Italiens Premierminister Matteo Renzi. Bild: Flickr / Roja Directa CC BY 2.0

Während sich die EU um das sogenannte "Hilfspaket" für Griechenland streitet, sorgen die Zahlen aus Italien beinahe schon für mehr Sorgen als das Debakel des kleinen Hellas. Die Finanzen Roms sind außer Kontrolle und stellen im Gegensatz zu Griechenlands Problemen eine ernsthafte Gefährdung für die Eurozone dar.

Von Marco Maier

Allein von Januar bis Mai wuchs der italienische Schuldenberg um ganze 83,3 Milliarden Euro an. Bis zum Ende des Jahres könnten es locker noch 150-180 Milliarden Euro sein, die auf den aktuellen Schuldenberg von 2.218,2 Milliarden Euro (133 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) gepackt werden. Eine gewaltige Summe, die sogar den Schuldenberg Deutschlands übertrifft und ungebremst weiter wächst.

Allein von 2009 bis 2014 wuchs die italienische Staatsverschuldung um ganze 344,1 Milliarden Euro an. Dazu schien es, als ob Rom den Haushalt zumindest seit 2012 langsam im Griff haben würde. Immerhin sank die jährliche Neuverschuldung im vergangenen Jahr auf etwa 43 Milliarden Euro ab. Doch nun liegt diese schon im ersten Halbjahr bei mehr als dem Doppelten des ganzen vorigen Jahres.

Eine Besserung ist jedoch noch lange nicht in Sicht. Vor allem auch deshalb, weil die Unternehmen das Land in Scharen verlassen, was sich auch in der Industrieproduktion bemerkbar macht. Seit Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 ist diese um ein Viertel gesunken. Seit 14 Monaten schleppt sich die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone durch die Rezession, was sich auch in einer Verdoppelung der Arbeitslosenquote bemerkbar macht. Derzeit gilt auch in Bella Italia das Motto: Rette sich wer kann! Denn das schwache Plus in diesem Jahr resultiert fast ausschließlich aus den niedrigen Ölpreisen, dem schwachen Euro und den extrem niedrigen Zinsen. Nachhaltig ist das allerdings nicht.

Im Endeffekt ist Italien also nichts weiter als eine gewaltige finanzielle Zeitbombe, deren Countdown unablässig heruntertickt. Doch wenn diese explodiert, dann erscheinen die rund 320 Milliarden Euro an Schulden Griechenlands wie der Knall eines Silvesterböllers – man erschreckt sich vielleicht ein wenig daran, aber der Schaden selbst ist nur gering. Das sollte uns allen zu denken geben.

11 KOMMENTARE

  1. Ja, aber nicht nur Italien hat ein ernstes Problem, wie dieser Chart von „Querschüsse“ zur Industrieproduktion eindrucksvoll belegt:

    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2015/07/D552.png

    Es ist zu Ende, nur will das niemand wahr haben. Die Leute die glauben, man könne jetzt eine Transferunion machen und alles wird gut, irren sich. Das wären jährlich hunderte Milliarden Euro, die verschoben werden müssten. Das ist überhaupt nicht darstellbar – man sehe sich nur das Gezerre um den deutschen Länderfinanzausgleich an.
    DE hat seine Nachbarn – entgegen dem vereinbarten Inflationsziel – durch Lohndumping nieder konkurriert (vgl. dazu Heiner Flassbeck)! Das Ergebnis ist ein absolutes Desaster!!
    Da diese „Politik“ als alternativlos angesehen wird, wird der Euro zerbrechen – vielleicht schon dieses Jahr!
    LG Traumschau

    • Auch ich habe vor kurzem ein Interview mit Herrn Flassbeck gehört, eigentlich spricht er relativ verständlich – auch für Nichtökonomen – aus, wer und was den Niedergang des EURO verursacht hat. Das waren nicht die "faulen Südländer" und auch nicht die "Pleitegriechen", sondern der ungehemmte Expansionsdrang der dt. Industrie befördert von der dt. Politik. Und das alles zu Lasten der "Partner" und des Binnenkonsums. Diese Einstellung hat er schon 1999 vertreten, es war klar, dass er nicht lange Staatssekretär bei O. Lafontaine war; im dt. Politikbetrieb ist die ungeschminkte Wahrheit eben mehr als verpönt, lieber lügen sich die "Eliten" und den "Schlafschafen" auch weiterhin in die Taschen!

    • Flassbeck ist nen linker Quatschkopp. Das Problem ist nicht Deutschlands Produktion, sondern des Südens geringe Wettbewerbsfähigkeit wegen zu hoher Löhne und schlechte techn. Innovation.

      Ausserdem konkuriert DE gar nicht mit dem Süden, da völlig anders aufgestellt.

      Also alles linke Propaganda!

      Die EU konkuriert mit der Welt jedes einzelne Land. Europäische untereinander zu vergleichen ist schlicht dumm.

      • Dass andere Länder außerhalb des Euro eine eigene Währung haben, die sie bei Bedarf abwerten können, wissen Sie aber schon, oder?
        Und wenn die Länder der Eurozone endllich alle so toll sind wie Deutschland, dann wertet der Euro auf und diese ganze Strategie hat sich in Rauch aufgelöst!
        Merkel und Co scheinen zu glauben, wenn alle mehr exportieren als importieren ist die Welt wieder in Ordnung? Nur, leider geht das nicht!
        LG Traumschau

  2. Wo gehen wir jetzt hin? Eine antike Vision sagt: „Und [der König des Nordens] wird in sein Land zurückkehren mit einer großen Menge an Haben [1945. Dieses Detail weist darauf hin, dass Hitler die Sowjetunion angreifen und bis zum bitteren Ende kämpfen wird], und sein Herz wird gegen den heiligen Bund sein [feindliche Einstellung gegenüber Christen]. Und er wird handeln [dies bedeutet eine hohe Aktivität in der internationalen Arena] und in sein Land zurückkehren [1991-1993. Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Paktes. Die russischen Truppen kehren zurück in ihr Land]. Zur bestimmten Zeit wird [er] wiederkehren“ (Daniel 11:28,29a). Die Rückkehr Russlands in diesem Zusammenhang bedeutet Krise, welche die große Depression in den Schatten stellen wird, den Zerfall, – nicht nur der Eurozone, sondern auch der Europäischen Union und der NATO. Dann werden viele Länder des ehemaligen Ostblocks wieder in den russischen Einflussbereich zurückfallen. Die russischen Truppen werden hier wiederkommen. Dies wird die letzte Warnung vor dem Atomkrieg. (Daniel 11:29b, 30a; Matthäus 24:7; Offenbarung 6:4)

    Im Jahr 1882 besetzte Großbritannien Ägypten und übernahm die Rolle des Königs des Südens. In etwa zur gleichen Zeit weitete Russland seinen Einflussbereich auf Gebiete aus, die zuvor Seleukos I. gehörten und übernahm damit die Rolle des „Königs des Nordens“ (Daniel 11:27).

    Alle Details dieser Vision werden von den Zeiten des alten Persischen Reiches an in chronologischer Reihenfolge in Erfüllung gehen. Diese Vision wird auf unterschiedliche Weise kommentiert. Sie enthält zahlreiche Details, weshalb eine Person, die Einsicht hat, in der Lage ist jeden Fehler oder Sophisterei zu erkennen.

  3. Man redet über die Südländer in der EU und vergisst dabei dass der US-Vasall, die BRD-GmbH den höchsten Schuldenberg vor sich herschiebt. Wie lässt sich das erklären?

  4. Auch das wird der verblödete schuldbeladene deutsche Trottel westlich der Zonengrenze bezahlen. Wir Ossis können uns immer noch abspalten. Ein General der NVA sagte mir, daß er und seine Genossen es sich nicht verzeihen können, die Annektion der DDR und die Versklavung ihrerMenschen nicht verhindert zu haben. Man habe aber genug Waffen deponiert, um sich von der Verbrecher BRD zu befreien, wenn das Volk es will.

  5. Solange die Eu-Länder hinter Merkel herdackeln und im Us-Auftrag den unsinnigen Boykott anderer Märkte mittragen, fällt mir zu europäischen Werten nur Dummheit und Ignoranz ein.

    Die EU ist ein Abbild der Unterdrüßckung und ein vergleichbares Ausbeutungssystem wie das System der „Zaglbehm“ in Wien zur Jh.Wende. Sowohl die heutige europäische Sprach- und Medienregelung, wie auch die politischen und wirtschaftlichen Vorgaben aus Deutschland sind reine Abhängigkeitsinstrumente und entsprechen in ihrem Ansatz damaligen Verhältnissen. Nur diesmal heißt das Trucksystem Euroschulden, eine US-Agenturgesteuerte Scheinwährung.

    Wer das nicht will, muss Deutschland aus der EU werfen, und den Euro wieder gegen eine Nationalwährung austauschen.

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