Gegen den IS: Arabische Liga lotet Maßnahmen aus

Libyen sandte eine Bitte an die Arabische Liga: Hilfe im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat". Nun befasst sich die Arabische Liga offenbar mit dieser Bitte. Libyen sehe sich selbst, so heißt es, "unfähig" den IS im eigenen Land zu stoppen.

Von Thomas Schmied

Die Arabische Liga befasst sich offenbar am kommenden Dienstag in einer Sondersitzung um den Hilferuf Libyens. Die international anerkannte libysche Regierung bittet um Luftschläge im nordlibyschen Sirte, um den Vormarsch des IS zu stoppen. An der Sondersitzung in Kairo nähmen die ständigen Delegierten der Arabischen Liga teil, erklärte der jordanische Botschafter bei der Liga, Bischer Chasawneh, vergangenen Sonntag.

Bereits am Samstag soll die international anerkannte Regierung Libyiens die Liga in einem offiziellen Ersuch um Hilfe gebeten haben. Es sollen "Maßnahmen" ergriffen werden, die den Vormarsch des IS stoppen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag erfolgte dann ein Aufruf der Regierung an die "arabischen Bruderstaaten": es wurden "gezielte Luftschläge gegen die Dschihadisten in Sirte" gefordert. Es wurde zusätzlich darauf hingewiesen, dass die libysche Regierung aufgrund des "Waffenembargos der Armee", welches die Vereinten Nationen verhängt hatten, unfähig sei, den Kämpfern des IS auf Augenhöhe zu begegnen.

In Sirte tobt Krieg

In den vergangenen Tagen starben Dutzende Menschen in und um Sirte, bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen örtlichen Kämpfern und den IS-Mitgliedern. Viele weitere wurden verletzt. Ein Vertreter einer örtlichen Behörde gab an, dass "seit Dienstag ein wahrer Krieg in Sirte" herrschen würde.

Dabei ist Chaos und Gewalt in Libyen seit dem Sturz des ehemaligen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 an der Tagesordnung. Die Städte werden von befeindeten Milizen kontrolliert, es kommt immer wieder zu Feuergefechten, Toten und Verletzten. Libyen selbst ist zerrissen durch zwei Regierungen mitsamt zwei Parlamenten, welche beide jeweils die Macht für sich beanspruchen. Tobruk im Osten des Landes ist Sitz der international anerkannten libyschen Regierung. In Tripolis sitzt das nicht anerkannte islamistisch geprägte Parlament (GNC). Der "Islamische Staat" macht sich die chaotischen Zustände in dem Land zunehmend zu Nutze – nicht nur im Norden in Sirte. Im Osten des Landes verstärkte der IS seine kriegerischen Aktivitäten. Raketeneinschläge wurden beispielsweise aus Derna gemeldet, eine Stadt im Osten Libyens, aus der die Dschihadisten im vergangenen Juni vertrieben worden waren. Seit vergangener Woche läuft eine Großoffensive der Extremisten: Die Küstenstadt soll zurückerobert werden. Libyen hat dem wenig entgegenzusetzen.

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4 Kommentare

    1. @Contra-Magazin: es wäre wirklich wünschenswert, wenn Links in Kommentaren irgendwie erkennbar wären – ohne dass man die Maus über den ganzen Text gewege muss um zu sehen, ob etwas oder was dann passiert.

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