Nach eigenen Meldungen der Betreiber der Spielemesse hat die Gamescom die CeBIT in den Besucherzahlen weit geschlagen. Computer und Co. sind nicht mehr so wichtig wie die große und breit gefächerte Welt der Spiele. Kein Wunder: der Mensch will abgelenkt werden von den Problemen der Realität.

Von Marcel Grasnick

Bereits im Jahr 2012 konnte die Gamescom die CeBIT in den Besucherzahlen überholen. Doch damit steht auch eines fest: Die Technik ist nicht mehr ganz so wichtig wie die Unterhaltung, die mit dieser fabriziert werden kann. Den Menschen dürstet es nach Ablenkung und Spiele erzeugen zumindest die Illusion, die virtuelle Welt selbst im Griff zu haben. Die Realität dagegen haben viele schon lange nicht mehr im Griff.

Seit 2009 findet die Messe rund um Spiele und Unterhaltungselektronik in der Köln-Messe statt, als Träger funktioniert der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware. Mittlerweile ist es weltweit die größte Messe in dem Bereich, gemessen an Ausstellungsfläche und Besucherzahl. Wobei letztere in den letzten Jahren regelmäßig gestiegen ist. In diesen Zeiten bedürfen die Menschen der Abwechslung, die diese Branche sehr gut bietet.

Die Branche der Unterhaltungssoftware boomt weiterhin. Dank auch des Koalitionsvertrages der Bundesregierung, in dem auch Kernforderungen der Branche aufgegriffen wurden, um Anreize für Investitionen zu schaffen. Der Branche fehlt dafür ein klares Bekenntnis zur steuerlichen Förderung und Forschung und Entwicklung. Die Politik hat unterdessen im Moment ganz andere Spielfelder offen, um die sich gekümmert werden muss. Griechenland und Ukraine sind zwei Beispiele davon. Und während die Besucher der Gamescom den neuesten und besten Spielen hinterherhecheln, wird in jenen Ländern an den notwendigsten sozialen Systemen gespart. Das Prinzip von "panem et circenses" funktioniert immer noch bestens.

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