Sojaernte.
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Superunkraut: Monsanto verliert den Kampf gegen Mutter Natur

Monsanto & Co verkaufen den Menschen, dass die Gentechnik dabei helfen kann, weniger Unkrautvernichtungsmittel ausbringen zu müssen. Doch die Gentechniker haben nicht mit der Kreativität von Mutter Natur gerechnet.

Von Marco Maier

Wie schön doch die tolle heile Welt sei, die mittels gentechnisch veränderter Nutzpflanzen herangezüchtet werden soll. Keine Giftstoffe mehr zu brauchen, mit denen man gegen diverse Unkräuter und Schädlinge vorgehen muss – so die vollmundigen Versprechen. Bis es so weit ist, sollen spezielle Unkrautvernichtungsmittel – wie Glyphosat – dazu beitragen, dass sämtliche unerwünschten Pflanzen auf den Feldern eingehen, während die (gentechnisch veränderten) Nutzpflanzen keinen Schaden davon tragen.

So weit die Theorie. In der Praxis jedoch zeigt es sich, dass man die Natur nicht einfach so austricksen kann. Gerade die rasche Generationenfolge bei diversen Unkräutern – aber auch bei den Insekten – führt dazu, dass sich evolutionäre Anpassungen recht schnell durchsetzen. Die Natur reagiert recht schnell auf solche Veränderungen, so dass die Herbizide mit der Zeit völlig unnütz werden.

Als Beispiel dienen derzeit sogenannte "Superunkräuter" in den USA, die bereits rund 243.000 Quadratkilometer in Beschlag genommen haben. Etwa 90 Prozent der Baumwoll- und Sojafelder seien schon davon betroffen. Nach rund 20 Jahren in denen auf den Feldern stets die gleichen Pflanzen in Monokulturen angebaut und die selben Unkrautvernichtungsmittel (Glyphosat) ausgebracht wurden, entwickelten manche der unerwünschten Pflanzenarten – zwei Dutzend sollen es bislang schon sein – eine Resistenz gegen den Monsanto-Giftstoff.

Für Monsanto, dessen 17 Milliarden Dollar Umsatz rund zur Hälfte von Glyphosat – welches in einigen Ländern nicht mehr verkauft werden soll – abhängt, ist dies natürlich eine Katastrophe, doch auch die Landwirte haben so das Nachsehen. Denn ursprünglich sollte die Kombination aus gentechnisch veränderten Nutzpflanzen und dem Monsanto-Herbizid Glyphosat dafür sorgen, dass diese mehr Ertrag bei weniger Arbeit haben. Doch das ist nun obsolet.

Allerdings will sich Monsanto – welches eine Fusion mit dem Gentech-Riesen Syngenta anstrebt – nicht geschlagen geben. Nun sollen neue Pflanzensorten mit mehr Resistenzen gezüchtet werden, damit die Landwirte neue Giftkombinationen auf die Felder sprühen können. Was dies für die Belastung der Lebensmittel, die Gesundheit der Böden und des Trinkwassers bedeutet, kann sich jeder ausmalen.

Das Problem, dass die Natur auch weiterhin neue Resistenzen – man kennt es bei den Antibiotika – entwickelt, wird man damit jedoch nicht lösen können. Ganz im Gegenteil: Immer mehr Pflanzen und Insekten werden mit der Zeit gegen immer mehr Giftstoffe immun, während immer mehr Böden vergiftet werden. Dass die Nahrungsmittel infolge der ständigen genetischen Veränderungen und den massiven Gifteinsatz gesünder werden, darf ebenfalls stark bezweifelt werden.

Was bleibt ist das Fazit, dass die Gier nach schnellen Profiten aus diesem Planeten eine lebensfeindliche Wüste machen wird. Der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen ist ohnehin ein Spiel mit dem Feuer – doch die gleichzeitige Ausbringung von tausenden Tonnen an Gift verschlimmert die Sache nur noch weiter. Die Menschen sollten sich fragen, ob all diese Gefahren es überhaupt wert sind, kurzfristig ein klein wenig mehr Profit einzufahren.

3 comments

  1. Wie kommst Du darauf, daß durch Genmanipulation und Pestizide je höhere Profite eingefahren werden könnten? Übernimmst Du da deren Werbung oder hast Du mal selbst gerechnet?

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