Brookings Institution: Die Lösung im Syrienkonflikt heißt Zerstörung

Während sich Syrien langsam auflöst, sieht die Welt stumm zu. Keine UN-Sondersitzungen, keine Gipfeltreffen, keinen Aufschrei weltweit. Die Interessen der regionalen Mächte stehen dem Frieden in Syrien entgegen – und eine amerikanische Institution rät, dass die Zerstörung des Landes die einzige Strategie zur Lösung des Konflikts wäre.

Von Thomas Schmied

In Syrien tobt der Bürgerkrieg. Zwischen all den verfeindeten Fronten wird das Land allmählich zerlegt, zerstört, ausgelöscht. Es kümmert niemanden, wenngleich Russland und China sich um die Unterstützung des syrischen Regimes bemühen. Sämtliche Schritte weisen bislang keinerlei signifikanten Fortschritte in Sachen "Frieden" auf.

Die Welt richtet den Fokus auf den "Islamischen Staat" (IS). Die Dschihadistenmiliz treibt – einzig durch kurdische Widerstandskämpfer zeitweise aufgehalten – was sie möchte. Regierungen werden gelenkt, Gegner hingerichtet, Widerstand kriegerisch ausgemerzt. Darüber wird berichtet, beraten, angekämpft (wenngleich die aktuellen Bemühungen eher zaghaft verlaufen und die Berichte großteils löchrig sind).

Amerikanische Institution sieht Zerstörung Syriens als Lösung

Amerika war am Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien nicht unbeteiligt. Das ist mittlerweile bekannt. Doch was die "Brookings Institution", eine der bedeutendsten "Think Tanks" der USA, vor rund einem Monat in einem Bericht vorlegte, zeigt ganz klar die Ziele an: Der Bericht enthält die These, dass die Zerstörung des Landes Syrien, die einzige geeignete Strategie wäre, das Problem in den Griff zu bekommen. Zur Durchführung dieser Strategie wird angeraten, mehr als die derzeit nur ca. 150 Kämpfer der syrischen Oppositionskämpfer auszubilden. "Moderate Kräfte sollten von Spezialeinheiten aus dem Ausland unterstützt werden." Autonome Zonen könnten so errichtet werden, Hilfsorganisationen die Versorgung in den Gebieten sichern. Der Plan, so heißt es in dem Bericht, richtet sich nicht nur gegen den IS, sondern auch gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Dieser "Plan" würde dazu führen, dass die USA allen Interessen der regionalen "Akteure" gerecht würde.

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Es ist schon paradox: da beschäftigt sich endlich jemand nicht nur mit dem IS, sondern eben auch mit den kriegsgebeutelten Menschen dort und dem Schicksal des Landes an sich. Und dabei kommen Zutaten auf den Tisch, die zusammengeführt zur weiteren Eskalation der Gewalt beitragen würden. Die Welt sieht stumm zu, wie Syrien zerstört wird. Vielleicht ja gerade deshalb, weil dies die einzige Lösung des Konflikts sei, ginge es nach der Brookings Institution. Amerika hat dabei viel mit Pipi Langstrumpf gemeinsam: Sie machen sich die Welt, wie es ihnen gefällt.

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9 Kommentare

  1. Vom Brookings Institute habe ich auch nichts Anderes erwartet. Gehört doch zu den sogenannten “experts” Robert Kagan, der Ehemann von Victoria Nuland.
    Der Vergleich mit Pippi Langstrumpf ist etwas schief, denn Pippi hat in ihrer Welt niemandem geschadet, während die US-Welt Generationen von Menschen in Not, Elend und Krieg gestürzt hat

  2. Kann sich diese Organisation ernst nehmen?? Die sprechen von momentan 150 Widerstandskämpfer??! Da sind mindestens Tausende, wenn nicht 10 Tausende, die gegen Assad im Interesse der USA ihr Unwesen treiben. Mit 150 Kämpfern wird würde die syrische Armee in 1 Tag fertig werden. Wenn die zum Beispiel behaupten, da sind 10 Militärberater vor Ort, dann kann man davon ausgehen, daß ein paar hundert, wenn nicht mehr Elitesoldaten mitmischen. Und wenn sie dann behaupten, sie unterstützen diese mit ein paar hundert Soldaten, kann man auch von Tausenden ausgehen. Man beachte nur die Stärke der Mobilmachung der israelischen Armee in einem weitaus begrenzterem Konflikt mit den Palästinensern. Die wesentlich schwächer gerüstet sind als die syrische Armee. Und da wollen die mit ein paar hundert Soldaten mitmischen? Für wie blod halten die einen?? Alles Unheil in dieser Welt geht von diesen US Verbrechern aus. Eine kollektive Mafia, die USA heißt! Möge man Pipi Langstrumpf nicht beleidigen! Jeder Mensch auf der Erde sollte täglich mindestens 3 mal zu Gott beten, uns von dieser Seuche namens USA zu befreien!!

  3. Brookings hat nicht die Zerstörung Syriens gemeint, sondern die Zerstückelung in mehrere, nicht miteinander in Verbindung stehender einzelner Regional-Teile. Dass dies natürlich auch eine Zerstörung Syriens wäre, bleibt also Fakt. CFR hat dazu auch eine eigene Meinung publiziert.

    1. Henry paul@ Wie Sie richtig schreiben, sie wollen Syrien zerstückeln. Aber die Zerstörung der Integrität eines Staates kommt seiner Zerstörung  gleich. Familien werden getrennt, Infrastrukturen vernichtet, Menschen verlieren alles, andere, korrupte Politgünstlinge schwimmen nach oben. Es ist eine Zerstörung. Eine Zerstörung einer ganzen Region. Ob man Syrien zerbombt oder zerstückelt, es hört auf zu existieren. Also eine Zerstörung! Und es sind die USA, die die Täter sind! Und sie kommen ungeschoren davon.

  4. “Wir mussten die Stadt zerstören um sie zu retten”. Das sagten 2 US-Piloten im Vietnamkrieg.
    Damit wird die US-Politik glasklar definiert. Etwas anderes können die nicht!
    Die USA haben den Irak zerstört, dann Libyen und standen auch Pate für den Bürgerkrieg in Syrien. Verantwortung zumindest für die Flüchtlinge übernehmen sie auch nicht. Dafür sind andere da.
    Wann wird der Krieg endlich nach Amerika zurückkehren?

  5. »Brookings Institution: Die Lösung im Syrienkonflikt heißt Zerstörung«
    “… eine amerikanische Institution rät, dass die Zerstörung des Landes die einzige Strategie zur Lösung des Konflikts wäre”.

    Sehr guter Vorschlag! Beginnen wir die Zerstörung also mit Amerika und dort mit Washington und New Yorck mit Zielen wie FED, CIA, Pentagon, Weißes Haus, Ganoven-, nein(!) BANKENviertel usw. Falls dann noch erforderlich, kann die USA immer noch “umgepflügt” werden, was aber nach Beseitigung der Krebsgeschwüre hoffentlich überflüssig werden dürfte. Danach wäre Ruhe auf dem Planeten.

  6. Man sollte bemerken, dass die untergehende US Administration mit ihren Befehlshabern von der WallStreet und CoL mittlerweile alles auf eine Karte setzen.

    Es ist in dieser Phase nicht einmal mehr erforderlich Nebelkerzen aufsteigen zu lassen. Wir gehen gerade in die ganz offene Phase des Alles oder Nichts über. Putin liefert gerade 8 MIG 31 neuester Bauart an Syrien. Es darf auch mehr werden falls erforderlich ( Nachricht von heute ). Das kann der Hegemon nur verlieren.

    Der Angriff auf Europa über die Flutung durch Zuwanderung aus zerbombten und durch die US Konzerne ausgehungerten Gebieten ( auch mittlerweile befriedete auf dem Balkan ) ist dabei Teil des Plans. Hier bin ich weniger optimistisch. Die jahrzehntelange Gehirnwäsche hat ein Volk von ängstlichen genderisierten Feiglingen hervorgebracht, die lieber über den nächsten Trend in der Smartphone Welt nachdenkt. Trotzdem gibt es Hoffnung, dass auch dieser Angriff nicht funktioniert, weil erhebliche Bevölkerungsanteile jenseits der >=35 beginnen aufzuwachen.

  7. General Clark Wesley: „Wir werden in fünf Jahren sieben Länder erledigen, beginnend mit dem Irak, und dann Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, den Sudan und zuletzt den Iran.“ Das mit den fünf Jahren stimmt nicht, ansonsten aber gehen die USA nach Plan vor bzw. die Liste hat sich um einige Länder erweitert. Die Folgen dieser Politik dürfen andere ausbaden, war im Jugoslawien-Krieg schon so. Heute wieder sollen wir mit hunderttausenden von Flüchtlingen fertig werden. Es reicht. Die Bürger Europas müssen aufstehen und sich gegen die USA und den USA-hörigen Europapolitiker wehren. Im Endeffekt wird es Putin richten. Der hat scheinbar erlaubte, dass er im russischen Staatsfernseher ein Beitrag, welcher die “Kanzlerakte” zum Inhalt hatte, zu sehen war. Kurz vor dem Minsk2 abkommen, drohte er auch damit die Fakten zu 9/11, und wie die Völker durch die Presse manipuliert wurden, zu veröffentlichen. Da war dann die Merkel mit Steinmeier schnell zu neuen Verhandlungen bereit.

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