Absturz ins Chaos: Griechenland nach Varoufakis’ Rücktritt

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis war einer der vehementesten Befürworter eines „Nein“ beim Referendum der Griechen über die Sparpolitik am Sonntag. Das ausgerechnet er nur wenige Stunden danach seinen Rücktritt erklärte, scheint auf den ersten Blick schwer verständlich. Doch ein genauer Blick auf die Umstände macht klar, warum die offenbar von Premierminister Tsipras auf Druck der Troika getroffene Entscheidung, Varoufakis zu entlassen, für das kurzfristige Überleben der Syriza-Regierung unausweichlich ist. Es enthüllt aber auch den Charakter der Politik des Bündnisses und zeigt, dass es kurz vor dem endgültigen Scheitern steht.

Von Ernst Wolff

Das Referendum und seine trügerische Botschaft

Das am Sonntag abgehaltene Referendum hatte seinen Namen von Anbeginn an nicht verdient, denn es hatte für die Zukunft des Landes keine Bedeutung. Durch seine Ansetzung hat die Syriza-Regierung allerdings eine gefährliche und trügerische Botschaft an das griechische Volk gesendet: Sie hat es in dem Glauben bestärkt, im politischen Prozess noch ein Mitspracherecht zu haben. Das aber ist falsch.

Griechenland steht seit Ausbruch der Eurokrise im Jahre 2010 unter der Zwangsverwaltung der Troika. Die griechische Regierung ist nur noch eine weitgehend machtlose Institution, die keine einzige wichtige Entscheidung ohne die Zustimmung der drei sogenannten „Institutionen“ treffen kann.

In genau dieser Zwangsjacke steckt die Syriza-Regierung seit ihrer Wahl Ende Januar. Im Gegensatz zu ihrer Darstellung in den Mainstream-Medien hat sie sich den Entscheidungen der Institutionen auch niemals grundlegend widersetzt. Sie hat nur einzelne werbewirksame humanitäre Erleichterungen wie die Wiedereinstellung von Putzfrauen mediengerecht vermarktet und extrem harte Maßnahmen wie die weitere Senkung der Renten und des Mindestlohns abgelehnt. Sie musste dieses David-gegen-Goliath-Spiel auch betreiben, da sie ja auf Grund ihres Versprechens, die Austeritätspolitik zu beenden, gewählt worden war. Bis auf die Rückzahlung des IWF-Kredites  vorletzte Woche hat sie aber alle Zahlungen an die Institutionen geleistet und dafür sogar in die Rentenkassen gegriffen und auch vor den Rückständen von Krankenhäusern und anderen sozialen Institutionen nicht Halt gemacht. Sie hat damit gegen das griechische Volk und im Interesse steinreicher internationaler Investoren gehandelt.

Bereits nach der Regierungsübernahme hat Syriza die meisten ihrer Anhänger damit geschockt, dass sie ein Bündnis mit den „Unabhängigen Griechen“, einer ausländerfeindlichen rechtsextremen Partei eingegangen ist und ihr den Posten des Verteidigungsministers überlassen hat. Auch der mit Abstand wichtigste Arbeitsplatz im Land, der des Chefs der Zentralbank, wurde mit Giannis Stournaras einem Banker überlassen, der u.a. von griechischer Seite als Berater von Ministerpräsident Simitis und zusammen mit der US-Großbank Goldman-Sachs die betrügerischen Verhandlungen zum Beitritt Griechenlands zur Eurozone geführt hat.

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Syriza ist mit ihrer Politik am Ende

In der vergangenen Woche aber begann eine neue Phase in der Regentschaft der Syriza: Als sie nicht in der Lage war, einen ausstehenden 1,5 Mrd-Kredit des IWF zu bezahlen, endete die Zeit, in der sie und ihr Finanzminister Varoufakis ihr Versprechen, „alle Forderungen unserer Partner zu erfüllen“ einlösen konnten.

In diesem Moment zeigte die Troika unverhüllt ihr wahres Gesicht und forderte die griechische Regierung ultimativ auf, ihren Forderungen auf Punkt und Komma zu entsprechen. Syriza aber konnte das nicht, da eine solche Maßnahme sie den Rückhalt bei ihren Wählern gekostet hätte. Deshalb setzte ihre Führung aus purer Verzweiflung ein Referendum an, von dem sie von vornherein wusste, dass sein Ausgang keinen Einfluss auf die weitere Politik des Landes haben würde.

Teile der Troika und große Teile der euopäischen Politik wiederum nutzten das Referendum, um ihrer Verachtung für demokratische Maßnahmen freien Lauf zu lassen: Sie mischten sich auf erpresserische Weise ein und kündigten an, dass ein „Nein“ verheerende Folgen für die griechische Politik haben werde.

Die Tatsache, dass mehr als sechzig Prozent der Griechen mit „Nein“ gestimmt haben, zeigt, wie sehr sich das Volk ein Ende der Austeritätspolitik herbeiwünscht. Dieses Ende wird aber nicht durch das Bündnis Syriza erreicht werden. Die Gruppierung ist zwar durch das Versprechen, die Austeritätspolitik zu beenden, an die Macht gelangt, hat danach aber keinen einzigen ernsthaften Schritt unternommen, um deren grundlegendes Übel anzugehen.

Was zu tun wäre

Worin besteht dieses grundlegende Übel und wie wäre es zu bekämpfen? Die griechische Krise ist nicht – wie es die Mainstream-Medien Tag für Tag behaupten – auf eine korrupte Verwaltung, ein unzureichendes Steuersystem oder mangelnde Arbeitsbereitschaft fauler Griechen zurückzuführen, sondern das Ergebnis rücksichtsloser Spekulation ultrareicher Investoren.  Sie sind es, die in der Krise von 2008 gigantische Schuldenberge angehäuft haben, die ihnen aber kurz darauf durch korrupte Politiker abgenommen und in Staatsschulden umgewandelt wurden. Auf diese Weise wurden die griechischen Steuerzahler, also die arbeitende Bevölkerung, dazu verdonnert, für die Sünden der Reichen aufzukommen.

Es ist die ungehemmte neoliberale Deregulierung des Finanzsektors der vergangenen Jahrzehnte, die zur inzwischen unumschränkten Macht von Milliardären, Oligarchen, Superreichen und ihren Hedgefonds geführt hat. So lange diese Deregulierung weiter besteht, gibt es absolut nichts, was die Macht des großen Geldes begrenzen könnte.

Die Reaktion auf die Politik des Bündnisses Syriza hat gezeigt, dass die Finanzoligarchie nicht bereit ist, auch nur die kleinsten Zugeständnisse zu machen, d.h. Reformen zu akzeptieren. Ihre Macht kann nur noch dadurch beendet werden, dass ihr die Existenzgrundlage entzogen wird. D.h.: Die Deregulierung des Finanzsektors muss aufgehoben, Derivate müssen verboten, die Banken müssen verstaatlicht und auf ihr Kerngeschäft reduziert werden.

Ohne solche grundlegenden Maßnahmen ist jede Politik gegen die internationale Finanzoligarchie chancenlos.

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13 Kommentare

  1. „Die Deregulierung des Finanzsektors muss aufgehoben, Derivate müssen verboten, die Banken müssen verstaatlicht und auf ihr Kerngeschäft reduziert werden.“

    Und warum wird das nicht gemacht???

    Zuerst müsste beim jetzigen Finanzzustand Griechenlands der offizielle Bankrott des Landes deklariert werden. Wer sich verzockt hat, muss selbst für seine Schulden aufkommen. Warum wird das nicht gemacht? Wenn das Banken sind, so müssen sie halt abgewickelt werden und ihre Führung gehört rechtlich verurteilt, das sind nämlich Wirtschaftskriminelle. Daneben können neue Banken mit eigener Währung im Sinne des obigen Satzes aufgebaut werden – Staatsbanken eben mit Kontrollorgan und integrer Führung, die ihr Kerngeschäft betreiben. Keine Besetzung mit Goldman Sachs-Günstlingen! Amerikaner rausschmeissen, die haben als Angestellte und Betriebsspione im Nu wieder ein Finanzbetrugssystem etabliert. Keine Oligarchengünstlinge, die mafios gegen das eigene Land und Volk arbeiten. Da gäbe es mächtig viel aufzuräumen, und nicht nur in diesem Land. Warum wird das nicht gemacht?

    1. weshalb das nicht gemacht wird ?….ganz einfach: weil die Herrschaften der Politik käuflich und dämlich sind und weil die anderen Herrschaften, also die NICHT gewählten EU-Bonzen bereits gekauft sind und weil gleichzeitig an den wichtigsten Schnittstellen deren Leute fest installiert sind (IWF,EZB,ESM,Weltbank usw usw usw)

      Schon 2007 wurde die Regulierung des Finanzsektors angedacht aber die Idee war mit Lichtgeschwindigkeit wieder vom Tisch, als die Londoner-Finanzmeile und die Wallstreet drohend den Finger hoben.

      Zu erwarten das unsere Politiker dagegen etwas unternehmen, ist sorry gelinde gesagt "blauäugig". Da gehts dann wirklich ans "Eingemachte" und vor einem schnellen "kill" schrecken die mit Sicherheit nicht zurück. Ein Menschenleben zu nehmen, kostet diesen Herrschaften nichtmal ein Lächeln, denn wo hunderte Milliarden an Steuergeldern abzuzocken sind, ist ein Menschenleben nichts aber schon gar nichts wert.

      Ich schreibe dies deshalb mit solcher Deutlichkeit, da es wieder an den Völkern liegen wird, dafür auf die Strasse zu gehen und dagegen zu kämpfen. Ob jetzt im 19 oder im 20 Jahrhundert (oder auch vorher), es waren jedesmal nur die normalen Bürger die sich den Feudalherren entgegenstellten und um ihre Freiheit kämpften.

      Die Geschichte der Menscheit wiederholt sich immer und immer wieder, nur ist der Mensch leider zu dämlich um aus seiner Geschichte zu lernen und wiederholt jeden Fehler zig mal mit unglaublicher Präzision.

    2. Elisa, Sie haben einen sehr guten Kommentar abgegeben und ich bin bin vollkommen Ihrer Meinung.  Genau wie Sie es beschrieben haben sollte es auch gemacht werden.

      Sie fragen, warum wird das nicht gemacht?

      Es gibt nur eine Erklärung dafür (eigentlich haben Sie sich sogar schon selbst ihre Frage beantwortet) es ist nicht etwa nur europaweit das Finanzwesen betroffen, es betrifft zudem die Politik, Justiz, Wirtschaft und die Mainstreammedien, sie sind doch alle entsprechend von den von Ihnen beschriebenen Akteuren schon lange unterwandert.  Man könnte gar sagen, infiltriert.   Schauen Sie sich doch mal an wer so alles ein Mitglied in der Atlantik-Brücke ist.  Sie werden sich wundern, wen sie da alles so vorfinden; alles vollkommen überzeugte Transatlantiker und zum Teil auch Bilderberger, aus dem Bereich der Politik, Wirtschaft, Mainstreammedien usw.   Somit erklärt sich, warum Deutschland schon seit Jahrzehnten völlig amerikanisiert wurde und wirklich alles im Sinne der USA geregelt wird.

      Nun ja, solange in diesen Bereichen der entsprechende Personenkreis weiterhin frei agieren kann wird sich auch niemals was zum Guten hin für die breite Masse der europäischen Bürger verändern.  Zur Zeit läuft es für die EU beherrschende Finanzelite aus den USA und der City of London trotz der Krise in der EU-Zone noch richtig rund und ihre fetten Profite haben sie sicher in der Tasche; schließlich haftet ja der europäische Steuerzahler für deren Risiken.  Die Typen von Goldman Sachs und von BlackRock haben sogar schon in der EZB das Ruder in der Hand und bestimmen somit massiv die Geschicke des Euro; natürlich immer im Sinne ihrer Herrn, der Finanzelite aus den USA und der City of London…

  2. „Absturz ins Chaos: Griechenland nach Varoufakis’ Rücktritt“

    Das ganze Schmierentheater ist nur noch ekelhaft, — und mit jedem neuen »Bla-Bla-Bla«-Dummgeschwätzversuch irgendwelcher politischer Finanzgauner kann sich das »Großes-Kot…-Gefühl« nur verstärken. Am 03.07. hat G. Wisnewski unter »EU-Diktatur: Last Exit Griechenland?« (http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/gerhard-wisnewski/eu-diktatur-last-exit-griechenland-.html) über diverse griechische »Pleitegänge« berichtet. SEHR INTERESSANT — vor allem für notorische (Böse) Gutmenschen.

  3. Warum wird nicht gesagt, daß der Euro, also die innere Verzerrung durch die Euro-Zwangsjacke, Schuld an den Problemen ist? Dazu kam nach der Euro-Umstellung die Gier der internationalen Kapitalisten, die den Euro überall zum Teuro machten, die Bürger aller Länder in dieser Preisspirale schamlos ausnutzten!
    Unsre Regierung hat, diesem Kapital hörig, Löhne, Renten, Sparguthaben mit dem Wechselkurs 2:1 eingefroren und das Volk mit Hartz-IV gedeckelt, während die Preise der staatsgelobten ach so freien Marktwirtschaft davongaloppiert sind. Mit unsrer DM wäre das nicht passiert, weil die, wie der schweizer Franken, ständig aufgewertet hätte, mittlerweile 40%!, was unser verläßlicher, beständige Wohlstand und Stolz war! Wir wurden vom Staat mit dem Euro beraubt, Altersarmut durch eingefrorene Renten provoziert!
    Also zurück zur DM!
    Griechenland ist diesem Teuro volksnah und volksfreundlich begegnet, indem es Renten, Pensionen, Gehälter, Einkommen erhöhte, damit sich das Volk den künstlich kapitalistisch erhöhten Teuro leisten konnte! Das ging natürlich nur durch Staatsschulden, im Sinne des VOLKES! Während bei uns GEGEN das Volk regiert wurde mit Volksbetrug und Eintausch unsrer starken DM gegen einen schwachen Euro sowie der abhängig machenden Euro-Knebelung, um dem internationalen Kapital zu dienen mit dem Argument, keine Schulden machen zu müssen!
    Dabei wäre die naheliegendste Lösung: Raus aus dem Euro, zurück zur DM! Nach um natürlicher, angemessener um 40% aufgewerteter DM würden unsere 2 Billionen Euro Staatsschulden rein rechnerisch durch die Aufwertung um 40% sinken, = 800 Milliarden Euro weniger Schulden!
    Warum sagt das keiner, wo doch andererseits groß getönt wird, mit der Drachme könnten die Griechen ihre dann hohen Euroschulden nie zurückzahlen? WIR könnten UNSRE Schulden aber im Handumdrehen nach Aufwertung mit unsrer DM zurückzahlen! Und hätten unsren Wohlstand und Stolz zurück, mit der DM!

    1. Naja, guter Versuch, nur bitte etwas den Medialen Nasenring zurecht rücken.

      Eine Unsere Regierung gibt es leider nicht. Eine ihre Besatzungsverwaltung sehr wohl. Warum ist das Volk auf dem Gebiet des deutschen Staatenbundes (Deutsches Reich) das bestbespitzelte Volk der Welt? äh? Na weil die das dürfen! Und Besatzungskosten, Ausverkauf, ehwiges Schuldgeheuchle.

      Ich habe nie und niemals einen Semiten auch nur böse angeschaut und übrigens auch keinen Juden. Dafür wurde ich schon mal von Abkömmlingen der Khasaren betrogen – was solls – Lehrgeld eben. Und deshalb wird von dem Markel eben fleißig Militärtechnik an Isreal verschenkt, weil der Deutsche von Geburt an mit Sünde belastet ist – eine schwarze Sekte eben.

      Die DDR wurde von Ihren Bürgern entweder nicht mehr für voll genommen oder es wurde mit den Füßen abgestimmt. Der "BRD-GmbH" Bürger hat es da wesentlich einfacher. Er kann mit den Füßen abstimmen ohne seinen Wohnort zu wechseln und das nur mit dem Erfahren und Anwenden der Wahrheit über die Besatzung des Deutschen Reiches. Die Weimarer Republik wurde von den Faschisten ursurpiert/terrorisiert, aber sie ist NICHT untergegangen. Wir haben die Wahl in welchem Land wir leben wollen, in einer Scheindemokratie und einem Scheinrechtsstaat einer Finanzfaschistischen EU oder im deutschen Staatenbund unserer Großväter und Großmütter (oder modern genderneutral ElterInnen). Aber dafür müssen wir etwas tun – die Wahrheit suchen und verbreiten und den Menschen lieben – zuallerst den Griechen für seine große Tat für uns "Werte"europäer. Auf zu wirklichen Werten.

  4. Das Schmierentheater ist nicht die Schuld von der sozialistischen Partei und schon gar nicht der Operateure. Hier irrt Wollf. Seine Analyse am Schluss beweist das auch. Meine Auffassung ist ganz anders: die Syrizia und die beiden Hauptakteure haben die allerletzte Chance ( lt Woll gibt es ja keine richtige mehr) am Schopf ergriffen und das System ( = Manipulations-Spiel der Troika/ EZB/ Finanz-Oligarchie/ EU-Idioten)  eskalieren zu lassen, um es aus sich heraus durch innersystemische und osmotische Transformationsprozesse kollabieren zu lassen. Varoufakis versteht sein handwerk und er versteht die Systemik und die Spieltheorie perfekt; er hat uns durch diesen Prozess das ganze Debakel klar vor Augen geführt. Das war das Ziel als Schritt 1. Nun sind wir dankenswerter Weise in Schritt 2 angekommen: wir müssen eine Lösung der PUT-Situation herstellen ( = vom Unbeweglichen zum Beweglichen). Dass dies die bisherigen Regelbrecher und Erpresser ( = Troika, EU-Staats-Chefs und EZB) nicht erfreut, ist logisch. Dennoch haben sie alleine das Konkurs-Verfahren verschleppt, künstlich aufgeblasen, systemisch ultrastabil gemacht und systematisch verschlechtert. Dass Verbrecher ihre Verbrechen nicht immer gleich einsehen ist verständlich. Die Öffentlichkeit fungiert hier als unsichtbares Tribunal: sie werden ihre Verbrechen einsehen müssen und werden auch zu Schritt 3 kommen: eine Finanzlösung nach grossem Schuldenschnitt- ohne weitere Auflagen.

    Varoufaks und Tsipras sei Dank. Sie haben mit komplett unorthodoxen Methoden die Lösungsfähigkeit der EU/ Euro-Zone hergestellt statt den Riesen-UNSINN weiter zu perpetuieren. Sie sind damit astreine Demokraten und keine Chaoten! haben Sie nicht den IWF in seiner Willkür ausführlich beschrieben? Geht Ihnen deshalb kein Licht auf? Politische verbrechen und Finanztechnische Verbrechen sind EBEN AUCH Verbrechen und keine Zwänge eines totalitären Systems. Es gilt ohne Wenn und Aber: dieses totaölitäre System muss zerstört und aufgelöst werden- die Systemtechnik und die Systemik gebietet das- wenn nicht, beginnt alles von vorn. Mit noch mehr speed und noch mehr Crack!

    1. @henry paul

      Ihre Sichtweise in Ehren, ich schätze Sie sehr. Aber in dieser Analyse sind mir denn doch etwas viel phantastische Theorie (innersystemische und osmotische Transformationsprozesse??? – Was ist denn das???) und auch Wunschdenken enthalten. Wie wär's, das Ganze auf eine pragmatisch klare Ebene zu senken? Bankrott erklären, verschuldete Banken zu Bad Banken werden und ihre Schulden einfrieren lassen (die Gläubiger sollen mal erst ein paar Jahrzehnte warten), neue Banken mit gewöhnlichem Geschäftsgang kreieren, um die Wirtschaft und die Bevölkerung mit Geld, sprich einer neuen Währung zu versorgen. Das wär doch mal was. Putin wird schon ein paar gute Ratschläge für Tsipras haben.

      1. Nein hier irren sie. Die Brüsseler Finanzfaschisten haben undemokratisch und illegal die Bankenmacht (siehe Bankenschließung als Erpressungsversuch im Vorfeld des Referendums). Eigene Aktivitäten hieße für Griechenland ade Euro, den der wird von der EZB manipuliert.

        Ich stimme dem Bild innersystemische und osmotische Transformationsprozesse voll zu, wobei ich die Geschwindigkeit und Wirksamkeit etwas anzweifle. Aber im Grunde ist der Samen gelegt. Ein faschistisches Regime kann sich nicht ewig in das milde herbeigelogene Bild der Urdemokratie, des Rechtesten Rechtswesens der Welt stellen ohne sich bei ständigen Ve rstössen dagen nicht selbst zu demontieren. Bitte glauben sie daran, dass es vile gibt, die glauben an die EU, an Recht und Gesetz, an Fortschritt. Und denen fiel es schon schwer Jugoslawien zu verstehen, dann Irak,  dann Lybien, Syrien und ganz merkwürdig das mit der Ukraine und dem bösen Russen (sind die nun einmarschiert oder sind die nicht und warum wären sich die Krimbewohner nicht gegen die Fremdherrschaft). Diese Gläubigen fallen vom Glauben ab und werden erstmal unpolitische Balkontomatenpflanzer, aber auch der Glaube an die Presse schwindet und jetzt so ein böses undemokratisches oder doch urdemokratisches Referendum. Ja und bei uns? Und was würde ich selbst zu Euro sagen und zu EU und zu UkraineNaziHilfen aus Steuergeldern, zu TTIP und anderen Verbrechen wenn ich gefragt würde, wenn dies urdemokratische Dingsda mal in meiner Heimat genutzt werden würde.

        Der Kaiser ist nackt. Und die Leute beginnen es zu sehen, auch und vor allem dank Tsipras.

        Nehmen sie das Merkel noch für voll, diese volksverräterische Fingerpuppe oder den Obama bin Laden, gleicher Berufung und Qualität (können sie sich noch an dessen Versprechen erinnern und wie sie daran glaubten) – wenn sie jetzt gelächelt haben, dann wirkt der osmotische Durchdringungseffekt – sie haben ihren Glauben verloren und wissen, dass sie betrogen werden. Die Matrix verliert gegen die Erkenntnis und die Griechen und wir alle gewinnen unsere Würde zurück.

        1. ".. innersystemische und osmotische Transformationsprozesse???"

          Wenn Sie das so gut verstehen, dann erklären Sie doch etwas präziser, was damit gemeint ist. Interessiert mich echt!

          Ansonsten ist auch Ihr Text nicht gerade sehr durchschaubar. Ich appelliere für eine einfache klare Sprache ohne pseudointelektuelle Gedankenfickerei.

          Zurück zum Thema, wo es mal wieder mehr um Praxis geht:

          Syriza-Kräfte fordern Beschlagnahme der Zentralbank
          http://www.politaia.org/wirtschaft/banken/syriza-kraefte-fordern-beschlagnahme-der-zentralbank/

        2. @CarstenB

          "– innersystemische und osmotische Transformationsprozesse???"

          Wenn Sie das so gut verstehen, dann bitte erklären Sie diese Begrifflichkeiten, und zwar bezogen auf das Thema. Interessiert mich echt, wie sie auf das Thema anzuwenden sind. Und reden Sie sich nicht raus, diese Übersetzungsarbeit müssen Sie in diesem Medium fairerweise für den Leser machen. Das gilt auch für henry paul.

          Ansonsten ist auch Ihr Text nicht besonders gut durchschaubar. Ich appeliere für eine klare nachvollziehbare – grammatikalisch möglichst fehlerfreie – Sprache. An pseudointellektueller Gedankenfickerei können sich "universitäre Geheimbündler" aufgeilen. Hier hat Solches nichts zu suchen.

          Und jetzt wieder zum Praktischen des Themas, zum Finanz-Absturz und Chaos in Griechenland:

          – Kommentar: Grexit?  http://www.neopresse.com/finanzsystem/kommentar-grexit/

          Syriza-Kräfte fordern Beschlagnahme der Zentralbank 
          http://www.politaia.org/wirtschaft/banken/syriza-kraefte-fordern-beschlagnahme-der-zentralbank/

           

           

           

  5. @Elisa;
    es tut mit aufrichtig leid, dass ich einen Erklärungsversuch mit Hilfe der Systemik gestartet hatte und nicht ahnen konnte, dass Sie davon nichts wissen… aber das hat deshalb natürlich nichts mit Phantasmen oder Falschheiten zu tun.
    Elisa, manchmal muss man sich einem Problem (= Abweichung) und der Analyse (= Auseinandernehmen) mit artfremden Methodologien nähern. Da das Problem dynamisch ist, einen komplexen Zusammenhalt hat und in seiner Konfiguration stabil o.ä. ist, entspricht es der analytischen Logik, dass man sich mit der Systemik dieses Problems beschäftigt. Das zu den Rahmen. Nun zum Inhalt. Wenn ein innersystemisches Problem von innen nicht zu lösen ist und das System „platzt“, hat es plötzliche, osmotische Auswirkungen( durch die Hülle des System gehendes Moment) gehabt. ( weitere Erklärungen spare ich mir, Sie wollen sicherlich kein Seminar über Systemik besuchen..)

    1. Mit Verlaub, ich halte solche Sichtweisen für abstrus. Sie nehmen biologisch-physikalische Vorgänge zuhilfe, um ein ökonomisch komplexes und global verwobenes und – notabene – geplantes Vorgehen zu erklären. Fehlt nur noch, dass Sie eine pseudomathematische Formel auftischen, die von einem statischen Ist-Zustand ausgeht, der sich gemäss stetigem Wandel jederzeit ändert, so dass die Formel in Wirklichkeit unzählige Variablen enthält, was sie eben pseudomathematisch werden lässt. In solch dargestelltem Schrott sind die Ökonomen absolute Meister. Wohin uns das gebracht hat, kann man an der derzeitigen globalen Wirtschaft ablesen.

      Benennen Sie doch das "innersystemische Problem", das nicht gelöst werden kann. Warum kann es nicht gelöst werden? Und warum "platzt" es letztendlich? Was meinen Sie präzise unter "platzen"? Welche internen und externen Parameter sind ausschlaggebend, dass es "platzt"? Benennen Sie möglich "osmotische Auswirkungen"! Nochmals: Ich will eine saubere Übersetzung des verschwommenen Theorie-Gefasels, bezogen auf das Thema.

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