Globalisierung: Die teuer erkaufte Wohlstandsgesellschaft

Wer in etwa meint, uns geht es in Deutschland schlecht oder etwa den Griechen, Portugiesen – der soll seinen Blick mal gerne in den asiatischen oder afrikanischen Raum richten. Ein Großteil unseres Wohlstandes beruht auf den Erzeugnissen der dortigen Arbeiter.

Von Marcel Grasnick

Fast jeder von uns nennt zum Beispiel ein Handy sein eigen. Dieses unsägliche Gerät, das mittlerweile unseren Alltag bestimmt. Das uns überall und jederzeit erreichbar sein lässt und das den Elektronik-Konzernen satte Gewinne beschert, die unversteuert – oder zumindest minimal versteuert – durch die Steueroasen geschleust werden. Immer neuer, besser und immer mehr Spielereien ausgestattet und doch von Kindern in Asien für kleine Stundenlöhne zusammengeschraubt. Mit einer reinen Arbeitszeit von 13 Stunden täglich, bei sieben Tagen die Woche.

Wer meint, die Gesellschaft dort ist schuld an dem Leidwesen derer, der hat nur zur Hälfte recht. Denn wir Konsumenten tragen unser Scherflein dazu bei, direkt folgend auf die Konzerne, die all dies nur ausnutzen. Nutze die Möglichkeiten, ist deren Devise und in dem Sinne mag man ihnen nicht einmal die Alleinschuld geben.

Da ist noch viel Spielraum möglich, um die Menschen in Europa und Nordamerika weiter zu knechten, um sie auf das Level derer zu bringen, die noch für uns leiden. Doch schön langsam, immer Stück für Stück – nimmt der Staat und die Wirtschaft zuviel auf einmal, riskieren sie echte Aufstände. Nicht die paar läppischen Demos, die es nicht einmal Wert sind, beachtet zu werden. Und doch ist die stetige Abwärtsspirale auf Dauer durchaus zu erkennen.

Und was machen die Gutmenschen, die heuchlerisch über das ganze Leid der ungerechten Welt klagen und sich im gleichen Atemzug beschweren, dass die Arbeitszeit um eine Stunde verlängert wurde. Vergünstigungen gestrichen werden, Sozialleistungen des Arbeitgebers wegfallen. Sie sehen trotzdem zu, dass sie ihr Schäflein ins trockene bringen und erfreuen sich der Annehmlichkeiten des zivilisierten Lebens unserer (noch) Wohlstandsgesellschaft. Vielleicht noch eine Spende, damit das Gewissen ruhig bleibt.

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Um Grunde ist jeder mitschuldig, der die Produkte kauft, die von Kindern produziert werden. Denn wozu, ganz ehrlich, braucht man ein Handy, wenn man sich dieses nicht einmal leisten kann? Warum muss es eines der neuesten Generation sein mit Funktionen, die nicht einmal genutzt werden? Lieber das Handy in der Hand als eine Zahnbürste. Statistisch gesehen gibt es mehr Handys auf der Welt als Zahnbürsten…

Es ist diese verfluchte Globalisierung, die all das erst möglich macht. Billig produziert wo es billig ist, einmal um die Welt verschifft, um teuer verkauft zu werden mit maximalem Gewinn, der in der Karibik minimal versteuert wird. Eine schöne Welt.

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13 Kommentare

  1. Ihr überseht, dass die Alternative für die Kinder dort Kinderprostitution oder Hunger sind. Es ist einfach so, dass einige Generationen dort den Kapitalstock aufbauen müssen, damit die auf unseren Stand kommen, so wie bei uns im 19. Jahrhundert. Wenn wir diesen Prozess durch eine falsche Moralphilosophie stören, wird es nur noch länger dauern bis die Armut verschwunden ist.

    1. Nach dem ersten Lesen Ihres Kommentars glaubte ich noch an Sarkasmus. Verunsichert habe ich beim zweiten Lesen bemerkt, dass Sie diesen Blödsinn ernsthaft vertreten.

      Es ist eine Frage der Logik zu erkennen, dass der Weg exakt umgekehrt laufen wird. Die derzeit "gepflegte" westliche Kultur auf Kosten anderer, wird sich dem Lebensniveau der im Artikel in Rede stehenden Kinder annähern, wenn wir dem nicht Einhalt gebieten.

      Die Lösung kann nur heißen soviel Globalisierung wie nötig, soviel Regionalisierung wie möglich und wahrlich nicht umgekehrt. Selbstverständlich muss dabei das derzeitige Falschgeldsystem ebenso reformiert werden, wie eine Bodenreform nötig wird, damit die Verklumpung von stehendem und Anlage suchendem Kapital aufhört. Denn dieses Kapital arbeitet nicht, es läßt arbeiten, wie im obigen Artikel beschrieben.

      Dies hätte der Artikel besser vermitteln können und dabei auf den Hinweis, man solle ab sofort keine von Kindern produzierte Ware mehr kaufen, zu verzichten, denn dies ist kaum eruierbar. Kaffee, Kakao, Früchtepflücker und und und. Niemand kann im Supermarkt auseinander halten welches Produkt von wem produziert wurde. Der Leser hat die Aufgabe die Handlanger derer die daran verdienen unter Druck zu setzen, die Politiker. Aber dafür ist "rote Pille", die eher eine blaue Pille sein dürfte, zu satt.

      1. Sie hören sich an wie ein Gesellianer, aber ich habe keine Lust jetzt über das Scheitern der "Bodenreform" zu reden. Dazu gibt es schon genug Material in den Geschichtsbüchern der ex-sozialistischen Länder…

        Unser Lebensstil ist nicht auf Kosten anderer. Wir haben einen Kapitalstock, der unsere Arbeit produktiv macht, die haben keinen, deshalb verdienen wir hier viel mehr Geld. Der einzige Weg das zu beheben ist soviel Kapitalismus und wirtschaftliche Globalisierung wie möglich. Die Politik hat noch nie etwas aufgebaut, sondern sich nur an dem schadlos gehalten was die Unternehmer geschaffen haben.

        1. Das interessante an Euch Kapitalisten Gläubigen ist die Tatsache, dass Ihr seit 3000Jahren immer die gleichen Fehler begeht ohne daraus zu lernen. Nur wird es diesmal nicht so einfach von vorne  losgehen können. Warum Sie hinsichtlich der Idee einer Bodenreform auf ein pseudosozialistisches Konstrukt in den ex Sovjet Diktaturen verweisen bleibt wohl ebenso Ihr Geheimnis, wie Ihre Feststellung, dass der Westen deshalb nicht auf Kosten anderer lebt, weil er einen Kapitalstock besitzt. Hört sich an wie Nachts ist es kälter als draussen. Empfehlung: Zuerst die Grundfunktionen der VWL erarbeiten, dann Meinungen äußern, denn das Kapital von dem Sie reden, ist stehendes verzinstes Geld das sich über die Zyklen stets weiter verzinst und auf Wenige konzentriert. Das führt zu Machtkonzentration und Lohn – Dumping, was selbst der selbsternannte Guru Keynes erkannte. Sie werden in Kürze das Ergebnis der laufenden Kreditkontraktion erleben. Bis dahin empfehle ich Ihnen Prof. Gustav Ruhland, der die immer wiederkehrenden Kriege im Auftrag Bismarcks vor 100 Jahren über 3000 Jahre Geschichte untersuchten. Auch für Laien lesbar.

      2.  

        Erst wenn sie in der selben Wanne sitzen , wenn man es so richtig tief spürt , wenns nicht reicht zum satt werden werden sie vieleicht anfangen zu denken .Man kann sich die Worte sparen . Sozialabbau und arbeitslos hilft da viel besser . Oder vieleicht auch nicht . Das Unfaire steckt schon in den menschlichen Genen . Es gibt vor Ort Leute die könnten die Lage der Hungerlohn Arbeiter proplemlos verbessern aber es pasiert -nichts .

         

         

         

  2. Den kleinen Spielfiguren, also Ihrer Handvoll Leserschaft, ein schlechtes Gewissen zu machen, ist eine zwar alte aber nicht unbedingt redliche Masche. Ich gebe zu, dass ich bisher nicht im Detail erkennen kann, wer oder was in dieser Welt die Fäden zieht, aber mit Bestimmtheit kann ich sagen: Es ist nicht der kleine Durchschnittsdepp. Er mag immerzu bestimmte Tankstellen boykottieren, mag auf Fleichkonsum verzichten oder kein Mobiltelefon erwerben ….. der Panzer rollt weiter.

    Eine Art von Sklaveneitelkeit spricht aus dem Vorwurf, der kleine Mann trage ja letztlich die Verantwortung für das Böse auf dieser Welt, nachdem dieser doch konditioniert oder dressiert wurde seit er als Säugling diese Welt betrat.
    Es gibt eine Agenda für diese Welt, das jedenfalls steht fest. Links und Rechts suchen deren Urheber hinter verschiedenen Schlagworten, doch wer auch immer gerade bestimmt: Der Panzer rollt weiter. Globalisierung? Hat man Sie schon einmal dazu gefragt. Kriege, Währungsunionen, Einwanderung, Erfindung neuer Steuern …. hat man Ihr direktes Einverständnis jemals eingeholt?

    Durch sehr intensive Manipulation würden die Dummen wahrscheinlich ihrer eigenen Enthauptung zustimmen, doch selbst dieser Aufwand ist der Schattenmacht zu groß. Wofür auch? Es funktioniert doch alles bestens. Deshalb ist alle Politik „repräsentativ“ und die seltenen Volksabstimmungen werden bei Nichtgefallen einfach ignoriert. Der Depp wählt ein Logo, der Verräter setzt (in allen Parteien) die Agenda um.

    Globalisierung? Globalisierung ist nur ein anderes Wort für die Schaffung eines Weltimperiums. Schon wieder! Jetzt die ganze Welt. Die Weißen als das Zugpferd dieses Unternehmens müssen in der Anfangsphase von der Entwicklung profitieren, sie würde andernfalls bereits am Start scheitern. Später allerdings – ich darf Sie in diesem Punkt also beruhigen – wird das Zentrum des Wohlstandes (je nach Willfährigkeit und Fähigkeit des lokalen Menschenmaterials) frei über diese Welt vagabundieren, wie auch schon heute im Kleinen.

    Machst Du es nicht, macht es ein anderer!

    Es gibt keine effektivere Art der Erpressung.

  3. Ich lese ja gerne auf contra-magazin, aber dieser Artikel ist (trotz guter Absicht) wirklich schwach – so schwach, dass es zu lange dauern würde, alle Argumente aufzuzählen, die gegen seine Aussage sprechen.
    „rote_pille“ hat sich ja bereits die Mühe gemacht und einen Teil genannt.

    Deshalb stelle ich nur die Frage, warum Länder wie Deutschland oder Südkorea reicher als die „Asiaten“(?) oder „Afrikaner“ sind?
    Liegt es an der Ausbeutung ihrer Kolonien, den reichlichen Bodenschätzen, dem guten Klima oder der großen Landfläche? Tja, trifft leider auf beide Länder NICHT zu, das meiste aber auf die armen Südländer.
    Statt andere auszubeuten, werden die Deutschen sogar noch durch rekordhohe Steuern selbst ausgebeutet und sind trotzdem reicher – wie kann das sein?
    Wie kann es sein, dass trotz wirtschaftlicher Gleichstellung und Gleichschaltung aller „Staaten“ der Sowjetunion, nach deren Zerfall sich die einzelnen Wirtschaften praktisch schlagartig extrem unterschiedlich entwickelten?

    Ich glaube der Autor war einfach nur extrem sauer über die Weltpolitik und hat seinen Frust in einem undifferenzierten Artikel ausgelassen.

  4. Globalisierung: Die teuer erkaufte WohlstandsgesellschaftLeider

    Leider hat der Autor ganz und gar nicht die Logik der Globalisierung und vor allem des Geldsystems, das damit einher geht, verstanden, denn im Moment profitiert nicht die Masse sondern nur eine kleine Minderheit von der Globalisierung.

    Mit einem anderen Geldsystem käme die Globalisierung sofort zum Stocken und die Welt könnte aufatmen.

  5. was ist das für ein wohlstand, wenn ich als arbeitskraftunternehmer mein leben im hamsterrad verbringe und dafür fett- und krankmachende substanzen erwerben muss, mich mit alkohol und oder nikotin beruhigen/betäuben muss, nachts nicht richtig schlafen kann, die libido im arsch ist usw. –ich glaube wir deutschen zahlen einen viel zu hohen preis für unseren angeblichen wohlstand–nur weil wir keine gewinnträchtigen rohstoffe haben, glauben wir: mit selbstschädigendem fleiß unsere weltvorherrschaft/wohlstand erhalten zu müssen–schildbürger lassen grüßen

    1. Ich stimme Ihnen zu, ich wollte das bestehende Hamsterradsystem nicht verteidigen (sonst würden wir nicht auf dieser Website sein).

      Anscheinend haben Sie die Ihnen zugedachte Rolle nur zu 95% verstanden oder scheuen sich vor dem Eingeständnis der fehlenden 5%.

      Unsere aktuellen Herrscher investieren nur EINMAL (möglichst billig) und danach wird so lange auf Verschleiß gefahren und so viel Profit wie möglich abgeschöpft (Wartung/Pflege kostet ja und reduziert den Gewinn). Schauen Sie nach Amerika, Israel, die Ex-Sowjetunion: die Infrastruktur, Wasserleitungen, (U-)Bahnen … alles wurde jahrzehntelang nicht modernisiert aber fleißig kassiert (und die Preise erhöht).

      Sie als "Arbeitskraftunternehmer" (schönes Wort) sind in deren Augen auch nur eine Maschine, die auf Verschleiß gefahren wird, es geht nur um DEREN Gewinn.

      Und genau diesen Verschleiß spüren Sie und sind unzufrieden. Für Sie ist kein Ende vorgesehen, außer der Belastungsgrenze, bei der Sie kollabieren oder nicht mehr genug  erwirtschaften können (was das Gleiche ist). Erst dann wird sie das System entlassen.

      Es liegt jetzt an Ihnen dies zu erkennen und SELBSTBESTIMMT Ihre Grenze festzulegen. Sie können als Wrack aus dem System herausfallen oder bereits früher ihre Arbeitsleistung reduzieren –  bedeutenden finanziellen Wohlstand werden Sie so oder so nicht erreichen können, da sind die Steuergesetze davor.

      Der Ausfall der "Maschinen" ist die große Schwachstelle des Systems, weshalb ich ein großer Verfechter des Generalstreiks bin – komischerweise ist genau dieser Generalstreik grundgesetzlich(!) verboten. Bestimmt nur ein Zufall ..

       

       

       

       

       

    2. Oh,ganz zu schweigen von den netten Fluorgaben ueber die Zahnpasta und das

      Kochsalz(Fluor ist nicht Kennzeichnungspflichtig).

      Fluor verhaertet Weichgewebe und veraendert die Gehirnstruktur dahingehend,dass man

      sich gar nicht mehr vorstellen kann,als im Hamsterrad zu laufen.(Zudem wird vermutet

      das es durch die Verhaertung der Bandscheiben Rueckenschmerzen verursacht.)

      Es soll auch Lustlosigkeit und Schwermut verursachen.

      Hitlerdeutschland und Stalinrussland experimentierten als erste an Gefangenen mit Fluor.

      Rockefe(h)ler hatte dann die geniale Idee es der Welt zuverabreichen.

       

       

  6. Statistisch gibt es mehr Handys auf der Welt als Zahnbürsten !? Sollte uns das nicht zu denken geben ? Papa und Mamma arbeiten für „Luxusartikel“, damit die Ausbeuter ihre Villen behalten können und die Fabrikarbeiter, trotzdem weiterhin in ihren Hütten wohnen dürfen. Wer mit „2 Mäulern frisst“ dem kann man noch verzeihen-, aber wer „mit 7 Mäulern fressen will“ der gehört einteignet und in die Klapsmühle.

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