Die Rainbow Warrior II. Das erste Schiff dieses Namens wurde vom französischen Geheimdienst versenkt. Bild: Flickr / Cyr0z CC-BY 2.0

Während sich Europas Öffentlichkeit über die Passivität von Frankreichs Spitze in Sachen NSA-Spionage wundert, berichtet eine australische Zeitung über Frankreichs Spionageaktivität. Erinnert wird unter anderem an die Versenkung der Rainbow Warrior vor 30 Jahren, welche mit Hilfe von Geheimdiensten erfolgte. Eine Replik auf FrenchLeaks.

Von Christian Saarländer

Die australische Presse hält dem „Spionageopfer“ Frankreich den Spiegel vor, indem auf die Spionage-Aktivitäten Frankreichs eingegangen ist. Europas Atommacht muss sich vor der angelsächsischen „BigFive“-Überwachungsallianz nicht verstecken.

Frankreich ist nämlich kein Kind von Traurigkeit in Sachen Überwachung fremder Staaten, Atomwaffen-Tests sowie von Luftangriffen – zuletzt 2011 in Libyen. Und am Projekt „Big Brother“, welche die Zustände Ozeaniens in George Orwells 1984 beschreiben, arbeiteten Frankreichs Abgeordnete sehr eifrig. „Patriot Act Reloaded: Big Brother Gesetz in Frankreich beschlossen“, titele RT Deutsch im Mai.

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Kurzum: Frankreich überwachte zuerst die Kommunikation fremder Staaten, was vor dem Durchbruch des Internets anfing. Und je weiter die Technik fortschritt, umso eifriger ging man auf den eigenen Bürger über.

In den 1980er Jahren mehrte sich der Protest gegen Frankreichs Atomprogramm, den Frankreich unterbinden wollte. Bei den Greenpeace-Aktivisten, die vor Ort protestierten, hörte man aber nicht nur die Funksprüche ab, sondern versenkte mittels einer verdeckten Operation des französischen Geheimdienstes gleich das komplette Schiff (die Rainbow Warrior).

Gleichzeitig soll Frankreich in dieser Zeit die Kommunikation in ganz Ozeanien überwacht haben. Da das Internet damals noch nicht ausgereift war, wurde die Kommunikation an den Schnittstellen der Tiefseekabel abgefangen. Solche Tiefseekabel sind auch heute neben der Satellitenkommunikation wichtig, um den Datenaustausch nach Übersee zu realisieren. Deswegen spielt diese Methode der Überwachung – neben Staatstrojanern – immer noch eine große Rolle. Nicht umsonst werden sie als das „Rückgrat des Internets“ bezeichnet.


Verschiedenen Berichten zufolge soll Frankreich seit 2008 mit rund 700 Millionen Euro die Überwachung solcher Kabel und Internet-Schnittstellen optimiert haben. Beispielsweise soll von Marseilles aus die Kommunikation zwischen anderen Staaten abgefangen werden.

Ermächtigt für diese Art der Überwachung  ist Direction Générale de la Sécurité Extérieure (kurz DGSE – zu deutsch etwa Generaldirektion für äußere Sicherheit), das französische Pendant zum Bundesnachrichtendienst in Deutschland.

Heute soll Frankreich ebenfalls lediglich Wirtschaftsspionage betreiben. „Terrorbekämpfung“ soll nur ein Vorwand sein. Detaillierte Beweise wie vergleichsweise die FrenchLeaks blieben aus. Aber das mit dem Schiffe-Versenken ist leider wahr, wenngleich man in Frankreich versuchte das ganze glaubhaft abzustreiten.

Bewiesen ist die Terrorattacke Frankreichs gegen die Rainbow Warrior, ein friedliches Protestschiff. Diplomatisch verhielt sich Frankreich dann noch aggressiv gegenüber Neuseeland und man zog fast die damalige EU nebst der Bundesrepublik Deutschland in diesen Konflikt rein.

Die Täter mussten sich vor Neuseelands Gerichten verantworten und es wurden langjährige Haftstrafen verhängt. Darüber hinaus, zahlte Frankreich nach einem internationalem Schiedsverfahren an Greenpeace umgerechnet rund acht Millionen Euro „Schadenersatz“.

Der Artikel „Bomben gegen Friedensschiff“ dokumentiert die Geschichte aus Sicht der Umweltschützer. Aufgedeckt wurde der Skandal übrigens durch französische Medien und der Journalist Edwy Plenel hatte maßgeblichen Anteil an der Enthüllung.

Halten wir fest: Nicht nur die „BigFive“ spionieren andere Länder aus, sondern auch die Atommacht Frankreich und viele andere Nationen. Den Zorn der Öffentlichkeit bekommt aber nur jener Staat zu spüren, der auch entlarvt wurde.

Entlarvt werden auch immer mehr private Firmen, die Staaten mit Soft- und Hardware. Aktuelles Beispiel sind die WikiLeaks-Enthüllungen über die Firma HackingTeam aus Mailand sowie Münchner Firma Gamma, welche ihre Spionage-Software an Regierungen aus allen Herren Ländern verkauft.

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