Shanghai. Bild: Flickr / Thomas Depenbusch CC-BY 2.0

Während China noch auf einer gewaltigen Immobilienblase sitzt, kollabieren die völlig überbewerteten Aktienmärkte. Da viele einfache Chinesen an den Börsen mitzocken, droht ein gewaltiges Fiasko. Die Auswirkungen betreffen nicht nur die Finanzmärkte, sondern auch die globale Realwirtschaft.

Von Marco Maier

Zwar versucht Peking noch mit staatlichen Geldern zu intervenieren, doch die Börsenkurse kennen – auch Dank umfangreicher Leerverkäufe – nur einen Weg: nach unten. Beinahe die Hälfte aller Aktien wurden inzwischen vom Handel ausgesetzt – damit sind es heute schon 1.287 Unternehmen, deren Anteile nicht mehr gehandelt werden. Ihre Marktkapitalisierung beläuft sich auf ganze 2,5 Billionen Dollar, bzw. rund 45 Prozent der Aktien des Shanghai Composite und des Shenzhen Component Index. Nun platzt die Aktienblase wohl doch noch vor der Immobilienblase, die schon seit Jahren wie ein Damoklesschwert über dem Land hängt.

Für die kommunistische Führung in Peking, die mit Hilfe der Freigabe des Aktienhandels für Kleinanleger versuchen wollte, die Bürger des Landes stärker am wachsenden unternehmerischen Erfolg der eigenen Unternehmen partizipieren zu lassen, ist das ein Desaster. Die Vernichtung von Milliardensummen an Buchgeld durch den sich abzeichnenden Crash bringt Millionen von Chinesen um ihre Ersparnisse, die zum Boom vor dem Crash beitrugen.

Inzwischen wird schon befürchtet, dass die Verluste im chinesischen Börsen-Casino zu Unruhen in der Bevölkerung führen könnten. Immerhin droht mit dem Platzen der Aktienblase auch der Ausbruch einer veritablen Wirtschaftskrise, die weitere Bruchstellen des chinesischen Systems offenlegen wird. Wenn die Krise nicht mehr nur die Zocker betrifft, sondern die Realwirtschaft erreicht, wäre dies für die kommunistische Führung äußerst gefährlich.

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Insbesondere die gewaltige Immobilienblase und die völlig unkontrollieren Schattenbanken gelten als die nächsten fälligen Punkte. Sollten diese ebenfalls kollabieren, wären die Auswirkungen nicht nur in China selbst zu spüren, sondern auch global. Chinas Finanzindustrie ist nämlich auch mit jener der restlichen Welt verbunden.

Nicht vergessen werden dürfen auch die realwirtschaftlichen Auswirkungen. Das Reich der Mitte gilt als globaler Konjunkturmotor. Ein ökonomischer Kollaps des Landes würde die gesamte Weltwirtschaft massiv in Mitleidenschaft ziehen. Die Folge: eine neue Weltwirtschaftskrise.

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1 KOMMENTAR

  1. In China tobt ein Finanzkrieg, die KP unter Xi Jinping schnürt Rettungspakete, die korrupte Jiang Zemin-Clique drückt die Börse mit Leerverkäufen. Es geht um nichts weniger als die Herrschaft im Land. Die Frage ist wohl doch: was kippt zuerst, China oder Griechenland? Wenn die Börse versiegt, ist China als Handelspartner für die EU und die USA k.o. Beim Austritt Griechenlands aus der Eurozone zünden CDS in unbekannter Höhe den Dominoeffekt. Bei der Lehmann-Pleite waren 500 Mio. Euro für den Bankenbrand verantwortlich. Kein Wunder, daß Murksel schwitzt. TTIP ist so sinnvoll wie Goebbels Durchhalteparolen, als die Russen in Berlin standen.
    Bisher hat sich die Weltsituation seit der EU-Gründung nur zugespitzt. Ich gehe davon aus: das Ende der Fahnenstange ist erreicht. Wir sollten abschalten.

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