Merkel und Coelho beim EU-Gipfel August 2014. Bild & Artikelbild: Europäische Union

In einem TV-Interview zum leidigen Thema Griechenland sagte Angela Merkel, dass es in Irland und Portugal, auf Grund der durchgeführten Reformen jetzt wieder Wachstum gibt. Doch vergisst die Kanzlerin dabei zu erwähnen, dass vor allem die Armut und Arbeitslosigkeit gewachsen sind.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Die Politik ist ein hässliches Geschäft und der mündige Bürger weiß schon lange, dass die Machtmenschen in Brüssel, Berlin oder wo auch immer, sich keiner Schandtat zu schade sind, um ihre Macht zu behalten und am besten noch auszubauen. So ist die Wahlkampfhilfe von Frau Merkel und Herrn Schäuble für die konservativen Regierungen der Krisenstaaten vor allem darauf zurückzuführen, dass diese immer der deutschen Linie in Sachen Eurokrise treu geblieben sind. Auch als Griechenland die Chance bot einen neuen Weg zu gehen, der die Last von den Schultern der Bürger auf die Banken und Finanzkapitalmärkte umverteilt hätte, blieben sie dem Konzept der Austerität treu, welche in Frankfurt a. M. und Brüssel ausgearbeitet wurde.

Das Konzept der Austeritätspolitik aber schützt die eigentlichen Verursacher der Krise und belastet einseitig die ärmeren Bevölkerungsschichten. Es wird den Menschen vorgegaukelt, dass SIE selber an der Krise Schuld seien und das SIE über ihre Verhältnisse gelebt hätten. Bei den Griechen gab es mit Sicherheit eine Kultur der Steuerflucht, die aber wie überall bei den Topverdienern und den großen Unternehmen am schlimmsten war und teilweise noch immer ist. Doch in Portugal und Spanien war das nicht der Fall. Die Länder der iberischen Halbinsel haben ihre Bilanzen nie gefälscht und das Defizit nie übermäßig überzogen. Warum also mussten sie die Troika zu Hilfe rufen? Spekulation! Anfangs wurden die Ratingagenturen noch scharf kritisiert. Angela Merkel forderte eine europäische Ratingagentur um nicht durch „US-amerikanische Interessen“ unter Druck zu geraten. Doch dann sah man eine Möglichkeit Europa zu plündern und das ganz ohne Wehrmacht und Panzerdivisionen. So sehen es zumindest die vielen Opfer dieser Politik, die in den Krisenländern miterleben müssen, wie ihre eigene Regierungen das Diktat aus Brüssel befolgen und die Souveränität gegen Kredite eintauschen, die auch nicht gerade günstige Zinsen aufweisen.

Klar, dass die deutsche Kanzlerin solche Regierungen mit allen Mitteln an der Macht halten möchte. Daher erklärt sich auch die Unterstützung und das Lob für eine Politik und Politiker, die ihr Land in die Armut gestürzt haben, die Arbeitslosigkeit, vor allem bei den unter 25-jährigen, in nie gesehene Höhen trieb und so eine Auswanderungswelle verursachten, die es seit den 60er Jahren nicht mehr gegeben hat. Griechenlands Regierung und noch schlimmer das griechische Volk, mussten einen hohen Preis für diese Unterstützung bezahlen. Um zu beweisen, dass eine Regierung die sich gegen Schäubles Plan zur „Eurorettung“ stellt nur noch mehr Leid für ihr Volk erzeugt, wurden Varoufakis und Tsipras erpresst, unter Druck gesetzt, diskreditiert und als radikale Kommunisten bezeichnet. Doch das schlimmste war das hinauszögern einer Lösung bis die Banken ihren Kunden nur noch begrenzte Summen auszahlen konnten.

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Der deutsche Steuerzahler hat nichts davon und trägt sogar einen großen Teil der Lasten, sollte es zu einen Staatsbankrott oder einem Austreten einer oder mehrerer Krisenstaaten aus dem Euro kommen. Selbst die Realwirtschaft Deutschlands profitiert nur bedingt, da sie noch nicht einmal bei den Schnäppchen der Privatisierungen zuschlagen konnten. Chinesen, Brasilianer und Angolaner haben halb Portugal aufgekauft während die Deutschen leer ausgingen. Wer profitiert denn nun von Kanzlerin Merkels Raubzug? Die Spekulanten und Finanzjongleure aus Frankfurt, London und vor allem New York. Ja, die internationale Hochfinanz hat sich verspekuliert, die Welt in die größte Wirtschaftskrise seit dem „Schwarzen Freitag“ gestürzt und profitiert hinterher noch davon! Wer wird die Schäden dieser infamen Yuppies bezahlen? Wer wohl…

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1 KOMMENTAR

  1. „Merkels Krisenpolitik hilft nur der Finanzoligarchie“ – Der Titel reißt einen zwar nicht gerade vom Hocker ob seines Neuigkeitsgehalts, aber der Artikel ist dafür wieder einmal sehr fein geschrieben 🙂

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