Die Autonomiebewegung in der polnischen Provinz Schlesien, vor allem in der nach wie vor von der deutschen Minderheit bewohnten Region Oberschlesien, bleibt rege. Am 11. Juli fanden sich unter dem Banner der schlesischen Organisation „Ruch Autonomii Sláska“ in der oberschlesischen Provinzhauptstadt Kattowitz rund 4.000 Aktivisten zum Autonomiemarsch zusammen.

Via Eurasia News

Den Autonomiemarsch, der zum neunten Mal infolge stattfand, wurde durch eine Konferenz „Europa in Schlesien – Schlesien in Europa“ abgehalten. Sie tagte vom 9. bis zum 10. Juli. Dabei teilten die anwesenden Mitgliedsparteien der Europäischen Freien Allianz (EFA), der auch die schlesische Autonomiebewegung „Ruch Autonomii Sláska (RAS)” angehört. Die Europäische Freie Allianz ist eine europäische politische Partei, die nationale, regionale und autonome Parteien der EU vertritt. EFA-Vertreter präsentierten in Kattowitz ihr jeweiliges Regionalmodell. Insgesamt sind neben RAS 34 Regionalparteien Mitglied der EFA.

Das Onlinenachrichtenportal „Unser Tirol“ zitierte den Vertreter der „Süd-Tiroler Freiheit“ Christian Kollmann, der an der Schlesien-Konferenz teilnahm, hinsichtlich seiner Einschätzung über den Status der Autonomiebewegung in Schlesien:

 

„Im Vergleich zu Südtirol hat Oberschlesien nichts. Die Autonomie wäre daher bereits ein erster großer Schritt nach vorne.”

Eigenen Angaben zufolge setzen sich schlesische Aktivisten für die Anerkennung des Schlesischen als eigene Minderheitensprache ein. Der Dialekt wird vor allem in Oberschlesien gesprochen. Rund 509.000 Menschen sprechen schlesisch, das von manchen Linguisten als eigene Sprachgruppe angesehen wird. Auch die Pflege der deutschen Kultur und jahrhundertealten Vergangenheit Oberschlesiens gehört zum Anliegen von „Ruch Autonomii Sláska”. Der Vorsitzende von RAS Jerzy Gorzelik kommentierte bei der Eröffnungsrede zur Schlesien-Konferenz:

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„Wir erinnern uns auch an diese Vielfalt, die der oberschlesischen Identität zu Grunde liegt. Ihre Sprache und ihre Kultur gehört zu unserem gemeinsamen Erbe. Sie soll in Oberschlesien nicht vernichtet, vergessen noch verdrängt werden.”

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2 thoughts on “Polen: Schlesien fordert mehr Autonomie von Warschauer Zentralregierung”

  1. Autonome Regionen, in denen mittels direkter Demokratie die Verwalter und Umsetzer des Mehrheitswillens bestimmt werden, wären von der Struktur her idealer als Staaten.
    Bewährte und vom Volk bestimmte Räte könnten sich dann überregional treffen um notwendige Großprojekte (Verkehr, Krankenhäuser, Unis,…) unter Zuhilfenahme UNABHÄNGIGER Experten (also keine Laberköpfe sondern Wissenschafter, Ärzte, …) gemeinsam umzusetzen.

    Was wir kriegen werden wird allerdings eher eine Mischung aus dem afghanischen und dem japanischen Modell sein: Multinationale Konzerne werden, Worlords gleich mit firmeneigenen Schlägertrupps ganze Landstriche besetzt halten, Ressourcen aussaugen und jede Opposition mit Gewalt im Keim ersticken.

  2. Das werden die USA mit Hilfe der Allierten zu verhindern wissen. Deutschland zu stärken steht nicht auf der Agenda der USA, aber den Vasal Polen für seine Stiefelleckerei zu belohnen, schon. Im Moment braucht die USA Polen, Deutschland darf nich aufmucken, also braucht Amerika auch nicht darauf Rücksicht nehmen. Autonomien sind für die USA nur dort erlaubt, wo es für ihre hegemonialen Interessen förderlich ist

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