Medienanalyse: Bild, Die Welt, FAZ, Der Spiegel & Co verlieren wieder Leser

Die großen Tageszeitungen und Politikmagazine kämpfen immer stärker mit dem Verlust von zahlenden Lesern, dies zeigt eine Analyse der IVW. Auch im zweiten Quartal 2015 wurden wieder weniger Exemplare verkauft.

Von Marco Maier

Es geht immer weiter abwärts mit den Printauflagen der großen Zeitungen und Magazine. Laut einer Analyse der IVW lag die verkaufte Auflage der "Bild" im zweiten Quartal dieses Jahres bei nur noch 2,1 Millionen Exemplaren. Ein Minus von rund 220.000 Stück oder 9,4 Prozent. Deutlich herber erwischte es die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), die mit einem Minus von über 41.000 Exemplaren (-13,5 Prozent) gar nur noch 265.481 Zeitungen täglich verkaufen konnte. Die "taz" verlor 8,8 Prozent und kam nur noch auf durchschnittlich 53.040 verkaufte Zeitungen. Süddeutsche Zeitung und Welt (inkl. Welt Kompakt) verzeichneten noch ein Minus von 3,6 Prozent.

Bei den wöchentlich erscheinenden Magazinen kämpfen "Der Spiegel" und "stern" ebenfalls mit sinkenden Verkaufszahlen. So verzeichnet das einstige "Sturmgeschütz der Demokratie" ein Minus von knapp 50.000 Expemplaren (-7,5 Prozent) und kommt nur noch auf eine verkaufte Auflage von rund 620.000 Heften. Der Mitbewerber "stern" steht dem um nichts nach: 402.687 Printmagazine bedeuten ein Minus von 27.737 Stück oder 6,4 Prozent. Der "Focus" (auch "Bild im Wochenformat" genannt) kommt da mit einem Minus von 531 Stück oder 0,2 Prozent noch glimpflich davon und konnte somit noch 252.308 Magazine pro Woche verkaufen.

Es zeigt sich damit wieder deutlich, dass die Menschen in Deutschland einerseits mit der derzeitigen Art der medialen Berichterstattung (Russland, Griechenland, Germanwings, usw.) nicht einverstanden sind, andererseits informieren sich die Leute inzwischen immer mehr via Internet über die laufenden Ereignisse. Der Nachrichtenmarkt kommt damit zunehmend in Bewegung, wobei vor allem die großen Printtitel von Zeitungen und Politikmagazinen zu den Verlierern gehören.

Eine umfangreiche Auflistung inklusive Tabellen finden Sie bei Meedia.

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9 Kommentare

  1. ich freue mich selbstverständlich wenn diese >>Blätter<>online Ausgabe<>Blätter<< mit ihrem Manipulationsgehabe, ihrer bewußten Indoktrination der Leser, von der sprichwörtlichen Bildfläche zu verschwinden beginnen. Die Zeit dafür ist überreif. Alles fliesst da wo es hin soll. Gar keine Frage.

  2. Wie sagte Elmar Thevesen vom ZDF in etwa:
    Der Zuschauer/Leser ist mit komplexen Themen überfordert.

    Gröööööööööööööööööööhhhhhhhhhhhhlllllllllllll

  3. Es führt kein Weg aus dieser Sackgasse. Natürlich könnte das Parlament unsere angeschlagenen Mietmäuler mit Steuergeldern, Solis und Sonstigem über Wasser halten. Doch wozu sollte es das, wenn den Mist ohnehin niemand mehr glaubt? Die Götter unseres Medienolymps haben offenbar nicht nur den Ast, sondern gleich den ganzen Baum abgesägt.

  4. es gibt sie noch, die guten Mitteilungen. Kenne niemand in meinem Bekanntenkreis, und der ist sehr groß, der solche Zeitungen liest. Die jungen Leute informieren sich im Netz. Für die ist nicht mal TV ein Thema.

  5. Eigentlich müsste man sich auch weigern die Zwangsgebühr fur ARD, ZDF usw. zu bezahlen. Die haben plötzlich die Nazis und Faschisten in der Ukraine entdeckt. Ja, auf einmal ist das ein Thema geworden und sie berichten über diese Mörderbanden des „Rechte Sektors“ negativ, denn sie würden blutige Kämpfe mit der Kiew-Junta austragen. Bisher war das nicht so, es gab gar keine Nazis in der Ukraine und es wurde von den deutschen Medien behauptet, dies wäre nur ganz üble russische Propaganda. Sie wären nur „ukrainische Freiwilligenverbände“. Claus Kleber vom ZDF in der Nachrichtensendung „Heute“ vor einem Jahr sagte: „Wir und viele Medien sind Hinweisen nachgegangen, ob das stimmt, aber wir haben festgestellt, es gibt diese Faschisten nicht.“

  6. Schreiber Marco Maier weiß, was die IVW ist,
    wohl auch, wie ich bei Meedia die Tabellen finde.
    Allein: ER VERRÄT ES UNS NICHT !
    Ist das Leserverarsche oder was soll das sein?

  7. Auch die allergeduldigsten „Schlafschafe“ lassen sich eben auf Dauer nicht belügen; weg mit den verlängerten Armen und Mäulern von Atlantikbrücke und Kanzleramt.

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