DGB-Demonstration. Bild: Flickr / Bündnis 90 / Die Grünen CC-BY 2.0

Die Gewerkschaften wurden einmal gegründet, um uns Arbeitnehmern – Lohnsklaven wäre die treffendere Bezeichnung – Rechte zu erkämpfen. Gewerkschaften sollen uns dazu verhelfen, nicht wieder in den Zustand der Sklaverei und der Leibeigenschaft als ausgebeutetes Nutztier zu verfallen. Doch ihre Macht schwindet, der Rückhalt schwindet. Die Solidarisierung geht beständig mehrere Schritte zurück, auch wenn manches Mal ein kleiner schritt nach vorn erreicht wurde. Doch die Geschichte der Gewerkschaften ist länger, als manch einer denken mag.

Von Marcel Grasnick

Wir schreiben das Jahr 1329. In diesem Jahr gab es den ersten urkundlich erwähnten Streik von Handwerksgesellen. 1848/49 entstanden im Verlauf der Revolution auf nationaler Ebene die ersten Gewerkschaften in Deutschland, die sich allerdings auf die Tradition der Zünfte und ihrer Verfassung in den einzelnen Berufsgruppen beschränkten und noch nicht wirklich etwas ausrichten konnten.

Die ersten Gewerkschaften wurden durch die Obrigkeit noch in ihrer Tätigkeit behindert – ein Fakt, der sich in unserer Zeit noch nicht wirklich geändert hat. Erst mit Ende des 19. Jahrhunderts gewannen die Gewerkschaften zunehmend an Bedeutung, die erstmals während der Weimarer Republik gipfelte. Doch stand damals noch die Weltwirtschaftskrise im Wege. Während der NS-Zeit wurden die Gewerkschaften wieder torpediert und das Vermögen dieser der DAF (Deutsche Arbeiterfront) zugetragen.

Mit Ende der Diktatur gab es auch mit dem Wirtschaftsaufschwung auch wieder einen Aufschwung der Gewerkschaften. Doch erst seit 1986 gab es in fast allen Bereichen die 5-Tage-Woche, die für uns heute so selbstverständlich ist – natürlich durchgesetzt von den Gewerkschaften, bzw. durch den schon früher entstandenen Dachverband DGB. Damit lässt sich zumindest zweifelsfrei sagen, dass unsere Arbeitszeiten, der Mindesturlaub und andere Nettigkeiten, die uns das Arbeitsleben vereinfachen, durchaus auf die Gewerkschaften zurückzuführen sind.

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Doch warum zum Henker wird zur Zeit so auf den Gewerkschaften herumgehackt? Die Unternehmen und die Politik sind dabei, die Errungenschaften der Gewerkschaften wieder auszuhebeln, haben dies sogar zum Teil schon geschafft. Auch wenn der DGB und die kleineren Gewerkschaften in der Zeit der Jahrtausendwende sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, teilweise sogar ihr Aufgabenfeld auf andere Dinge ausgeweiteten, so sind sie es zur Zeit, die gewisse Interessen der Wirtschaft blockieren. Wir sind auf dem Weg zurück zur Knechtschaft. Der einzige Rückhalt sind im Moment eben noch die Gewerkschaften, wenn wir unsere Interessen nicht von der Politik vertreten sehen. In dem Sinne wäre es doch theoretisch und praktisch ein Leichtes, die Streiks von Bahnmitarbeitern oder den Postlern nicht nur zu verstehen, sondern zumindest zu tolerieren. Eine Unterstützung wäre aber sinnvoller.

Ich persönlich war nie so richtig ein Freund der Gewerkschaften. Doch angesichts der politischen Maßnahmen der letzten Jahre, habe ich durchaus mein Verhältnis zu dieser Einstellung überdacht und ertrage mit Hinblick auf meine persönlichen Arbeitsbedingungen die Arbeitskämpfe. Lieber wochenlang auf Pakete warten als jahrelang als Knecht eines Unternehmens leiden.

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3 KOMMENTARE

  1. Doch ihre Macht schwindet, der Rückhalt schwindet.

    Stimmt, doch warum ist das so? Wenn ich mir die Arbeit der Gewerkschaften in den letzten Jahren anschaue, dann kann man nur konstatieren, daß die Gewerkschaften nicht mehr auf Seiten der Arbeitnehmers stehen sondern zum Büttel der politischen Eliten geworden ist. Ebenso wie unsere politische Klasse nicht mehr für ihre Bürger kämpft sondern nur noch für die Finanzoligarchie. Der Filz ist einfach unerträglich geworden.

    Die Gewerkschaften werden erst dann wieder mehr Rückhalt erfahren, wenn sie auf der richtigen Seite stehen.

    • So ähnlich sehe ich das auch!

      Und warum setzten sich die DGB-Gewerkschaften so sehr für eine bunte Willkommenskultur für ausländische Kulturbereicher ein? Warum bekämpfen sie PEGIDA?

      Weil sie nur dank der Zuwanderer noch einen Hauch von Existenzberechtigung vorspielen können. Das Arbeitskräfteangebot aus dem Ausland drückt die Löhne. Ohne Zuwanderung bräuchten wir weder Mindestlohngesetz noch Gewerkschaften. Arbeitskräfte würden knapp und der Arbeitgeber würde auch ohne Streik von sich aus Zugeständnisse machen.

      Allerdings die im Artikel angesprochenen Streiks der Postler zeigen im Ansatz auch schon auf, wohin die Reise fortfolgend gehen wird. Die Post kann schon jetzt auf derart viele (auch dank früher schon zugewanderter Menschen) Ausilfskräfte zugrückgreifen, dass die Streiks bald völlig ins Leere laufen werden.

       

      Nebenbei bräuchten wir ohne Zuwanderung auch keine Mietpreisbremse.

      • Hallo, ich habe selten einen solchen Unsinn gelesen. Mietpobleme gibt es in allen deutschen Städten seit vielen Jahren. Schuld daran sind nicht die Zuwanderer sondern ein Wirtschaftssystem, das das Menschenrecht auf Wohnen zu einer Ware degratiert, mit der viel Geld verdient wird. U.A.am Aktienmarkt. Einige wenige verdienen sich dumm und dämlich auf Kosten der Vielen, auch der Zuwanderer. 

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