Bernie Sanders: Der Beginn einer Linkswende in den USA?

Die ständig wachsende Armut in den USA beginnt auch auf politischer Ebene Wirkung zu zeigen. Bernie Sanders, der einzige sozialistische Abgeordnete im Kongress, mischt die Vorwahlen der US-Demokraten auf. Sanders gilt als Schreck des Establishments.

Von Marco Maier

Auch wenn es sonst nicht wirklich danach aussieht, als ob die Sozialisten in den USA eine reelle Chance hätten, im Repräsentantenhaus oder im Senat umfassend vertreten zu sein, so mischt Bernie Sanders die amerikanische Politszene derzeit ordentlich auf. Seine Auftritte beim Vorwahlkampf sorgen für überfüllte Hallen, was seine Kontrahentin Hillary Clinton massiv unter Druck setzt.

Der charismatische Senator aus Vermont sorgt mit seinen Forderungen für Aufsehen: höhere Steuern für Reiche, kostenloser Zugang für staatliche Hochschulen und eine Krankenversicherung nach skandinavischem Vorbild – all das sind für amerikanische Verhältnisse revolutionäre Forderungen.

"Diese Bewegung sendet eine Botschaft an die Milliardäre: Ja, wir haben den Schneid, um es mit euch aufzunehmen", rief der 73-Jährige rund 19.000 jubelnden Fans im Moda Center in Portland zu. Im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", in dem rund 45 Millionen Menschen von Lebensmittelmarken abhängig sind und eine wirkliche Krankenversicherung trotz "Obamacare" quasi schon Luxus ist, kann er sich immer mehr Zustimmung erfreuen.

Amerika "gehört uns allen, nicht nur einer Hand voll Milliardären", kritisiert Sanders seine Politgegner. Damit stößt er ebenfalls auf Zustimmung. Denn immer mehr Amerikaner wollen sich mit den Politdynastien – nicht nur der Clintons und Bushs – einfach nicht mehr zufrieden geben. Diese plutokratisch anmutende Kleptokratie eines infolge des Mehrheitswahlrechts herangezogenen Politadels, der sich die Wahlkämpfe mit Spenden der Konzerne erkaufen müssen, stößt auf wachsenden Unmut. Von dem Sanders profitiert.

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Auch wenn Sanders gegen diese Machtverhältnisse wohl nicht ankommen wird, so zeigen seine Erfolge erste Anzeichen einer Erosion des politischen Systems der USA. Doch das Establishment wird seinen Platz so schnell nicht räumen. Dessen dürfte sich auch Sanders bewusst sein.

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3 Kommentare

  1. …wo bitte ist dieser Herr ein “Sozialist”? – recherchiert mal das ( Abstimmungs-)Verhalten in den vergangenen Jahren. …alles nur Propaganda – links blinken – rechts abbiegen. Bernie Sanders waere ein super SPD – Politiker…

  2. Der nächste Herr, dieselbe Dame.
    Der Börni ist genauso ein Betrüger und nur für die Banker tätig wie alle anderen auch.
    Man muss nur den einfachsten Integritätstest machen, den es seit einiger Zeit gibt. Mitglied der Klimasekte? Ja? Und Tschüss!!

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