DDR und BRD – Wunschkinder, Planungskinder, keine Kinder

Gerade in Sachen Familienpolitik scheint man damals in der DDR ein besseres Händchen gehabt zu haben als dies heutzutage in der Bundesrepublik der Fall ist. Auch die Gesellschaft selbst ist kinderfeindlicher geworden.

Von Marcel Grasnick

Als ich ein Kind war, hatte meine Mutter es zwar nicht leicht mit mir, doch es wurde ihr an und von verschiedenen Stellen leicht gemacht. Der Staat hat sie schon unterstützt, die Gesellschaft ebenso. Auch als alleinerziehende Mutter kam sie relativ problemlos über die Runden, es mangelte uns an nichts. Und trotzdem konnte meine Mutter ihr Studium beenden und ihrer Arbeit in Vollzeit nachgehen, es wurde sich um mich gekümmert. Ich bekam sinnvolle Aufgaben, es gab einen Hort und Schulverpflegung und auch schulärztliche Versorgung. Gratis. Und ja, es war in der ehemaligen DDR. Auch wenn dieser Staat gerne als eine Diktatur bezeichnet wurde und wird, für die Kinder zumindest war gesorgt – und lassen wir dabei einmal die ideologische Sicht beiseite.

Es soll durch nichts beschönigt werden, die DDR war ein Unrechtsstaat. Doch die BRD in ihrer heutigen Form unterscheidet sich kaum noch von ihr, doch dafür in wichtigen Belangen. Denn Eltern, Familien und damit auch die Kinder werden vernachlässigt. Sich ein Kind auszubrüten bedarf heutzutage schon sorgfältiger Planung und Vorsorge. Vorbei die Zeiten, in denen es Kinder auf Wunsch und aus Liebe gab. Heutige Babys sind Planungskinder. Wer ein Kind möchte, muss rechnen. Knallhart kalkulieren. Denn vieles, was früher einmal selbstverständlich war für uns kommunistisch geprägte Aufgewachsene, muss heute hart erkämpft werden. Nicht zuletzt hat sich die Gesellschaft gewandelt. Denn früher wurden Kinder überall und stets willkommen geheißen, das fröhliche Schnattern und Krakeelen war ein Hort des Frohsinns, niemand der Nachbarn hatte auch nur die Idee, den Kindergarten in der Nachbarschaft zu verklagen.

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Eltern der heutigen Zeit werden kräftig zur Kasse gebeten. Die klassische Form der Familie: Vater ernährt 4 Familienmitglieder von seiner Arbeit, während sich die Frau zu Hause um den zweifachen Nachwuchs kümmert, ist definitiv nicht mehr möglich. Es sei denn, der Familienernährer ist Vorstand oder Politiker. Wahrscheinlich kommt daher auch die Kurzsichtigkeit der Politik in dieser Frage. Heute wird die doppelte Arbeitskraft benötigt, wenn ein Kind anständig angezogen, erzogen und ernährt sein soll, nur um von der Konsumgesellschaft dann verzogen zu werden. Es ist nicht nur die staatliche Seite, die Eltern kräftig zur Kasse bittet, die Wirtschaft hat diese Einnahmequelle ebenfalls entdeckt.

Steuerliche Vorteile sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und selbst dann wird man in der Steuererklärung später noch kräftig zur Kasse gebeten, in einigen Bundesländern reicht das Kindergeld nicht einmal für den Kindertagesplatz aus. Wer sein Kind prinzipientreu erziehen möchte, hat verloren – das ist schier unmöglich geworden.

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Zum anderen sind viele Menschen von der Gesellschaft der Mitmenschen, von ihrer eigenen Erziehung so verbogen worden, dass sie mit der Erziehung eigener Kinder völlig überfordert sind. Die Trümmer dieser Katastrophen menschlicher Natur davon sieht man heute auf der Straße. Und doch muss dagegen ein Lob an die viele der heutigen Jugend gehen: sie machen was draus. Dadurch, dass sie gefordert werden, auch wenn man die Eltern im Stich lässt. Sich selbst kümmern, sich selbst fordern und fördern. Wenn von staatlicher Seite nichts mehr kommt und die Eltern dazu nicht mehr in der Lage sind, tun sie es selbst. Einige zumindest, aber immerhin.

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Trotzdem, wenn der Staat das mit der Generationenpyramide noch wirklich hinbekommen möchte, sind einige wichtige Änderungen nötig. Elterngeld ist dabei nichts anderes als Verschwendung von Ressourcen. Es geht bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel los und hört in den Umerziehungslagern, ähm, gemeint sind natürlich Kindergärten und Schulen nicht auf. Denn da sind noch die Universitäten, die es zu fördern gilt, soll der Nachwuchs auch eine ordentliche Ausbildung bekommen. Alle Punkte, in die von den Eltern investiert werden muss, statt Unterstützung durch den Staat zu bekommen.

Aber nein, lieber wird von staatlicher Seite in Waffen für den Kampf gegen den Terror investiert, in die Unterstützung illegitimer Regime – in die Spionage, selbst gegen die eigenen Bürger. In der ehemaligen DDR wurde auch alles und jeder ausspioniert  – nur kamen dabei die Kinder nicht zu kurz.

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7 Kommentare

  1. Das Problem geht noch viel tiefer. Drastisch ausgedrückt, bekommen heute vor allem diejenigen Kinder, die es sich eigentlich gar nicht leisten können, und die das Kindergeld als willkommene Einnahmequelle betrachten.
    Das Bildungsbürgertum dagegen rechnet, ob Kinder überhaupt finanzierbar sind, und ob es Sinn macht, Kinder in die Welt zu setzen, nur um sie in staatliche Obhut geben zu müssem, deren erzieherische Wohltaten mehr als kritikwürdig sind. Die Frühsexualisierung, der feuchte Traum der Grünen seit vielen Jahrzehnten, ist da nur die Spitze des Eisbergs.

  2. In der DDR hatte Vater seine Arbeit und Mutter auch, Kind wurde betreut und spätestens 16 Uhr war die Familie beisammen.

    Heute, Vater bei der Zeitarbeit beschäftigt in Holland, Mutter geht beim Bäcker aushelfen auf 450€ Basis, Kind ist alleine gelassen.
    Bravo wir haben uns verbessert?

  3. Das Problem ist nicht der Kapitalismus gegenueber der DDR sondern der Konzern-Raeuberkapitalismus, der aus der optimalen von Ludwig Erhart gegruendeten Sozialen Marktwirtschaft seit der Wende hervorging. Daraus wurde die asoziale Konzernwirtschaft der heutigen Zeit. Was fuer ein Unterschied zum Deutschland waehrend des Wirtschaftswunders!

    1. Sehr geehrter Herr Grasnick ,

      in Ihrem Artikel steckt viel wahrheit. Aberbitte keine Kommentare wie " Die DDR war ein Unrechtsstaat.

      Dann bitte Argumente und Beweise.Bitte nicht die unsere presse und Fernsehen verbreitet.

      Der Unterschied zwischer der heutigen Regierung und der der DDR ist null.

  4. Das klassische Modell geht schon noch, man muss es aber wollen und natürlich stark verzichten.

    Das Elterngeld und vor allem das Betreuungsgeld sind die seit langem einzig sinnvolle Entscheidung für die selbstbestimmte Familie, dazu für die Allgemeinheit billiger als die ganzen Krippen- und KiGaplätze.

    Sie schreiben es doch selbst, Umerziehungslager.
    Wer es durch Eltern- und Betreuungsgeld schafft mit nur einem Einkommen zu leben leistet gleich mehrere wertvolle Dienste. Er nimmt eine Arbeitskraft vom leeren Arbeitsmarkt, so dass ein anderer Arbeit findet, zudem ist er für die Allgemeinheit viel billiger. Direkt durch den Entfall des teuren Betreuungsplatzes, indirekt durch den geborgen aufgewachsenen Menschen der nicht ab dem 12., 9. oder gar 6. Lebensmonat einen 7 bis 17 Uhr Vollzeittag in Fremdbetreuung ertragen muss. Wer die Zustände in den Kindergärten kennt ist um jede Stunde froh die er sein Kind dort weniger läßt, auch wenn viele Erzieherinnen sich bemühen.
    Die Betreuung sollte komplett selbst finanziert werden, das gesparte Geld sollte den Familien durch Steuererleichterungen/Kindergeld zufließen, so dass jeder selbst entscheiden kann ob er sein Kind von Fremden erziehen lassen möchte oder nicht. Die RTL2 Familie mit einem IQ von 80 ist nicht der Regelfall, auch wenn er dazu misbraucht wird zu begründen warum alle Kinder in die Betreuung sollen. Kinder aus Normalfamilien lernen dort wenig.

    Charakterlich muss diese Familie natürlich fest sein, denn bei dem 4 Personen Klassiker braucht es je nach Wohnort min. 2.800 € Brutto damit man nicht auf HIV Niveau ist und damit auch gleich aufhören kann zu arbeiten. Wohneigentum, und damit eine Chance der geplanten Altersarmut zu entkommen, kann man natürlich nicht bilden.
    3.500 € sollten es also schon sein, was zwar über dem Durchschnitt von ~2.900 € liegt aber noch keine Politiker- oder Vorstandsdimension ist. Ab 3 Kindern wird es langsam hart.

  5. In der ehemaligen DDR wurde auch alles und jeder ausspioniert – nur kamen dabei die Kinder nicht zu kurz. Tja..Unter Beobachtung zu stehen war aber die unentbehrliche Bezahlung für Kinder, um nicht zu kurz kommen.
    Erstaunlicherweise gerade heute, wenn die Epoche der Spionage vorbei ist, lassen sich die Menschen gerne ausspionieren, indem sie private Dinge öffentlich machen.
    Ein Beispiel -Annegret Raunigk, die in der ukrainischen Klinik eine künstliche Befruchtung machte und dann es auch in alle Welt posaunte.
    Dingsda …wie Eizellspende, Leihmutterschaft würden wohl in der damaligen DDR als Hexerei gehalten. Heute leben wir modern und das ist ganz normal.

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