Griechenland: Forderungen nach Schuldenschnitt werden immer größer

Sprechen wir es endlich aus. Wenn Griechenland weiter in der Eurozone verbleiben soll, kommt man um einen neuerlichen Schuldenschnitt nicht herum. Dies fordern auch immer mehr nahmhafte Ökonomen. Andererseits: tritt Griechenland aus, dann wird es höchst wahrscheinlich zu einer Abwicklung, ähnlich eines Konkurses, kommen müssen. 

Von Andre Eric Keller  

Griechenland ist praktisch fianziell so marode, dass es nur die Möglichkeit gibt, zwischen Pest oder Cholera zu wählen. Was von den beiden Möglichkeiten eher in Betracht kommt, sollte sich bis Freitag endlich herauskristallisieren. Denn die wirklich allerletzte Frist, die Brüssel Griechenland für neue Reformvorschläge einräumt, endet Freitag früh. Obwohl man eigentlich weiß, dass eigentlich die letzten Vorschläge für die Gläubiger nicht annehmbar waren, soll jetzt nach der Volksabstimmung dann doch noch eine Lösung für alle, also für Gläubiger und griechischem Volk möglich sein? Der Wunsch scheint hier Vater des Gedankens zu sein.

Jetzt kam es dazu, dass sich der führende Ökonom Thomas Piketty, Direktor an der Paris School of Economics, mit Kollegen und auch der allseits bekannte Heiner Flassbeck, ehemaliger Staatssekretär im deutschen Finanzminsterium, zusammengefunden haben und einen offenen Brief an Kanzlerin Merkel richteten. Darin forderten sie Merkel und auch die Troika auf, eine Kursänderung vorzunehmen, um ein weiteres Desaster zu verhindern und Griechenland in der Eurozone zu behalten. Die Sparpolitk müsse endlich beendet werden, diese habe Griechenland schließlich in eine tiefe Depression gestürzt. Sie kommen zu dem Schluss, dass es Zeit für einen Schuldenschnitt ist. 

Also wird Merkel aufgefordert endlich entschlossen und mutig zu handeln. Man erwartet von ihr förmlich, dass sie den Ton angibt, das Ruder herumreißt, die Führungsrolle übernimmt. Die Kanzlerin soll endlich ihren Mann stehen. Ob man sich auf Kanzlerin Merkel in dieser Angelegenheit stützen oder sogar verlassen sollte, darüber scheiden sich die Geister. Darüber hinaus wird Schäuble auch noch ein Wort mitzureden haben. Der wiederum ist aber der Hardliner, so wird Schäuble nicht besonders viel von dem am Sonntag vorgeführten griechischen Demokratieanfall halten. Darüber hinaus wollen alle Greichenland nicht gehen lassen, aber natürlich von Einigkeit über das weitere Vorgehen ist man natürlich Lichtjahre entfernt.

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9 Kommentare

  1. “Also wird Merkel aufgefordert endlich entschlossen und mutig zu handeln.”

    Für die untertänigste aller Vasallen der USA, die deutsche Bundeskanzlerdarstellerin, wurde von ihrem Regie führenden Chef bereits beschlossen (und auch öffentlich geäußert), was sie in Kürze im Auftrag des Herrn zu verkünden hat. Es geht jetzt nur noch darum, das der Öffentlichkeit als “überzeugende Ratschläge von Experten” zu verkaufen Sie wird also tun, was sie immer tut: umfallen, aufstehen und alles Weitere aussitzen.

  2. Warum werden immer die Dinge auf den Kopf gestellt.

    Faktum ist und war doch,
    dass die EU Clique, die noch immer ihren Traum vom UdSSE-Reich nach amerikanischem Vorbild nachjagt,
    damals in trauter Zusammenarbeit mit den hebräischen Goldman Sachs “FinanzSpezialisten” und bestochenen Politikern von Athen über Berlin bis Brüssel Griechenland in die Eurofalle presste und sodann mit immer weiteren Zahlungen und finanztechnischen Kunstgriffen gegen jeden Verstand und ökonomische Vernunft in diesem Währungskerker einschlossen.
    Das gilt übrigens für alle anderen EU/Euro Staaten ganz genauso.

    Als das griechische Volk in logischer Konsequenz verarmte und sich schon in Suppenküchen anstellen musste, gelang es sich endlich dieser EU-Vasallen zu entledigen eine neue Regierung an die Macht zu bringen, die sich in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu obigen Herrschaften befindet und gottseidank ihren Patriotismus über die berühmte “Wertegemeinschaft” EU stellte.

    DAS war die eigentliche “Wende” in Griechenland.

    Zudem konnten mit Tsipras und Varoufakis Leute gefunden werden, die im Intellekt und Sachverstand ihren EU Kollegen haushoch überlegen sind.

    In einem beispiellosen Verhandlungsreigen spielten sie Schäuble, Juncker, Merkel und co. an die Wand und drehten gekonnt den Spiess um, indem sie ihrerseits begannen die EU/EZB/IWF zu erpressen!

    Den letzte Zug zum Schachmatt setzte Syriza mit dem Referendum.

    Ich traue mich zu wetten, dass dieser geniale “Masterplan” den Grexit von Beginn an zum Ziel hatte und zwar einen Grexit, der auch die Eurozone und die EU zum Einsturz bringen dürfte.

    Herr Keller,
    hier so zu tun als hätte die EU und ihre Proponenten die Dinge in der Hand gehabt und jetzt “großzügig” eine Lösung “angeboten”, entspricht schlicht und ergreifend nicht den Tatsachen.

    Schäuble, Merkel, Juncker und Co wurden wie Schülerbuben vorgeführt und mit ihren eigenen Waffen vernichtend geschlagen!

    So schauts aus!

    1. Wie recht Sie haben! "Die griechische Krise ist nicht – wie es die Mainstream-Medien Tag für Tag behaupten – auf eine korrupte Verwaltung, ein unzureichendes Steuersystem oder mangelnde Arbeitsbereitschaft fauler Griechen zurückzuführen, sondern das Ergebnis rücksichtsloser Spekulation ultrareicher Investoren.  Sie sind es, die in der Krise von 2008 gigantische Schuldenberge angehäuft haben, die ihnen aber kurz darauf durch korrupte Politiker abgenommen und in Staatsschulden umgewandelt wurden. Auf diese Weise wurden die griechischen Steuerzahler, also die arbeitende Bevölkerung, dazu verdonnert, für die Sünden der Reichen aufzukommen." Und das findet nicht nur in Griechenland statt, sondern auch in den anderen europäischen Ländern – auch in den Nicht-EU-Ländern. Griechenland ist nur der erste Teil dieses Untergangsdramas. Die rücksichtslose neoliberale Deregulierung des Finanzsektors ist ein Finanz-Betrugssystem, das zur gesetzesfreien und hemmungslosen Machtausübung von Milliardären, Oligarchen, Superreichen, Konzernmanagements, Banken und deren Hedge- und Investmentfonds geführt hat. Der Machtmissbrauch durch Deregulierung des Finanzsektors kann nur ein Ende finden, indem die Derivate verboten sowie die Banken verstaatlicht und auf ihr Kerngeschäft reduziert werden. Findet das nicht statt, nimmt das Drama seinen Lauf, bis die westlichen Vermögen völlig entwertet sind. So wie es aussieht, läuft dieser Vorgang wie eine schon lange in Gang gesetzte chemische Reaktion ab, die sich zunehmend beschleunigt und kein Mensch mehr aufhalten kann. Sie lässt nichts als Elend zurück – auch bei denjenigen, die sie mit-verursacht haben.

      //Anm. d. Red.: Die Kommentarfunktion bitte nicht für eine Auflistung dutzender Links benutzen, die mit dem Thema nicht wirklich etwas zu tun haben. Danke.

  3. Ok, sprechen wir es aus: soll Griechenland in der Eurozone bleiben, braucht es jetzt UND ALLE 10 JAHRE einen Schuldenschnitt. Und das ist die einzige Wahrheit.

  4. Darüber, daß Griechenland alle Schulden erlassen bekommt, habe ich keinen Zweifel. Das Land ist für die verbrecherischen Angriffspläne der US und NATO Verbrecher, unverzichtbar und die Griechen wissen das.
    Bezahlen wird alles der versklavte deutsche Trottel. Dieser hat sich die Sklavenketten mit einer Hütte auf dem Rübenacker und den notwendigen Fahrzeugen, damit er und die Familie ihrer Sklvenarbeit nachkommen können, selbst um den Hals gelegt und wird nun für alle Parasiten schuften müssen. Wacht endlich auf Leute, schmeißt den ganzen wertlosen Konsumscheißdreck, von dem nur die Aktionäre der Hersteller profitieren, über Bord.Besinnt euch auf ein freies selbst verwirklichtes Leben und steigt aus dieser Konsumsklaverei aus. Auch mit ALG 2 kann man dann gar nicht schlechter leben ohne Sress und Jagd. Leute wacht auf und verweigert dem Verbrechersystem, welches euch um die Früchte eurer Arbeit bringt, den Sklavendienst. TUT ES !!!

  5. Dabei wäre alles so einfach. Man schenkt den Griechen die Kreditforderungen und die bangen Zeiten wären zu Ende und theoretisch könnte man wieder bei 0 beginnen. Aber jetzt kommt´s ! Das gleiche wollen die Italiener, die Spanier, die Portugiesen, die Iren, die Cyprioten und all die anderen, für deren Probleme leider derzeit keine Zeit vorhanden ist, darüber zu reden. Und das schaffen Deutschland, Österreich, Niederlande und Finnland eben nicht. Was passiert also ? Diese Länder müssen neue Milliarden Kredite aufnehmen und damit werden die Bürger mit noch größeren Summen verschuldet. Genau das ist das Problem der Politiker ! Wie sollen sie es den Bürgern beibringen, dass sie die Schulden übernehmen müssen. Das Griechenland Pleite geht ist nicht denkbar, denn alleine die CDS (Kreditausfallversicherungen), die bei einer Pleite fällig werden würden, sollen sich in schwindelerregenden Dimensionen – 26 Billionen EURO – bewegen und das wäre dann das Ende der größten Geschäftsbanken an der Wall-Street. Das geht natürlich nicht und dann wäre da noch die NATO Mitgliedschaft. Jetzt wo man gegen Russland in den Krieg ziehen will ? Undenkbar ! Also wird das Theater mit der Übernahme der Kosten und Zahlungen für Griechenland durch die EU übernommen und man wird sich schon noch etwas einfallen lassen, dass dies eben ALTERNATIVLOS sei.

  6. “……..und auch der allseits bekannte Heiner Flassbeck, ehemaliger Staatssekretär im deutschen Finanzminsterium….”
    Bekannt an ihm ist, dass er versucht, ziemlich seriös ganz linken Quatsch zu verwissenschaftlichen, auch so Sachen wie, Deutschland müsse sofort sein Löhne massiv erhöhen, damit Frankreich – er lebt dort nämlich – wieder wettbewerbsfähig würde, nicht etwa durch eigene Reformen, die auch dort dringend geboten wären, sondern durch deutsche Inflation. Er war Staatssekretär unter Lafontaine. Da würde sich Frau Merkel einen Bärendienst erweisen, auf linke Geld-Aus-Dem-Fenster-Werfer zu hören. Denn die Linken haben, wie die Griechen, die perfide Gepflogenheit, immer anderer Leute Geld auszugeben. Und eben deshalb hat man auch so großes Verständnis füreinander. Aber, wie hier auch Mitforisten posten, Merkel und Schäuble sind in einer besch***enen Lage, sie müssen Farbe bekennen, die Lügenbeinchen werden zu kurz. Leider gehört die Liebe zur Wahrheit nicht in Merkels politischen Werkzeugkasten, während Herr Schäuble, wahrheitsliebend wie er nun einmal ist, schon hundertfach erkannt und geäußert hat, dass Griechenland auf einem guten Wege sei. Ergo muss es, wie es jetzt ist, gut sein. Oder? Heute rächt sich die Verlogenheit der EUROkleptikerkaste der letzten 5 bzw. 15 Jahre, in denen GR niemals in den EURO gepasst hat. Ebensowenig wie Portugal, Irland, Cypern, Spanien und, ja die auch: Italien. Und wenn es da kracht, löst sich der ganze EURO in Rauch auf.

  7. Die mit unsäglicher Menschenverachtung durchtränkte Aggression der Amerikaner gegenüber Europa scheint immer ungehemmter zu werden. Und Kanzlerin Merkel macht gefügig immer schön mit. Jetzt sollen die USA und Deutschland gar bereit sein, einen Staatsstreich in Griechenland zu orchestrieren. Daran ist auch zu erkennen, dass US-Diktator und BRD-Vasall die selbst mit allen kriminellen Tricks losgetretenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fehl-Entwicklungen überhaupt nicht mehr im Griff haben. Dabei muss ein wichtiger Fakt herausgestrichen werden: Es sind nicht die Bevölkerungen, die aufeinander losgehen, sondern die jeweiligen Regierungsbesetzer, die missbräuchlich und kriminell im Namen ihrer Völker Unruhe und Krieg stiften.

    Griechenland: Deutsche und Amerikaner planen Staatsstreich
    http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/23655-Griechenland-Deutsche-und-Amerikaner-planen-Staatsstreich.html

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