Katalonien: Pep Guardiola kandidiert für Separatistenbündnis

Bayern-Trainer Pep Guardiola sprach sich bereits in der Vergangenheit immer wieder für ein unabhängiges Katalonien aus. Nun tritt er – symbolisch auf dem letzten Listenplatz des Parteienbündnisses – für die Wahl zum Regionalparlament an.

Von Marco Maier

Die Abspaltungsbefürworter in Katalonien bekommen nun hochkarätige Unterstützung: Pep Guardiola, der Trainer des FC Bayern München und Ex-Trainer des katalanischen Clubs FC Barcelona will auf der Kandidatenliste von Separatistenführer Artur Mas auf dem letzten Platz kandidieren, wie die spanische Zeitung "El País" berichtete. Damit erhofft er sich bei den Regionalwahlen am 27. September zusätzliche Unterstützung für das Parteienbündnis der Separatisten in der katalonischen Bevölkerung.

Schon im vergangenen November flog Guardiola extra von München nach Barcelona, um an der symbolischen Abstimmung für die Unabhängkeit der spanischen Region zu votieren. Nun soll die Kandidatur auf der gemeinsamen Liste der CDC (Demokratischer Pakt Kataloniens), UDC (Demokratische Union Kataloniens) die bisher schon den Parteienverband CiU (Konvergenz und Union) stellten, sowie der ERC (Republikanische Linke Kataloniens) erfolgen.

Die Unabhängigkeitsbefürworter wollen die Regionalwahl zu einer Art Volksabstimmung machen, zumal die spanische Verfassung regionale Referenden untersagt, um so Wahlgänge in den autonomen Regionen zur Abspaltung zu verhindern. Für die spanische Regierung ist das Unabhängigkeitsbestreben von Katalanen (und Basken) ein Affront gegen die Verfassung, welche auch die "Einheit Spaniens" festschreibt. Hinzu kommen handfeste finanzielle und wirtschaftliche Gründe: Katalonien gilt als reichste Region des Landes, welche Madrid nicht verlieren möchte.

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2 Kommentare

  1. der verfassung von spanien übergeordnet ist das völkerrecht, welches eine sezession, also eine abspaltung von einem staat erlaubt, um einen neuen zu gründen. deshalb war es überhaupt möglich, dass schottland eine abstimmung durchführen konnte, was spanien verbietet. die grundlagen sind „Konvention über die Rechte und Pflichten der Staaten, Montevideo vom 26. Dez. 1933“, Artikel 1 – 10, wie auch „Vereinte Nationen Generalversammlung 56. Tagung vom 28. Jan 2002 A/RES 56/83, Artikel 9 und 10. Auch deshalb ist die Krim eine sezession, mit befürwortender abstimmung und keine annexion. auch der EU austritt antrag in Oesterreich mit 230 tausend unterschriften beruht auf Völkerrecht, da die EU im Lissabonvertrag einen austritt nicht vorgesehen hatt.

    1. De jure richtig – de facto nicht – eine Einmischung in die schottische Abstimmung war aufgrund des britischen Eu-mitgliedsstatus bzw des schottischen Status innerhalb Großbritaniens nicht möglich. Nun könnte man meinen der katalanische Status wäre der Gleiche, ist er aber anscheinend nicht. In Spanien ist da das Eu-recht deutlicher übergeordnet und stützt zusätzlich das nationale spanische Recht anscheinend viel mehr, was das Völkerrecht blockiert.

      Nicht umsonst wird ein und dasselbe Gesetz in der EU je nach Nützlichkeit angewandt oder auch nicht.

      Deswegen raus aus der Eu – Österreich ist frei, neutral und uns steht auch keine Nato im weg.

      Es sei denn, es gäbe geheime Absprachen unserer Regierung.

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