Wenn es nach dem Gentech-Riesen Monsanto ginge, wäre die Übernahme von Syngenta längst schon durch. Doch in Brasilien, dem zweitgrößten Absatzmarkt beider Unternehmen, stoßen die Pläne auf großen Widerstand.

Von Marco Maier

Nicht nur Syngenta selbst wehrt sich gegen die Übernahme durch Monsanto, auch in Brasilien wächst der Widerstand. Das größte Land Südamerikas gilt für beide Unternehmen als Schlüsselmarkt, da es nach den USA der zweitgrößte Abnehmer ihrer Produkte ist. Denn sowohl der US-Konzern Monsanto als auch die schweizerische Syngenta arbeiten im GMO-Bereich und produzieren Schädlingsbekämpfungsmittel.

Das Schweizer Unternehmen Syngenta hält die angebotenen 45 Milliarden Euro Monsantos für völlig unzureichend. Der deutsche Chemiekonzern BASF soll Insidern zufolge schon an einem Gegenangebot arbeiten.

In Brasilien selbst geht es den Behörden vor allem um kartellrechtliche Belange, aber auch die Kunden selbst sprechen sich gegen die Fusion aus. Syngenta ist der größte Hersteller von klassischen Pestiziden gegen Insektenbefall, Unkräuter und Pilze weltweit. Monsanto hingegen ist beim Saatgut führend und vor allem für seine gentechnisch veränderten Maissorten bekannt.

Angesichts des teils tropischen Klimas gilt Brasilien als weltweit wichtigster Abnehmer von Insektenvernichtungsmitteln. Zudem kam es in der Vergangenheit immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen brasilianischen Bauern und dem US-Gentechkonzern. Hinzu kommen wachsende Bedenken hinsichtlich der gentechnisch veränderten Nahrungsmittel. Gerade als wichtiger Exporteur von Soja wird sich Brasilien auch da mit der Zeit umorientieren müssen.

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Die Bestrebungen Monsantos sind jedoch exemplarisch für unsere Wirtschaftsordnung. Die Konzentrationsprozesse nehmen immer weiter zu, die Verflechtung der Konzerne nimmt immer größere Ausmaße an und allein die US-Finanzindustrie zeigt schon auf, wie pervertiert das Ganze ist. Denn die dortigen Konzerne gehören sich fast alle selber (bis auf etwas Streubesitz). Damit geht eine Markt- und Kapitalmacht einher, gegen die selbst Kartellbehörden nichts ausrichten können.

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2 thoughts on “Fusion mit Syngenta: Brasilien könnte Monsantos Pläne durchkreuzen”

  1. Ist Syngenta nicht ein Monsanto-Ableger ??? Oder läuft hier die Geschichte wie bei J.P.Morgan, der gegen Rothschild gewettert hat und nie im Leben mit Denen Geschäfte machen würde , aber gleichzeitg die Rothschild im Vorstand sitzen hat ?

    1. Nein. Zumindest nicht aus offizieller Sicht. Bei Wikipedia kann man das anchlesen. Heißt aber nicht, dass es da Verstrickungen gibt, dennoch ist das Unternehmen ein eigenständigen Unternehmen und aus der Fusion zweier anderer UInternehmen entsprungen.

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