Bankokratie – die totale Machtübernahme der Hochfinanz

In New York, Paris, London, Hongkong und Shanghai, Tokio, Seoul, Moskau und São Paulo, und natürlich auch Frankfurt a. M. sitzen sie. Die waren Machthaber unserer Welt. Die Menschen befreiten sich von Kaisern und Königen, allmächtige Päpste und falsche Götter wurden gestürzt. Auch Diktatoren sind vom Aussterben bedroht und die Demokratie ist auf dem Vormarsch. Doch leider wird diese unterwandert und die mächtigen Eliten beuten ihr Mitmenschen aus wie eh und je.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Wir haben mit der EU ein Staatenbündnis, das eigentlich dem Rest der Welt als Vorbild dienen sollte. Nach und nach traten fast alle Staaten Europas der Union bei, die als Wirtschaftsbündnis begann aber schon immer eine politische Vereinigung anstrebte. Die Urheber des vereinigten Europas hatten miterlebt, wie sich die Völker der ganzen Welt in zwei blutigen Weltkriegen gegenseitig vernichteten und angesichts dieser Erfahrung wollten sie ein Europa des Friedens, der Sicherheit und des Wohlstandes für alle seine Bürger. Und tatsächlich waren wir auf einem gutem Weg.

Was aber gerade dann passierte, als man dachte die größte Hürde für dieses Utopia überwunden zu haben, macht keinen Sinn. Ausgerechnet mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Kalten Krieges begann die EU sich in eine völlig andere Richtung zu entwickeln als ursprünglich geplant. Zuerst schien alles noch ganz normal, doch man hätte sich schon fragen können, wie sich die ärmeren Länder im Süden den reicheren Staaten anpassen sollen, wenn auf einmal die Unterstützung in den Osten geht. Deutschland, als Konjunkturmotor der Europäischen Union hatte gerade ein völlig am Boden liegendes Land zum Wiederaufbau bekommen und nicht nur der deutsche Staat investierte in die „neuen Bundesländer“. Auch unzählige Firmen verließen ihre südeuropäischen Standorte und zogen gen Osten.

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Ja, auch ich habe mich gefreut, über ein vereintes Deutschland. Auch über das Ende der Sowjetunion und über den Fall des eisernen Vorhangs. Meine Befürchtungen waren eher gering. Ich hatte Angst vor der instabilen Lage in Moskau und der latenten Bürgerkriegsgefahr in der Ex-UdSSR. Die Chinesen unterdrückten die Demokratiebewegungen in ihrem Land und der radikale Islam wurde immer stärker. Aber die EU? Ich hatte die Hoffnung das mit der Zeit die größere Gemeinschaft einen Aufwärtstrend bewirken würde. Naiv, nicht war? Aber viele träumten davon. Doch leider haben diese vielen Menschen die Rechnung ohne die Gier der alten Eliten gemacht. Der Geldadel Europas, inzwischen weltweit vernetzt, hatte (hat) andere Pläne.

Als der Osten noch von Hammer und Sichel dominiert wurde, musste der Westen zeigen, dass die Soziale Marktwirtschaft den wahren Wohlstand für alle bringt. Und es hat tatsächlich funktioniert. Zumindest teilweise. Denn es ist nicht weiter schwierig, genug zu produzieren, anständige Löhne zu bezahlen und selbst das Rentenproblem ist keins, wenn man nur will. Würden Europas Unternehmen in Europa produzieren, wäre das Bildungssystem entsprechend ausgebaut und würden wir Regierungen haben, die auf das Allgemeinwohl achten, dann könnten wir auch diese Wohlstandsgesellschaft in ganz Europa bekommen. Ganz Europa könnte schon längst davon profitieren, dass modernste Technik und Wissenschaft in der EU ihren Ursprung haben. Doch nur eine handvoll Superreiche streichen die Gewinne ein und sie haben auch kein Problem damit, diese Errungenschaften den Chinesen oder der USA zu überlassen, nur um noch ein paar Millionen mehr einzustreichen.

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Es gab Zeiten, da hätte man einen Unternehmer, der ein Industriegeheimnis ins Ausland verkauft, wegen Industriespionage oder sogar wegen Hochverrat den Prozess gemacht. Heute kaufen die chinesischen Firmen einfach ganze Unternehmen auf, wobei ihnen die aus Brüssel verordneten Privatisierungen auch noch entgegenkommen. Doch unsere Politmarionetten krümmen keinen Finger, um unsere Wirtschaft vor den Ländern zu schützen, die Hungerlöhne zahlen, ihre Arbeiter wie Sklaven behandeln und auch noch subventionieren ohne Einschränkungen. TIPP und Co lässt grüßen. Hauptsache die Interessen des mächtigen Geldadels sind gewahrt. Das Ziel ist es vielmehr, Europa selbst oder zumindest den Süden wieder zu einer Billiglohnzone zu machen.

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So würden Adenauer, Erhard und die Unterzeichner der Römischen Verträge sich im Grabe herum drehen, wenn sie wüssten, was Schäuble und Merkel aus ihrem Traum gemacht haben. Wir leben jetzt in einer Bankokratie, in der die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Doch nicht nur das. Sämtliche Grundwerte der modernen Demokratie werden von unseren Politikern ignoriert und nur das Verfassungsgericht in einzelnen EU-Staaten vermag die skrupellosen und korrupten Regierungen in ihrem Ausverkauf der Menschenrechte und ihrem Privatisierungswahn noch ausbremsen. Doch weder Gerichte, noch Volksabstimmungen wie zuletzt in Griechenland, können die Versklavung ganzer Völker verhindern. Griechen, Portugiesen und Spanier sind nur einige Europäer, bei denen die Bankenkrise, die in den USA begann, genutzt wurde, um ihnen „Reformen“ aufzuzwingen. Diese „Reformen“ nehmen den Arbeitnehmern mühsam errungene Rechte und geben den großen Konzernen eine Macht, die sie seit Abschaffung der Sklaverei nicht mehr inne hatten.

Wenn man diese Tendenz bekämpfen will, muss man entweder ein Blutbad in Kauf nehmen oder viel Geduld mitbringen, um das System allmählich von innen zu ändern. Die Griechen sind diesen Weg gegangen und bekamen die geballte Macht der Banker zu spüren. Doch waren die Griechen bislang die einzigen, die die Allmacht der Banker herausgefordert haben und ohne Unterstützung hatten sie keine Chance. Erst wenn in mehr Staaten Regierungen bekommen, die sich gegen die internationale Finanzmafia erheben, werden wir einen Wechsel bekommen. Ein Wahlboykott aber, wie von einigen propagiert, würde keinerlei Vorteile bringen. Wenn man keine Partei findet, muss man eben selber eine gründen. Sich einfach zurücklehnen und nur zu schimpfen, ist jedenfalls der falschen Weg. Damit bestätigt man nur die Herrschaft der Bankokratie.  Will man also was ändern, muss man am politischem Leben teilnehmen.

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12 Kommentare

  1. „Ausgerechnet mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Kalten Krieges begann die EU sich in eine völlig andere Richtung zu entwickeln als ursprünglich geplant.“

    Woher nimmt der Autor die Sicherheit, daß die EU anders geplant war? Alle Verträge und Abkommen seit dem 2. Weltkrieg haben Zug um Zug die Hoheitsrechte der Mitgliedsstaaten veräußert an die Krakenstruktur der EG. Es brauchte nur noch die politische Elite draufgesetzt werden, um den Tiger zu reiten.

    Spannender Weise ist das Schengener Abkommen nur wenige Jahre vorm Mauerfall auf den Weg gebracht worden natürlich mit pompösen Versprechen. Und ein Jahr vor Schengen hat Jaques Delors das Manifest der Wirtschaft für eine politische EU und einem einheitlichen Binnenmarkt zugespielt bekommen und es dann im europäischen Parlament als seine eigenes ausgegeben. Mit dem Mauerfall ist der Maastricht Vertrag sofort aus dem Hut gezaubert worden und die Unruhe wurde genutzt, den Vertrag zu ratifizieren. Gleichzeitig waren alle Mittel da, das Internet hochzuziehen.

    Wenn das alles anders gedacht war, warum haftet der EU dann der Geruch der Selbstermächtigung an? Keiner der vorbereitenden Verträge und keiner seit Maastricht ist je mit dem Volk abgestimmt worden. Die ganze Geschichte ist unseriös. Wer Frieden will, der kann sich vom Volk begleiten lassen, wer keinen will, der tut das hinter vschlossenen Türen.

    Die EU hat ihre Wurzeln in Italien unter Mussolinie und im Dritten Reich. Und nun ist es da, das Oligopol.

    1. Volle Zustimmung! Es läuft eine gigantische Umgestaltung dieser Welt zu einer supranationalen Weltregierung bei der die Bürger kein Mitbestimmungsrecht mehr haben werden. TTIP wurde in dem Artikel genannt. TTIP ist ein Ermächtigungsgesetz für eine skrupellose Wirtschaft á la Monsanto.

      Die EU wird zu einem kleineren Puzzleteil dieser NWO umgebaut um dann, nach Unterzeichnung von CETA, TTIP und TISA langsam zu verschwinden, schliesslich dienen diese „Freihandelabkommen“ nur dazu, dass das Primat der Politik über die Wirtschaft ausgehebelt wird.

      Sehen wir uns doch Leute wie Schulz oder Juncker an. Kein Mensch der halbwegs bei Verstand ist würde solchen Leuten Führungsverantwortung übertragen, noch hätte man das Zutrauen, dass diese Figuren Probleme lösen können.

      Mit der „Flüchtlingskatastrophe“ wird inzwischen massiv dafür gesorgt, dass Europa destabilisiert wird.

      De Maizière erwartet noch höhere Flüchtlings­zahlen und hat gesagt: »Wir sind gefordert, aber nicht überfordert. Wir bekommen das hin.«
      Das ist inzwischen eine wenig verklausulierte, resignative Kapitulation.

      Unter dem Eindruck, dass in Deutschland eine gleichgeschaltete Presse unter der Meinungsführerschaft der DPA Kritiker zu Fremdenhassern, Rassisten usw. umgedeutet werden, also die Pressefreiheit missbraucht wird um die Meinungsfreiheit zu beschneiden, in Spanien das „Gesetz zum Schutz der Bürger“ in Kraft trat (Hinter der orwellesk anmutenden Bezeichnung verbirgt sich nichts anderes als die eklatante Einschränkung des Demonstrationsrechts und der Meinungsfreiheit. Ein erster Spanier erhielt auf Grundlage des Gesetzes nun eine Strafandrohung und Polizeibesuch, weil er im Internet die Polizei und die Bürgermeisterin von Teneriffa als „Drückeberger“ kritisiert hatte), kann man hier nicht mehr von einer zufälligen Entwicklung sprechen. Nein, die Demokratie wird stückchenweise zerlegt um ein neues System, das der Finanzoligarchie zu etablieren.

      Die USA ist hier Vorreiter. Eine Studie der Universität Princeton bescheinigt den USA diesen Schritt bereits „geschafft“ zu haben.

      http://www.bbc.com/news/blogs-echochambers-27074746

  2. Man kann den Artikel auch abkürzen, indem man einfach die Frage zur EU stellt: Cui bono?
    Voraussetzung ist lediglich das dreckige Spiel der Finanz-u.Konzernmafia in Afrika zu kennen,
    welches ja bereits mehrere hundert Jahre alt ist.
    Heutzutage gilt: IWF und Weltbank werden voraus geschickt; den Ländern wird billiges Geld hinterher
    geworfen; viele Staatsanleihen werden ausgegeben; die Schuldenspirale dreht sich; die Schulden werden mit immer neuen Schulden bedient, damit die Anleihenkäufer Geld bekommen und die
    Raubtierkonzernmafia wartet nur bis zum „break even“, denn ab dann wird das Land verramscht und
    ausverkauft.

    Das war in Europa mit so vielen Staaten und Währungen einfach zu mühsam; ALSO was ist die
    einfachste Version? Genau, man gründe ein gemeinsames Europa; gebe ihnen EINE Währung;
    baue zur Vorsicht gleich ein paar trojanische Pferde ein und los gehts mit dem Spiel wie oben beschrieben.

    DAS ist die EU ! die größte Geldumverteilungsmaschinerie (Steuergeld zu Privatgeld) und Ausplünderungsaktion der Menscheitsgeschichte !

  3. ein sehr guter Artikel; doch nun zur Kernfrage, was tun gegen die mit Sicherheit kommende Sklavenhaltergesellschft??
    Die europäischen Oligarchen mit Unterstützung aus Übersee werden freiwillig keinen Millimeter von ihrer Macht aufgeben, siehe die hellenische Republik, ein Land, welches ausbrechen will, wird gnadenlos niedergemacht und im Endeffekt zerstört werden >> die Zukunft als Protektorat oder Kolonie. Es muss also auf europäischer Ebene etwas grundlegendes passieren; nur soweit sind die betroffenen Menschen – trotz aller Widrigkeiten – leider noch lange nicht.
    Da ich kein Befürworter militärischer und zwangsläufig nuklearer Gewalt bin, kann ich nur hoffen, dass die EU (EURO)-Zone infolge der inneren Spannungen innerhalb der einzelnen Länder peu a peu zusammenbrechen wird.

  4. Wozu noch werte schaffen, wenn diese sowieso nur von der bankokratie in zusammenarbeit mit der politik gestohlen werden. Für die kleinen geht es auch mit weniger, für die großen systeme wie staaten und sozialsysteme aber nicht. Die nicht demokratisch legitimierte EU genauso wie der führungsanspruch deutschlands als US vasalle wurden in keinem land defakto zur abstimmung gebracht.

    Da Merkel seit 2008 gegen die europäischen bürger regiert, wird die EU nun vom volk einerseits wegen perspektivlosiigkeit und andererseits mittels leistungsverweigerung gegen die wand gefahren.

    Ist der hund über den zaun, ist ganze vieh auch schon weg.

  5. den verweichlichten Menschen der ( westl. Welt ) geht es noch viel zu gut
    da braucht s noch lange bis da mal was passiert

    da geht eher noch was in den USA und das wissen die Herrschenden dort auch drum wird ja auch schon eifrig das niederschlagen von Aufständen trainiert und nicht nur dort

    In den USA ist das entwaffnen des Volkes eben nicht so leicht
    So dumm sind nur die Eüropäer

  6. Der Artikel stellt es so dar als sei die EU am Anfang eine gute Sache gewesen und sei dann unter Einfluss der Bankster degeneriert. Das stimmt so nicht ganz. Es waren die Bilderberger, die die Gründung der EU beschlossen. Der Zweck der EU war von Anfang an der, den sie heute erfüllt: Abbau von Demokratie, Stärung der Kapital-Interessen.

  7. Rui Filipe Gutschmidt, man kann Ihrem Artikel entnehmen, dass Sie leider zu dem Millionenheer derjenigen gehören, die die Geschichte zu wenig kennen und eben daher auch nicht wissen, dass Adenauer, Erhard und die Unterzeichner der Römischen Verträge sich nicht im Grabe umdrehen würden, wenn sie wüssten, was Schäuble und Merkel aus ihrem Traum gemacht haben, denn sie handeln im Auftrag dieser Elite, die von Anfang an nichts anderes vor hatte, als „Deutschland“ (übrigens lediglich mit der DDR wiedervereinigt) und Europa nachhaltig zu schwächen oder inzwischen ganz und gar zu zerstören!
    Daher auch die „Mauer“ von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer, damit wir uns unter keinen Umständen mit Russland wirtschaftlich vereinigen können, was von den USFinanzeliten bereits seit rund 200 Jahren erfolgreich bekämpft wird und das nicht abreißende Heer von Moslems, mit denen Europa überflutet wird. Spätestens 2020 steht der Bürgerkrieg ins „Haus“ und dieses Heer wird bewaffnet werden, um die hier (BRD+EU) lebenden Ethnien zu vernichten. Verlassen Sie sich darauf!
    Das war und ist das Ziel!
    Wir werden schon seit 1945 von dieser „Finanzelite“ regiert, zu der auch der Altadel gehört und sind seit dieser Zeit nicht zufällig lediglich noch eine „Wirtschafts-und Finanz-GmbH“, eingetragen im Handelsregister in Frankfurt!

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