsakte geschaffen, vom Anlegerschutzverbesserungsgesetz über Risikobegrenzungsgesetz bis zur Wertpapierprospektgebührenverordnung und nach wie vor gibt es in Europa zahlreiche riesige Behörden mit mehreren tausend Mitarbeitern, darunter die Europäische Zentralbank (EZB), die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die mit der Regulierung des Finanzmarktes beauftragt sind.

        Übrigens: Erhards Deregulierungen waren die Grundlage für das deutsche Wirtschaftswunder.

        Es ist empirisch inzwischen unzweifelhaft, dass wirtschaftliche Freiheit zu mehr Wohlstand für alle führt. Dokumentiert ist dieser Zusammenhang auch in der Freiheits-Rangliste der Länder dieser Welt, im „Economic Freedom of the World – Annual Report“. Daraus geht hervor, dass im wirtschaftlich freiheitlichsten Viertel der Länder das Pro-Kopf-Einkommen siebenmal höher ist, als in dem Viertel mit der geringsten wirtschaftlichen Freiheit. Im freiesten Viertel ist die Lebenserwartung ca. zwei Jahrzehnte höher als im unfreisten Viertel. Man zahlt also für Abweichung vom Kapitalismus einen hohen Preis.

    • Wer ständig rote Pillen schluckt, bekommt einen ungesunden Dauerschluckauf in Kombination mit chronischer Gehirnlähmung.

    • @ernst; die sachlage mit taiwan und Kenia ist nicht ganz korrekt. Da stecken andere Gründe dahinter.

      Taiwan hat seinen Wirtschaftsaufschwung ganz unzweideutig von 2 Computer-Herstellern geschenkt bekommen, indem die Patente für Screens und Speicher frei verfügbar gemacht wurden und demzufolge nahezu 85% aller globalen Screens und Speicher fürderhin dort produziert werden konnte.

      Kenia ist ein bitterarmes Land, weil die Stammes-Kultur es verbietet, dass das Volk reich oder ökonomisch unabhängig wird. Die diversen lokalen Königreiche in Kenia wurden allesamt unter Kenyatta zu Vasallen erklärt und der Oberkönig regiert wie zu vorgestrigen Zeiten, hält alle Fäden der Polizei, des Militär, der Banken und der Ökonomie in seinen Händen. z.B. wurden die 400 Millionen Gastgeschenke von Schröder für den Aufbau kleinbetrieblicher Produktinsstätten direkt auf die Konten des Herrschers gebucht und dort auch verkonsumiert.

      Freihandel und Globalisierung hat nirgends Reichtum aller ( also der Gesellschaft ansich) besorgt, denn Freihandel ist globale Kolonialisierung des Stärksten gegenüber den Armen: Vorteile hat nur derjenige, der sich ökonomisch erlauben kann, auf Zölle zu verzichten: Arme Länder hingegen müssen Zölle haben, um sich abgrenzen zu können und nicht erpressbar zu werden. Überall, wo Zölle fallen, regiert der Einkauf! ( das in Kurzfassung)

  5. Der populären These, wonach Armut aus der Globalisierung und dem Kapitalismus resultiert, ist zu widersprechen, denn Staaten, die heute als entwickelt gelten, hatten im 19. Jahrhundert einen wesentlich geringeren Entwicklungsgrad, als die heute als unterentwickelt geltenden Staaten, die nichtsdestotrotz in den letzten Jahrzehnten nicht ärmer geworden sind. Um 1850 herum, waren nach heutigen Maßstäben alle Länder unterentwickelt. Das änderte sich aufgrund internationalem Handel (Globalisierung) und Liberalisierung. JOHAN NORBERG, Mitglied der Mont Pelerin Society, erklärt dies anhand des schwedischen Beispiels sehr einleuchtend so: „Schwedens Rettung war die Liberalisierung. Der Einsatz von einigen wenigen dem klassischen Liberalismus verpflichteten Politikern brachte Schweden Religions- und Meinungsfreiheit, sowie wirtschaftliche Freiheit. Diese Freiheiten ermöglichten es den Menschen, Unternehmen zu gründen und ohne Einschränkungen am Markt zu kaufen und verkaufen. Dank Freihandel konnte sich Schweden auf das spezialisieren, wo es am besten war, wie z.B. die Holz- und Eisenindustrie, und diese Produkte gegen Waren tauschen, die in Schweden weniger effizient hergestellt werden konnten, wie z.B. Lebensmittel und Maschinen. Der freie Markt zwang die Menschen und Unternehmen, sich neue und bessere Ideen einfallen zu lassen und ihre Effizienz zu erhöhen, da die Konsumenten sich andernfalls einen anderen Anbieter suchten. Höhere Produktion ermöglichte es den Schweden, sich selbst zu ernähren.“
    Es war also die Globalisierung und Liberalisierung, die durch internationale Arbeitsteilung und -vernetzung dazu führte, dass armutsrelevante Indikatoren in globalisierungsintegrierten Staaten zu Armutsbekämpfung führt.
    „Die enormen weltweiten Disparitäten sind keine Produkte des Kapitalismus. Sie resultieren aus der Tatsache, dass dieser Kapitalismus ungleich verteilt ist. Wer Kapitalismus hat, wird reich, wer nicht, bleibt arm.“ (Tomasz M. Froelich)

    • @Ernst; ziemlich platt und dennoch nicht wahr.

      Kapitalismus kann nicht ungleich verteilt sein, denn es ist NUR eine Ideologie, unsächlich, unwertlich. Kapitalismus in seiner besten Form ist immer Gesellschaft-zerstörend, denn die drei Grundregeln heissen:1. the winner takes it all; 2. Ziel ist das Monopol; 3. der Markt wird vom Sieger gemacht

      Überall dort, wo also der Kapitalismus herrscht, werden diese 3 Maxime bedingungslos durxhgesetzt und folglich im Lauf eder zeit herrscht dort nicht Wohlstand sondern Armut aller und Superreichtum einiger weniger. Unsere Jetzt-Zeit ist das beste Beispiel. Die zeitläufte zum originären = totalen Kapitalismus konnten früher geschickt verdeckt werden- seit der Digitalisierung ist jedem klar, wie das funktioneíert und jeder will Kapitalist werden: Amazon, Google, Uber, Apple, HP, Zalando, you name ist…

  6. Herrschaft der Konzerne ist nur möglich, weil Big Government und Big Business eine Allianz bilden, man kann ein solches System auch Plutokratie nennen.
    In einer freien Marktwirtschaft, ohne staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft, sind es die Millionen Konsumenten, die bestimmen, was Unternehmer (Kapitalisten) produzieren. Die Konsumenten sind die Kapitäne, die den Unternehmersteuermännern (den Kapitalisten) den Kurs vorgeben. Selbst der reichste Mann der Welt kann in einer freien marktwirtschaftlichen Ordnung niemanden zwingen seine Angebote anzunehmen, dass kann nur(!) der Staat. Deshalb wollen ja gerade auch die Reichen (Plutokraten) einen mächtigen Staat, weil nur der ihr Vermögen schützen kann (Stichwort: „too big to fail“), sonst wäre es dem Wettbewerb ausgesetzt und es würde sich in Luft auflösen, wenn mit ihm nicht mehr die Wünsche der Konsumenten hinreichend gut erfüllt würden. Heerscharen von Lobbyisten gibt es nur, wenn es eine starke politische Machtkonzentration gibt, wie beispielsweise in Washington oder Brüssel.
    Wir sind Opfer des Staates, der seine Macht ständig erweitert. Das geschieht, frei nach Hans-Hermann Hoppe, wie folgt: Plutokraten sind diejenigen Großbankiers und Großindustriellen, die das ungeheure Potential erkannt haben, dass der demokratische Staat als Institution mit dem Recht zur Besteuerung und zur Gesetzgebung, zum Zweck der eigenen Bereicherung, dienen kann, und die sich deshalb in die Politik einschleichen. Diese Plutokraten haben erkannt, dass man mit der Einrichtung des Staates, also durch politische Mittel, noch schneller, noch viel reicher werden kann, als man es schon ist und diesen Reichtum auch sichern kann. Sei es durch den Empfang staatlicher Subventionen, sei es durch staatliche Großaufträge oder sei es durch Gesetze, die sie vor unliebsamer Konkurrenz schützen oder gar vor dem Bankrott bewahren. Sie setzen ihren Reichtum ein, zur Eroberung des Staatsapparates. Dabei ist es nicht erforderlich selbst Politiker zu werden, denn Plutokraten haben lukrativere Dinge zu tun als sich mit der Alltagspolitik zu beschäftigen. Sie haben die gesellschaftliche Stellung und das Geld, um die weit weniger hellen und weniger wohlhabenden Politiker zu kaufen, sei es direkt durch Schmier- und Bestechungsgelder oder indirekt, indem man ihnen nach Ablauf ihrer politischen Karriere hoch dotierte Posten als Berater und Lobbyisten zusichert. Es sind diese Plutokraten, die am Meisten von der Institution „demokratischer Sozialstaat“ und deren Vermögensumverteilung profitieren.

    • @Ernst; Ihr Zitat: Herrschaft der Konzerne ist nur möglich, weil Big Government und Big Business eine Allianz bilden, man kann ein solches System auch Plutokratie nennen.
      In einer freien Marktwirtschaft, ohne staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft, sind es die Millionen Konsumenten, die bestimmen, was Unternehmer (Kapitalisten) produzieren..Zitat Ende.

      Ziemlich einfach dargestellt aber stimmt nicht mit der Wirklichket überein.

      1. Big Government gibt es in den freien, grossen Volkswirtschaften nicht mehr oder sehr beschränkt, seit es die Finanz-Oligarchen gibt

      2. Big Business ist der herstellungsam der Finanz-Oligarchen.

      1.+2. also die Finanz-Macht regiert totalitär, weil wir ein Schulden-Geld-System haben, bei dem Government und Business in den Abhängigkeiten der Finanzmacht liegen ( Rothschild).

      3. Es gibt keine freie Marktwirtschaft, weil es keine Märkte und keine Freiheit gibt. Die freie Marktwirtschaft ist das Produkt aus Finanzverfügbarkeit x Konsumangebot ( beides in der Hand der Finanz-Oligarchen). Das was heute als freie Marktwirtschft bezeichnet wird, ist die Frechheit der Finanz-Industrie, sich der Rückendeckung der Oligarchen sicher zu sein und deswegen die Nachfrager (nach Sicherheit und Sparvolumen) mit kriminellen Produkten versorgen zu können.

      4. Zusammengefast stimmt der Begriff Plutokratie. Eine kleine Schicht von vielleicht 185 superreíchen Familien regieren die Welt, den Globalismus, das Wachstum, die Rohstoffe, die Ressourcen und sogar das Gold. Regierungen sind nur Büttel. 

  7. Es kommt in keiner Weise darauf an welche Kapitalismustheorien in irgendwelchen Elfenbeintürmen entwickelt werden, in der politischen Realität wird der Kapitalismus von Parteien definiert , dementsprechend verfälscht und  nicht selten zum Schaden des eigenen Klientels als politisches Instrument eingesetzt beispielsweise zur Polarisierung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Zu diesem Zweck wird der Kapitalismus sehr oft mit der Realwirtschaft und Unternehmertum gleichgesetzt. Realwirtschaft/Unternehmertum schaffen den Mehrwert und sichern Milliarden von Menschen die  Existenz. Mit Kapitalismus hat das wenig zu tun selbst dann nicht wenn viele Unternehmer steinreich sind. Es ist nicht die Frage wieviel Geld jemand besitzt sonder welchen Nutzen bringt er für die Gesellschaft. Von Kapitalismus im bösen Sinn kann nur dann die Rede sein wenn auschließlich durch Geldmanipulationen ohne irgendeinen Mehrwert zu schaffen unermeßlicher Geldreichtum angehäuft  und dadurch die Realwirtschaft verdrängt wird die den Wohlfahrts- und Sozialstaat ermöglicht. In den letzten Jahren  sind Kapitalisten dieser Art so unvorstellbar reich geworden, daß sie einen Gutteil der Welt kontrollieren jedenfalls aber Europa. Das ist vor allem  der in den letzten Jahren  betriebenen (verantwortungslosen) Schuldenpolitik zuzuschreiben und unqualifizierten europäisc hen Politikern die sich von den globalagierenden Geldeliten nach belieben austölpeln ließen. Der damit einhergehende Souveränitätsverlust hat die heutigen Zustände in Europa wahrscheinlich hauptverschuldet. Parteien die einer Verschuldenspolitik das Wort reden spielen daher  diesen Finanzhaien in die Hände man sollte sie nach Tunlichkeit meiden.

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