Christopher Street Day – Zwischen Abneigung und Akzeptanz

Der Christopher Street Day soll ein Fest-, Gedenk- und Aktionstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern sein. In vielen deutschen Städten flaniert eine bunte und freizügige Gemeinde genannter Gruppen durch die Innenstädte und hat zumindest für einen Moment die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erhascht. Doch aus der ursprünglichen Demonstration für die Rechte dieser Gruppen ist nur noch eine riesengroße Party geworden. Die einst so hehren Zielen kennt außer den Veranstaltern, einigen Politikern und ausgesuchten Journalisten und anderen wenigen kaum jemand.

Von Marcel Grasnick

Gewiss, an diesem Tag der Offenheit zeigen viele Menschen Sympathie und Flagge. Es wird ein Zeichen der Toleranz und Akzeptanz gesetzt. Halbherzig, muss dazu angemerkt werden. Denn hinter der glitzernden Fassade gibt es tiefe Abgründe. Abgründe, die mit Toleranz und Akzeptanz überhaupt nichts zu tun haben, sondern wie seit eh und je als Abneigung gepflegt werden. Der CSD rollt dabei als Müllmaschine durch die Straßen, sammelt dabei die menschlichen "Abartigkeiten" auf und hinterlässt eine Schneise aus materiellem Müll.

Toleranz ja, solange mich kein Schwuler anfasst – das ist eine weit verbreitete Meinung. Solange man nicht mit einem solchen in einem Bett schlafen muss und man sie bestenfalls in näherer Umgebung ertragen braucht, ist alles ok. Doch wehe, man muss sich als Mann näher mit diesen befassen. Wehe, man ist gläubig und verstößt die eigene Familie wegen der Religion, um beim CSD Mitgefühl zu heucheln. Und die Betroffenen selbst? Die machen aus dieser Parade einfach nur eine riesige Party und Singlebörse. Die Message, die im Vordergrund stehen sollte, geht im Trubel der Verlustigungen unter. Die Demonstration – eine Farce. Die Reden werden zeitlich genutzt, um die Zutaten für den Alkoholspiegel zu besorgen oder die organischen Abfälle des Konsums zu entsorgen. Und schlussendlich ist die homosexuelle Bewegung nichts weiter als ein Teil der Gesellschaft, mit gleichen menschlichen Fehlverhalten: es wird genauso belogen und betrogen wie in den heterosexuellen Kreisen auch. Nur dass diese sich gern hinter der "Unnormalität" verstecken können getreu dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Die Politik spielt dieses Spiel mit. Schließlich sind die Politiker die Meister im Heucheln und der leeren Versprechungen. Man zeigt Flagge, um mit gleichem bürokratischen Aufwand wie bisher die Forderungen der sogenannten Demonstration weiterhin abzublocken. Ein gutes Beispiel dafür ist Folgendes:

Ein Mann aus gutem Hause und guter Bildung, Ingenieur und Familienvater entdeckt die weibliche Seite in sich, die jahrelang unterdrückt wurde. Gewiss, es ist ein Schlag ins Gesicht von Frau und Kindern, doch es lässt sich nicht ändern, nicht auskurieren wie eine Krankheit. So kommt es wie es kommen muss, der Mann wird zum Transgender, lässt sich umoperieren, was ja nur durch Beurteilung von unabhängigen Ärzten und Psycho-Quaksalbern möglich ist. Und gleichzeitig erfolgt der Ausschluss aus der Familie, aus dem Beruf und aus der Gesellschaft – weil die Toleranz doch nicht ganz so weit geht. Die Hilferufe verhallen ungehört, die bürokratischen Mühlen mahlen weiter und die (nun) Frau bekommt einen Stein nach dem anderen vor die Füße gerollt. Doch nach jedem Fall steht sie wieder auf, boxt sich durchs Leben und – die Hilferufe verhallen weiter ungehört. Und das Leben dahinter sieht weiterhin so aus wie der Weg hinter dem CSD: ein Müllberg ohnegleichen. Und selbst die gemeinnützigen Organisationen, die hinter dem CSD stehen, können und/oder wollen nicht helfen. Traurig.

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Es ist doch nur glitzernde Fassade, es ist mehr Schein als sein. Selbst untereinander, in der Kreisen rund um den CSD, reagiert die Oberflächlichkeit und Intoleranz. Das alte Eisen wird ausgestoßen, die Jugend in ihrem medial geprägten Schönheitswahn lässt keine tiefergehende Betrachtung zu. Die glitzernde Fassade, sie bröckelt. Die Abgründe der menschlichen Arroganz und des Egoismus, sie sitzen zu tief, auch in den Seelen der ach so bemitleidenswerten Ausgestoßenen der Gesellschaft, wie sie sich so gern hinstellen.

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3 Kommentare

  1. …Und gleichzeitig erfolgt der Ausschluss aus der Familie, …

    Sollte dieser Vorgang etwa kritikwürdig sein? Eine heterogene Frau und Mutter darf sich doch wohl einen Partner wünschen, der auch ein sexuelles Miteinander ermöglicht. Oder soll sie nach der Umwandlung an seiner Seite bleiben, um fremdzugehen oder Sexualität vielleicht nur auf Selbstbefriedigung zu reduzieren?

    Eine Trennung vor diesem Hintergrund stellt für mich eine Selbstverständlichkeit dar.

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