Die USA – Ein Land am Abgrund

Es sind nicht nur die nackten Zahlen, die schockieren – es sind auch die logischen Konsequenzen dieser Entwicklung der letzten Jahre. Die USA steuern auf eine finanzielle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Katastrophe zu, die entsprechende Folgen haben wird.

Von Marco Maier

Auch wenn man eher vermuten würde, dass das globale militärische Engagement der USA dazu führen wird, so ist dies nur indirekt ein Grund dafür, warum die letzte verbliebene Supermacht der Welt bald schon mitsamt dem Ast zu Boden krachen wird, auf dem sie sitzt und an dem sie sägt. Denn nicht irgendwelche militärische Gegenschläge werden das "mächtigste Land der Erde" vernichten, sondern vielmehr die Clientelpolitik einer gekauften Politclique, die das Land ins Elend reißt.

Sicher, der ausufernde Militärapparat verursacht enorme Kosten, die derzeit vor allem mittels der Notenpresse und einem enorm aufgeblähten Finanzmarkt gedeckt werden. Die exorbitante Verschuldung der USA resultiert zu einem erheblichen Anteil aus diesem Militärkomplex, mit dem die Eliten ihre wirtschaftliche Expansion absichern wollen. Doch dies ist nur eines von mehreren Puzzlestücken des kommenden Untergangs.

Hinzu kommt das soziale Problem: Die enorme Ungleichverteilung von Vermögen (und in schwächerem Maße auch der Einkommen) wächst. Während eine kleine Elite in unermesslichem Reichtum schwelgt, mit dem sie willfährige Politmarionetten heranzüchten, leben rund 45,3 Millionen Amerikaner von Lebensmittelmarken. Das sind rund 14 Prozent, bzw. jeder siebte Einwohner des Landes. 148,9 Millionen Menschen haben einen Job – rund 5 Millionen weniger als noch im Jahr 2000. Gleichzeitig stieg die Zahl jener Menschen, die im erwerbsfähigen Alter sind und dennoch keine offizielle Beschäftigung haben im selben Zeitraum von 78,6 auf 93,7 Millionen Personen an.

Zitat aus "USA – Eine Supermacht zerfällt":

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Die seit Jahren bestehende soziale Krise zieht alle Teile der arbeitenden Bevölkerung in Mitleidenschaft – Junge und Alte, Beschäftigte und Arbeitslose – ungeachtet ihrer Rasse, ihres Geschlechtes und ihrer Herkunft. Für Millionen von älteren Arbeitnehmern verdüstert sich die Hoffnung auf die wirtschaftliche Sicherheit im Alter, und die Aussicht auf eine angemessene Rente. Sie sind zunehmend dazu gezwungen, ihre Ersparnisse aufzubrauchen und sich weiter zu verschulden. Und es wird nicht besser: In den Rentenkassen der Städte und der Bundesstaaten klaffen milliardenschwere Löcher. Angesichts der desaströsen Lage der kommunalen und bundesstaatlichen Haushalte droht Millionen von öffentlich Bediensteten die Altersarmut.

Laut Zahlen der Federal Reserve wächst die Verschuldung der Amerikaner in der Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren schneller als in allen anderen Altersgruppen. Die durchschnittlichen Schulden eines typischen Haushaltes eines Amerikaners in dieser Altersgruppe sind von 2000 bis 2011 um mehr als 50% angestiegen. Auch die Bezüge aus Social Security und Medicare, den staatlichen Renten- und Gesundheitsprogrammen, werden gekürzt, obwohl sie ohnehin kaum ausreichen. Immer weniger Rentner haben ein sicheres Renteneinkommen, und müssen sich gegen Wucherzinsen Geld von skrupellosen Kredithaien leihen. Nach Angaben der New York Times verlangen Unternehmen die Rentenvorschüsse zahlen, Zinsen zwischen 27 und 106% pro Jahr. Auch die Zahl der älteren Arbeiter, welche sich trotz Strafgebühren von ihren Rentenkonten Geld leihen müssen, wuchs 2012 um ganze 28%, wie Wells Fargo bekannt gab.

Fast sechzehn Millionen Kinder, oder 22%, leben laut dem National Center for Children in Poverty in Familien, deren Einkommen unterhalb der staatlichen Armutsgrenze liegt. Noch 2013 veröffentlichte der Kinderfonds der Vereinten Nationen einen Bericht, laut dem die USA in einem Ranking der Kinderarmut in den Industrienationen auf Platz 26 von 29 liegen, hinter Griechenland und noch vor Litauen, Lettland und Rumänien. Hinzu kommen jährlich rund 1,3 Millionen High-School-Abbrecher, welche hauptsächlich aus armen Familien stammen, und somit jegliche Chance auf einen gut bezahlten Job verspielen. Nach Angaben der »Washington Post« verursacht die Kinderarmut in den USA jährliche Kosten von 500 Milliarden US-Dollar. Dabei beruft sich die renommierte Zeitung auf eine Studie des »Educational Testing Service«.

College-Studenten müssen sich zunehmend mit Studiendarlehen belasten, die sie niemals zurückzahlen können werden. Zwischen 2003 und 2012 stieg die Zahl der 25-jährigen mit Schulden aus dem Studium von 25 auf sagenhafte 43 Prozent. Auch hier ist die Tendenz steigend. Ende Juli 2013 belief sich die Summe aller Studiendarlehen auf mehr als 1 Billion Dollar!

Insgesamt sind die US-Privathaushalte mit Stand Ende Juli 2013 mit 15,85 Billionen Dollar verschuldet. Das sind im Durchschnitt 50.111 Dollar pro Einwohner. Laut einer aktuellen Studie haben in den USA 80 Millionen Erwachsene, etwa 43 Prozent der Gesamtbevölkerung, im Jahr 2012 keine medizinische Versorgung erhalten, weil sie  sich diese nicht leisten konnten. Zum Vergleich: Vor 10 Jahren lag die Anzahl der Menschen ohne genügend Einkommen für eine Krankenversicherung bei rund 17 Millionen. Damit ist die Zahl der Betroffenen in diesem Zeitraum um wahnsinnige 370% gestiegen! Eine Studie ergab, dass ungefähr 41 Prozent aller Amerikaner im arbeitsfähigen Alter Probleme mit Arztrechnungen haben oder Schulden durch Arztrechnungen abzahlen, und laut einem Bericht der Zeitschrift »The American Journal of Medicine« sind Arztrechnungen ein wichtiger Faktor bei über 60 Prozent der Privatinsolvenzen in den Vereinigten Staaten.

Die USA sind innerlich kaputt und übertünchen dies mit äußerer Stärke. Doch dieses Trugbild lässt sich nicht mehr lange aufrecht erhalten. Es drohen ein finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Kollaps, der über kurz oder lang zu einem Bürgerkrieg führen wird. Doch dieses Mal stehen sich nicht Nord- und Südstaaten gegenüber, sondern die verarmten und entrechteten Menschen auf der einen Seite und die Oberschicht samt staatlichem Machtapparat auf der anderen Seite. Im Wissen darüber übt sich der staatliche Machtapparat derzeit wieder einmal in der "Aufstandsbekämpfung". Auch die FEMA-Camps, die offiziell wegen "möglicher Umweltkatastrophen und Seuchen" errichtet wurden, sind hier zu erwähnen.

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5 Kommentare

  1. Der Militärisch-Industrielle Komplex der die usa regiert folgt einer komischen Logik:

    Erst das Land deindustrialisieren, dann mit dem getreuen Vasallen namens €/U das

    selbe machen damit die us-Industrie nachher ihren Plunder bei uns gewinnbringend

    verkaufen kann? Dabei hat die usa technisch, kulturell sowie auch sozial nichts zu

    bieten was man hier nicht billiger und auch besser bekommen kann. Die verblödeten

    Massen – hier wie dort – scheinen ja glücklicherweise immer weniger zu werden.

    Also welcher Geist hat die geritten?

  2. Ist eigentlich schon jemanden aufgefallen, dass dies ein Wettrennen zwischen Europa und den USA ist ?!
    Es geht nur mehr daum, bei wem es zuerst BUMM macht.
    Was glauben denn die meisten in der EU weshalb die USA so vehement bei uns zündeln und drauf drängen, dass die Schuldenspirale sich schneller und schneller dreht?!
    Machts bei uns zuerst Bumm, dann sind die USA gerettet 8für eine Zeit lang).
    Machts bei denen vorher Bumm, dann sind wir gerettet.
    Es wird doch keiner annehmen, dass die Familien nicht rechnen können und das sie nicht wissen,
    dass das ZinsesZins-System mit endloser Geldvermehrung ein endenwollendes System ist.
    (sorry aber das dies endenwollend ist aus rein mathematischer Sicht, weiß man seit der Mensch 1 und 1 zusammen zählen kann)
    Lediglich unsere machtgeilen Politiker glauben an den Golddukaten schei..enden Esel im Garten,
    der täglich seinen Obulus rausfurzt.

    lol….die EZB ist ja nicht umsonst gegründet worden; die ist ja nur ein Double der FED und mit
    Draghi sitzt auch noch einer ihrer Leute an der Spitze.
    Wie die FED: keine Rechtstaatlichkeit; keine Verantwortung gegenüber irgendwem und rechtlich immunisiert; also Straftaten nicht verfolgbar, weil außerhalb der Gesetze agierend.

    1. " Es geht nur mehr daum, bei wem es zuerst BUMM macht "

      Richtig, aber es ist egal, wo Das passiert, es gibt eine bekannte Familie, die auf jeden Fall ihren Schnitt machen wird – Kriegsgewinnler eben. Wäre übrigens auch nicht das 1. Mal

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