Griechenland exportiert erfolgreich Demokratie nach Brüssel

Da wird mit Worten herumgeschmissen, Begrifflichkeiten werden verdreht. Die Zeitungen veröffentlichen im Internet im Sekundentakt, im TV reden sich die Kommentatoren die Seele aus den Leib. Und das wegen ein bisschen Demokratie in Griechenland.

Vom Andre Eric Keller

Griechenlands Demokratie wird zum Exportschlager. In Brüssel war man bis jetzt resistent. Man ist sich noch nicht ganz sicher, wie man auf Demokratie reagieren soll. Kein Wunder, denn die EU wird zusehends totalitärer, das angebliche Gemeinwohl steht über das Wohl des Einzelnen. Soll heißen, das angebliche Wohl der EU-Mitgliedstaaten steht über dem nachweislichen Wohl Griechenlands. Spurt Griechenland nicht so, wie es der Trojka genehm ist, muss es bestraft werden. In der EU herrscht Solidarität bis zum Erbrechen. Und wer hier ausschert, muss sehen wo er bleibt. Nach außen hin ist man bemüht, alles zusammenzuhalten. Einzelne Stimmen preschen aber immer wieder vor und lassen tief in die eurokratische Fratze blicken. Es geht auch ohne Griechenland. Klar, denn für Griechenland geht es garantiert – zwar nach einem Neustart – auch ohne EU.

Das Versagen der verschiedensten EU-Institutionen wird erst gar nicht angesprochen. Denn wäre das, was in fünf Jahren alles verhandelt und gerettet wurde, erfolgreich gewesen, dann stünden wir heute nicht vor einem eventuellen Austritt der Hellenen aus der Eurozone. Nebenbei: dumm wer behauptet, Griechenland müsse automatisch auch aus der EU austreten. Das würde manch einer gerne so sehen, in Anbetracht des Referendums wonach sich mehr als 61 Prozent gegen die EU-Pläne der finanziellen Repression aussprachen. Fehler wird man sich in der Konstruktion des Euro nie eingestehen. Man hofft darauf das alles gut wird. 

Aber wie war das mit der Demokratie im alten Griechenland? Demokratie fand nur in kleinen Einheiten statt, in sogenannten Demen, also Stadtstaaten. In der Europäischen Union aber, maßt man sich an, 28 Staaten und später noch mehr mit weit über 500 Millionen Menschen von Brüssel aus zu regieren. Wie das funktionieren soll, ist niemanden klar, wenn jetzt schon das Chaos Methode ist. Im Prinzip gibt es nur einen Weg, den wir aber nicht wollen: Brüssel bekommt noch mehr Rechte, Brüssel bekommt noch mehr Mitsprache, Brüssel überwacht noch mehr die Einhaltung der Richtlinien und gleich die Bürger mit. Je größer ein Staatsgebilde, umso autoritärer muss es regiert werden. Und – was Schäuble eigentlich will, sicher auch viele andere – sollen die Vereinigten Staaten von Europa ausgerufen werden, die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt.

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2 Kommentare

  1. Das wurde doch schon einmal von 1933 bis 1945 mit einem Volk, einem Reich
    und einem Führer angestrebt, was gründlich schief lief und mit einer Gleich-
    schaltung eines europ. Volks, einem europ. Reich und einer europ. Führung
    mit einer europ. Währung bereits schief gelaufen ist, bevor es erst richtig
    angefangen hat!

  2. die griechen expotieren nur die demokratie nach europa die für sie gut ist und nicht für die restliche europäer,den sie wollen von den europäischen steuerzahler geld und gleichzeitig wollen sie ihre verkrusteten strukturen behalten-wenn man eine veränderung durchsetzen will dann sollte man dies nicht nicht stur nach seinen vorstellungen tun den das ist diktatur,wer etwas nachhaltig verändern will der sollte es danach ausrichten was machbar ist-

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