Die chinesische Staatsführung will den Zusammenbruch der Börsen im Reich der Mitte mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. Das schließt auch den massenhaften Verkauf von Bonds der USA und der EU-Staaten mit ein.

Von Marco Maier

Peking muss den Börsenkapitalismus retten, um das eigene (kommunistische) System nicht zusammenbrechen zu lassen. Das klingt zwar irgendwie paradox, ist aber so. Doch angesichts der gewaltigen Summen, die auf dem chinesischen Aktienmarkt – das Volumen beträgt rund 6,8 Billionen Dollar – bewegt werden, bleibt der Staatsführung kaum eine andere Wahl als zu intervenieren, wenn negative Auswirkungen auf die realwirtschaft zumindest minimiert werden sollen.

Meldungen zufolge dürfte Peking einschreiten, wenn die Shanghaier Börse in einen Bereich von 2800 bis 3200 Punkten fällt. Hier sollen demnach die chinesischen Staatsbanken Bank of China, China Construction Bank, Agricultural Bank of China und die Commercial and Industrial Bank of China auf Anordnung der Staatsführung zwischen 6 und 12 Billionen Yuan (etwa zwischen 900 und 1800 Milliarden Euro) in die Börsen fließen lassen um für eine Stabilisierung zu sorgen.

Als weiterer Schritt wird die Veräußerung von Staatsanleihen der USA und der europäischen Länder genannt. Die Volksrepublik sitzt auf einem Billionenvermögen in Form von Staatsanleihen, die sie im Zuge der jahrelangen Exportüberschüsse ansammelte. Damit jedoch würde Peking den finanziellen Druck auf die völlig überschuldeten USA und die mit der Griechenland-Krise beschäftigte EU massiv erhöhen.

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Immerhin konnte man sich bislang darauf verlassen, dass die Chinesen das mit den Handelsüberschüssen erwirtschaftete Geld den Schuldnerstaaten wieder in Form von Anleihekäufen "zurückgeben". Ganz nach dem Motto: Die Unternehmen streichen die Gewinne ein und die Staaten häufen Schulden und Schuldscheine an. Doch damit könnte es zumindest für eine Zeit lang vorbei sein, sofern Peking wirklich hunderte an Milliarden Dollar in die Börsen pumpen muss.

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7 KOMMENTARE

  1. Zeit wird es, ich frage mich die ganze Zeit, warum die Chinesen sich diesen Finanzkrieg gefallen lassen, obwohl sie so einfahc den ‚Stecker‘ ziehen könnten(sollten).

  2. Dann muss das arme Belgien wieder US-Staatsanleihen kaufen, wie beim letzten Mal (weil dort der geringste Widerstand zu erwarten ist). Belgien sitzt jetzt schon auf einem Berg von US-Staatsanleihen trotzt enormer Schulden.

  3. Belgiens Anteil ist hoch, aber angesichts Japan und China fast vernachlässigbar.
    http://www.wsj.com/articles/japan-overtakes-china-as-largest-u-s-bondholder-1429129765
    Grafik betrachten.
    Falls China sich seiner US bonds in grossem Masstab entledigt, muss die Fed diese (zur Kursstützung)
    in grossem Stil aufkaufen und kann dieses mit Forderungen gegen die grossen Banken, die bei der FED verschuldet sind, tun.
    http://www.propagandafront.de/1182420/federal-reserve-25-fakten-ueber-die-groesste-zentralbank-der-welt-die-jeder-wissen-sollte.html
    Die grosse Frage beim ganzen dreckigen Spiel ist nur, w a n n die hochstaatsverschuldeten Völker des Westens ( im Gegensatz zu China und Russland , um die 20 % vom BIP) nicht mehr bereit sind für die Zinsen und Zinsezinsen dieses (für eine kleine Oberschicht lukrative) Ponzi bzw. Schneeballsystems zu zahlen, oder schlicht nicht mehr können, also pleite gehen.
    Bzw. es stellt sich die Frage w a n n sich die hochverschuldeten USA mal wieder durch Anzetteln ( vgl.NATO Politik und Ukraine) bzw. Partizipieren eines Weltkriegs „entschulden“.

  4. Das ist doch nur eine Drohung an Goldman/Sachs und Co die Marktmanipulationen endlich
    in China sein zu lassen.Langsam aber sicher verliert das Imperium die Vormachtsstellung.
    Hillery Clinton dachte diese Woche schon oeffentlich darueber nach mit Putin
    zusammen zu arbeiten,statt ihn zu bannen.
    Das riecht nach Kapitulation mit Bedingungen .

  5. Da sind die Vorbereitungen ja schon seit einiger Zeit voll im Gange; genau heute vor einem Jahr war ein entscheidender Tag : MH17 Absturz , unmittelbar nach der offiziellen Verkündung d. BRICS – Staaten.                 Seitdem deht sich die Eskalationsspirale laufend international schneller und schneller und keiner hat mehr eine  Ahnung, wie es ausgehen wird. Gut sicher nicht.   Meine Kinder und Enkel tun mir leid.  Die Zukukunft für 7 Genera tionen sichern!!!  Da brauchts dann schon sehr viel schwarzen Humor.                                                                         

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