Raffinerie.
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Dass die Konsumstaaten vom billigen Öl profitieren, während die Produzenten darunter leiden, ist klar. Nun gibt es erste Zahlen, welche die jährlichen Gewinne und Verluste auch quantifizieren.

Von Marco Maier

Wer profitiert vom billigen Öl, wer trägt die Verluste? Eine Untersuchung von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) zeigt es. Denn obwohl die niedrigen Öl- und Gaspreise global gesehen das Wirtschaftswachstum ankurbeln, nützt diese Entwicklung vor allem jenen Staaten und Regionen, die diese Rohstoffe verbrauchen. Wie groß die jährlichen Gewinne und Verluste sind, zeigen nachfolgende Zahlen.

Die Gewinner sind die Nettoexporteure Ostasien (+393 Milliarden Dollar), Europa (+300 Milliarden Dollar) und die USA (+180 Milliarden Dollar). Letztere vor allem deshalb, weil durch die umstrittene Fracking-Technologie weniger Öl importiert werden musste und die Öl-hungrige Volkswirtschaft so viel günstiger davon kam.

Verluste hagelte es hingegen für alle anderen Regionen. Norwegen und Kanada als wichtige Einzelproduzenten und -exporteure außerhalb der großen Ölgebiete mussten Verluste von 53 bzw. 40 Milliarden Dollar hinnehmen. Lateinamerika insgesamt kommt mit einem Verlust von 60 Milliarden Dollar davon.

Auch der afrikanische Kontinent gilt als Verlierer dieser Preisentwicklung. Nordafrika verzeichnet Verluste in Höhe von 62 Milliarden Dollar, Schwarzafrika gar 89 Milliarden Dollar. Insgesamt sind es also ganze 151 Milliarden Dollar, die diesen Volkswirtschaften weniger zur Verfügung stehen.

Die größten Verliererregionen hingegen sind Russland und Zentralasien mit einem negativen Saldo von 218 Milliarden Dollar und der Mittlere Osten mit gar 357 Milliarden Dollar Verlust. Diese Regionen leben in Sachen Außenhandel vor allem vom Export von Kohlenwasserstoffen, wodurch die niedrigen Preise inzwischen sogar schon teilweise die Kosten zur Förderung übersteigen, auf jeden Fall jedoch die Staatshaushalte massiv belasten.

3 KOMMENTARE

  1. jedenfalls wird die elektrifizierung durch den ölpreisverfall gehemmtund jeder ist der meinung, es geht mit dem billigen treibstoff so weiter. saudi hat bereits die weichrn gestellt und setzt auf eine solare zukunft, und wollen ihre günstige lage für solarenergie nutzen.

  2. Der Schachzug von den Saudis war/ist ja genial, mit dem niedrigen Ölpreis die
    fragil finanzierten Frackingunternehmen der Amis aus dem Rennen zu nehmen bzw schwer
    unter Druck zu setzen.
    Die Perversität an der Sache ist aber, dass der niedrige Ölpreis im Moment das Einzige ist,
    was die Weltwirtschaftsleistung derzeit „noch“ im Plus hält.
    Ziehen die Saudis nun den Preis an, wirds weltwirtschaftlich gesehen kritisch und es
    wird ins minus drehen.
    Die Zentralbanken können dann auch nicht mehr helfen, weil sie somit gezwungen sind
    die Nullzinspolitik weiter durchzuziehen und könnten in keinster weise die Zinsen anheben,
    weil sie dadurch die extrem verschuldeten Länder (z.b. USA und fast ganz Europa) stürzen würden.

    Das ist halt das große Problem unserer Zeit; die Aggierenden und Entscheidungsträger haben
    alle zusammen keine Ahnung von einer ausgewogenen Ökonomie.
    Und genau das hat uns unser Professor immer und immer wieder erklärt,
    eine langfristige gesunde Weltwirtschaft funktioniert nur
    mit einer ausgewogenen Öknonomie in ihrer Gesamtheit.

  3. mit den wertlosen Euros kann sich der europäer nicht viel öl kaufen, aber eindeutiger gewinner ist der us-amerikaner, damit können wieder die großen schlachtschiffe ausfahren und die manöver betrieben werden.
    jedoch der schuldenberg bleibt!

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