Vertrauliche Informationen sollen durch Spiegel-Journalisten an die CIA weitergegeben worden sein. Diesen Verdacht äußert das Bundeskanzleramt. Dabei reichen die Verstrickungen des Magazins mit den transatlantischen Kreisen weitaus tiefer.

Von Marco Maier

Ein interner Vermerk des Leiters der Geheimdienstabteilung im Kanzleramt, Günter Heiß, lässt die Vermutung aufkommen, dass Kollegen der "Spiegel"-Redakteure als Zuträger des US-Geheimdienstes CIA arbeiteten, bzw. immer noch arbeiten. Der Vermerk diente Heiß als Sprechzettel für dessen Aussage im Mai vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags, das die Geheimdienste beaufsichtigt.

Interessanterweise war es die CIA selbst, die Heiß schon im Juni 2011 in Washington darüber informierte, dass ein Gruppenleiter seiner Abteilung Dienstgeheimnisse an den "Spiegel" verraten würde. Diese Geheimnisse wanderten dann an die CIA weiter. Dabei wurden Heiß mehrere Berichte der "Spiegel"-Ausgabe 19/2011 vorgelegt, die sich auf geheime Informationen aus dem Kanzleramt gestützt haben sollen.

Der des Geheimnisverrats verdächtige Beamte wurde im August 2011 demnach vom damaligen Kanzleramtschef Ronald Pofalla aus der Geheimdienstabteilung ins Archiv versetzt, ohne diesen mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Dabei hätten umgehend Ermittlungen eingeleitet werden müssen.

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Indessen erstattete der "Spiegel" selbst Strafanzeige, weil die Redaktion von der CIA abgehört worden sein soll. Manche behaupten, dies wäre lediglich ein Ablenkungsmanöver, da das Magazin 1947 unter Lizenz der britischen Militärverwaltung in Deutschland gegründet wurde und seitdem konsequent eine stets transatlantische Linie fährt – geführt von einer nationalliberalen Clique, die schon zu NS-Zeiten die Nähe der Angloamerikaner suchten.

Die ganzen Verbindungen, die während der 1950/60er-Jahre aufgebaut wurden, dürften auch heute noch in weiten Teilen bestehen. Vor allem auch deshalb, weil diese strikte Orientierung an den US-Interessen nach wie vor konsequent durchgesetzt wird. Insofern stellt sich die Frage, ob das ganze Theater rund um die CIA-Aktivitäten beim "Spiegel" nicht nur eine Nebelgranate darstellt. Zur Not wird sich auch da ein Bauernopfer finden, während der Rest so weiter macht wie bisher.

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1 KOMMENTAR

  1. Nationalliberale Clique? Sie meinen wohl inter-nationalliberale Clique. Eine schillernde Gesellschaft von Globalisten jedweder Couleur und Gesinnung mit elitärem Gehabe, ebenso wie auch unsere Regierung.

    Der Vorwurf daher aus dem Kanzleramt, Der Spiegel würde mit dem CIA kooperieren schon mehr als amüsant.

    Eher schon makaber, zynisch, grotesk, sarkastisch, feinste, verhohnepiepelnde Ironie.

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